Vibo Valentia: antike Spuren, Kirchen und Museen
File:Vibo Valentia - Castello Normanno-Svevo.jpg
Foto: Benjamin Smith via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Vibo Valentia liegt auf einem Hügel in 476 Metern Höhe. Von hier reichen die Panoramablicke vom Capo Palinuro bis zu den Äolischen Inseln und zum Ätna.
Burg, Museum und die Spuren von Hipponion
Auf der Anhöhe von Vibo Valentia steht das Castello Normanno-Svevo, eine mittelalterliche Struktur aus dem 11. Jahrhundert. Seine Westfassade umfasst zwei zylindrische Türme und einen sechseckigen Turm. Im Innenhof befinden sich die Überreste einer dem heiligen Michael geweihten Kirche.
Das Staatliche Archäologische Museum „Vito Capialbi“ veranschaulicht mit seinen Sammlungen die Geschichte und Archäologie des Gebiets von der Vorgeschichte über die griechische und römische Zeit bis zum Mittelalter. Zu den besonderen Stücken gehört ein Goldtäfelchen mit einer orphischen Inschrift aus der Nekropole von Hipponion. Die Abteilung für Unterwasserarchäologie zeigt außerdem die teilweise Rekonstruktion des Kiels eines Bootes sowie Amphoren und Anker aus verschiedenen Epochen, die größtenteils vom Meeresboden vor Vibo Valentia stammen.
Die Griechischen Mauern von Hipponion erstrecken sich über etwa 500 Meter. Ihre erste Bauphase stammt aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. und besteht aus Blöcken aus Sandstein und Kalkarenit. Im Rahmen von Kulturveranstaltungen, die von der Gemeinde und Vereinen in Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden organisiert werden, können die Mauern besucht werden.
Sakrale Orte und lebendige Bräuche
Der Dom Santa Maria Maggiore und San Leoluca besitzt einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes, ein einschiffiges Langhaus und eine barocke Fassade. Der Dom ist besuchbar und über eine seitliche Rampe am Haupteingang barrierefrei zugänglich. Im nordwestlichen Flügel des Erdgeschosses befindet sich das Museum für sakrale Kunst.
Die Chiesa di San Giuseppe bewahrt unter anderem Gemälde wie „Die Vision des heiligen Ignatius“ sowie eine hölzerne Figurengruppe des heiligen Josef auf dem Hochaltar. An der Kirche ist die weiterhin aktive Bruderschaft von Jesus, Maria und Josef verbunden. Sie organisiert in der Nacht des Karfreitags die Prozession der Madonna Desolata. Die Chiesa del Rosario bewahrt Werke von Giulio Rubino, eine Madonna del Rosario von Emanuele Paparo und einen heiligen Vito von Domenico Basile auf. Sie wurde auf den Überresten eines römischen Theaters errichtet.
Die in der Chiesa del Rosario aufbewahrten Holzstatuen des Kreuzwegs werden in der Karfreitagsprozession mitgeführt.
Römische Anlagen und maritime Geschichte
Die Römischen Thermen und Domus von Vibonia stammen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. und umfassen ein Frigidarium, ein Caldarium und eine Palästra.
Im Küstenbereich der Gemeinde Vibo Valentia liegt die Tonnara di Bivona, ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das mit dem Thunfischfang verbunden ist und als Beispiel maritimer Industriearchäologie gilt. Um 1881 begann dort der Bau der Loggia zur Aufbewahrung von Booten und Netzen sowie des Erdgeschosses des Gebäudes. Die Tonnara di Bivona kann im Rahmen von Kulturveranstaltungen besucht werden, die von der Gemeinde organisiert werden.
In der Umgebung von Vibo Valentia liegt das Santuario di S. Ruba, das als zugänglich und besuchbar gilt. Von einem ehemaligen Klosterkomplex sind heute der große quadratische Kreuzgang, einige Zellen im Erdgeschoss, die beiden Treppen zum Obergeschoss und ein Teil der früheren Kirche San Domenico erhalten.
Hafen und regionale Küche
Der Hafen von Vibo Marina dient dem Handel, der Fischerei und dem Tourismus. Zur regionalen Küche gehört Fileja, eine traditionelle hausgemachte Pasta aus dem Vibonese. Sie wird um ein Stäbchen gerollt und anschließend mit Fleischragù serviert.
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