Vibo Valentia: Archäologie, Kirchenkunst und Panorama
Unterkünfte in Vibo Valentia
Vibo Valentia liegt auf einem Hügel auf 476 Metern über dem Meeresspiegel. Der Panoramablick reicht von Capo Palinuro in Kampanien bis zu den Äolischen Inseln und dem Ätna in Sizilien. Diese Höhenlage gibt der Stadt einen markanten landschaftlichen Rahmen. Zugleich führen archäologische Zeugnisse, Kirchen und Sammlungen durch unterschiedliche Kapitel ihrer Geschichte. Wer einen kulturell geprägten Ort sucht, kann Vibo Valentia nach Landschaft, antiker Geschichte und Kunst entdecken.
File:Vibo Valentia - Castello Normanno-Svevo.jpg
Foto: Benjamin Smith via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Griechische und römische Geschichte
Das Museo Archeologico Statale „Vito Capialbi“ rekonstruiert die Geschichte von Vibo Valentia von der lokrischen Kolonie Hipponion bis zur römischen Kolonie Valentia. Die beiden Namen markieren unterschiedliche historische Phasen: Hipponion steht für die griechische Vergangenheit, Valentia für die römische Zeit. So führt die Geschichte der Stadt vom Ursprung als Kolonie bis zu ihrer späteren römischen Prägung.
Der städtische archäologische Park dient dem Schutz und der Aufwertung monumentaler Überreste aus griechischer und römischer Zeit. Ein konkreter Rundgang führt bei Trappeto Vecchio auf mindestens 500 Metern an den Überresten griechischer Befestigungsmauern entlang. Zu ihnen gehören Türme und kleine Tore. Zum Rundgang des Parks zählen außerdem die Überreste eines dorischen Tempels am Belvedere Telegrafo, der am Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. errichtet wurde. Befestigungsanlagen und Tempel stehen damit für unterschiedliche Aspekte der griechischen Vergangenheit: militärische Architektur und sakrale Baukunst.
In Sant’Aloe umfassen die Terme e domus romane di Vibonia eine römische Thermalanlage aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. und mehrere Domus. Eine davon besitzt ein Peristyl, einen von Säulen umgebenen Innenhof. Thermalanlage und Wohnhäuser zeigen unterschiedliche Formen römischer Baukultur; das Peristyl ergänzt diese Perspektive um ein konkretes architektonisches Detail.
Kirchen, Kunst und Architektur
Die Chiesa di San Giuseppe wurde von den Jesuiten in Auftrag gegeben, nach einem Entwurf von Francesco Grimaldi errichtet und 1701 für den Gottesdienst eröffnet. Zu ihrer Ausstattung gehören unter anderem das Gemälde La visione di Sant’Ignazio und eine hölzerne Figurengruppe des San Giuseppe auf dem Hauptaltar. Auftrag, Architekt und Eröffnungsjahr geben der Kirche eine klar umrissene Baugeschichte; die Kunstwerke ergänzen sie um konkrete Zeugnisse ihrer Ausstattung.
Der Duomo, die Chiesa di Santa Maria Maggiore e San Leoluca, enthält Kunstwerke aus unterschiedlichen Jahrhunderten: einen polychromen Marmorraufaltar aus dem 18. Jahrhundert von Francesco Raguzzini, eine vollplastische Madonna-della-Neve-Skulptur aus dem 16. Jahrhundert, die Annibale Caccavello zugeschrieben wird, sowie ein Renaissance-Marmortriptychon von Gagini. Am Santuario di S. Ruba verbindet sich eine andere architektonische Besonderheit mit einer frühen Datierung: Die Kirche wurde um das Jahr 1000 von Papst Callisto II. errichtet und besitzt eine Kuppel mit orientalischer Gestaltung.
Auch das Castello Normanno-Svevo lässt sich über konkrete Baumerkmale beschreiben. An seiner Westfassade besitzt es zwei zylindrische Türme und einen sechseckigen Turm. Die Form der Türme bietet einen eigenen architektonischen Blickpunkt neben den religiösen Bauwerken und den archäologischen Überresten.
Maritime Geschichte und besondere Sammlungen
Die Tonnara di Bivona ist ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das mit dem Thunfischfang verbunden ist und als Beispiel maritimer Industriearchäologie gilt. In der Loggia wurden Boote und Netze aufbewahrt; im Außenbereich fanden Tätigkeiten zur Vorbereitung der Thunfischfalle statt. Die Funktionen der verschiedenen Bereiche machen die Geschichte des Ortes auch über seine Nutzung verständlich.
Im Palazzo Capialbi werden römische Gläser, griechische Bronzefiguren und mittelalterliche Fundstücke aufbewahrt. Hinzu kommt ein autographes Blatt von Giacomo Leopardi mit seinem Gedicht L’infinito. Damit reicht die Perspektive von archäologischen Sammlungen bis zu einem Zeugnis der Literaturgeschichte. Zusammen eröffnen die Bauwerke und Objekte verschiedene Zugänge zur Vergangenheit: über Architektur, frühere Nutzungen und einzelne Kunst- und Schriftstücke.
Weitere Reiseziele entdecken: Bivona, Caria, Limbadi, Monterosso Calabro, Simbario, Brattiro’, Capo Vaticano und Gasponi.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Vibo Valentia.