Ciaramiti zwischen Kirchenkunst, Festtradition und weitem Golfblick

File:Chiesa di San Paolo, Ciaramiti (Ricadi) 03.jpg File:Chiesa di San Paolo, Ciaramiti (Ricadi) 03.jpg Foto: Superchilum via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ciaramiti verbindet religiöse Kunst, überlieferte Geschichte und eindrucksvolle Landschaftsbilder auf engem Raum. Das Belvedere, die Chiesa di Ciaramiti, die steilen inneren Gassen und die Fiumara della Ruffa geben dem Ort unterschiedliche Facetten. Wenn Sie Italien abseits großer Zentren entdecken möchten, begegnen Ihnen hier konkrete Spuren lokaler Kultur ebenso wie ein weiter Blick über das kalabrische Umfeld.

Weitblick und charakteristisches Ortsbild

Von der Terrasse des Belvedere di Ciaramiti reicht der Blick über den Golf von Gioia Tauro zu den Äolischen Inseln, zur Straße von Messina, zur Küste Siziliens und zum Ätna. Diese Aussicht verbindet mehrere markante Landschaftsräume des südlichen Italien in einem einzigen Panorama. Im Ort selbst prägen die steilen inneren Gassen den charakteristischen Ortsbildcharakter von Ciaramiti. Sie gehören damit ebenso zum visuellen Eindruck des Dorfes wie der offene Horizont am Belvedere.

Kirchenkunst und religiöse Zeugnisse

In der Chiesa di Ciaramiti befinden sich in den Zwickeln der Kuppel Fresken der vier Evangelisten, die den Ruffa aus Tropea zugeschrieben werden. Die Kirche bewahrt außerdem eine alte Statue des San Paolo. Beide Zeugnisse geben dem Gotteshaus eine besondere kulturelle und religiöse Bedeutung innerhalb des Ortes, ohne dass dafür eine große Sammlung oder ein umfangreicher Rundgang vorausgesetzt werden muss. Für kulturinteressierte Besucher liegt der Schwerpunkt damit auf einzelnen, unmittelbar mit Ciaramiti verbundenen Kunst- und Glaubenszeugnissen.

Historische Erzählungen und ein alter Ortsname

Eine überlieferte Schilderung berichtet, dass sarazenische Piraten im Sommer 1665 während einer Hochzeit in Ciaramiti die Hochzeitsgesellschaft überfielen, die Gäste und das Brautpaar gefangen nahmen sowie das Dorf plünderten und zerstörten. Auch der Name Ciaramiti wird unterschiedlich gedeutet: Viele führen ihn auf den griechischen Begriff Keramidai zurück, der als Ziegelgegend verstanden wird. Diese Deutung wird mit Ziegelöfen in Verbindung gebracht, die einst in der Nähe der Siedlung vorhanden waren.

Feste zwischen Ciaramiti und Brattirò

Das wiederkehrende Fest San Paolo Apostolo umfasst am 30. Juni eine Prozession. Die jährlich erneuerte Tradition des Festes der Apostel San Paolo und San Pietro verbindet Ciaramiti mit dem nahe gelegenen Brattirò durch eine gemeinsame religiöse Verehrung. Während des Festes der Heiligen Pietro und Paolo werden die heiligen Bilder unter Gesängen und Gebeten durch Ciaramiti getragen. Wer den Ort zu einem solchen Anlass erlebt, richtet den Blick daher nicht nur auf Bauwerke, sondern auch auf die religiöse Praxis, die im Dorf öffentlich sichtbar wird.

Fiumara della Ruffa und historische Mühlentechnik

Ciaramiti und Santa Domenica liegen jenseits der Fiumara della Ruffa. Im näheren Umfeld von Ciaramiti ist die Fiumara über alte Wege und einen steilen, holprigen Maultierpfad erreichbar, der vom Bereich der Kirche in Brivadi in das Flussbett führt. Im Gebiet von Lampazzone im Gemeindegebiet von Ricadi wird außerdem eine erhaltene Wassermühle aus dem 18. Jahrhundert instand gehalten. Dort werden weiterhin Weizen, Mais und Gerste mit alten Mühlsteinen gemahlen. Für die Wahl Ihrer Unterkunft können Sie deshalb überlegen, ob Kirchenkunst und Festtraditionen im Ort, der Blick vom Belvedere oder die Landschaft an der Fiumara den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts bilden sollen.

Weitere Ziele für Ihre Orientierung: Gasponi, Santa Maria Di Ricadi, Mongiana, Maierato, Parghelia, Limbadi, Cessaniti und Briatico.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Vibo Valentia.

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