Oristano entdecken: Museen, Küste und sardische Geschichte

File:Campidano di Oristano (01).jpg File:Campidano di Oristano (01).jpg Foto: Gianni Careddu via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Oristano verbindet städtische Geschichte, sardische Kunst und die Landschaft des Sinis. Das Museo Archeologico Antiquarium Arborense ist seit 1992 im Palazzo Parpaglia aus dem 19. Jahrhundert untergebracht und zeigt das Retablo di San Martino aus dem 15. Jahrhundert. So beginnt die Auseinandersetzung mit der Region direkt bei ihren archäologischen und künstlerischen Zeugnissen.

Kunst und Geschichte in Oristano

Mehrere Häuser vertiefen diesen kulturellen Schwerpunkt. Das Museo Diocesano Arborense zeigt eine permanente Sammlung sakraler Kunst im Besitz der Erzdiözese. Die Pinacoteca Carlo Contini umfasst einen Bereich mit der Kunstsammlung der Gemeinde Oristano und bewahrt Werke von Giuseppe Biasi, Antonio Ballero, Maria Lai sowie weiteren Künstlern auf. Wegen Ausstellungsarbeiten ist die Pinacoteca Carlo Contini vorübergehend geschlossen. Im Palazzo Campus Colonna befinden sich interessante Gemälde zu Eleonora; außerdem beherbergt der Palazzo Werke bedeutender sardischer Künstler des 20. Jahrhunderts.

Das Casa Museo Antonio Gramsci befindet sich in Ghilarza in dem Haus, in dem Antonio Gramsci von 1898 bis 1911 lebte. Die Ausstellung ermöglicht es Besuchern, anhand von Dokumenten, Fotografien, Objekten und persönlichen Zeugnissen das Leben Antonio Gramscis zu erkunden. Einen anderen Zugang zur Geschichte bietet der Palazzo degli Scolopi: Die Piaristen eröffneten dort im Januar 1682 ihr Institut.

Auch die Baugeschichte Oristanos ist an mehreren Einzelheiten ablesbar. Der Klosterkomplex Santa Chiara wurde 1343 unter König Peter III. von Arborea errichtet. Die Kirche Santa Chiara bewahrt eine gotische Apsis sowie beträchtliche Reste der früheren Klosterseiten und des alten Klosters. Kirche und Kloster del Carmine bilden einen einheitlichen Barockbau, der zwischen 1776 und 1785 errichtet wurde. Die Kathedrale Santa Maria Assunta weist architektonische Schichten verschiedener Stilrichtungen auf; ihr erster Bau entstand 1130.

Von der ursprünglichen mittelalterlichen Befestigungsmauer von Oristano, deren Umfang mehr als 2 km betrug, sind heute nur wenige Abschnitte erhalten. Wahrscheinlich wurde der quadratische Turm Torre di Portixedda zwischen 1290 und 1293 unter dem Richter Mariano II. Ein Turm in Oristano wurde 1290 aus wiederverwendeten Sandsteinblöcken des antiken Tharros errichtet.

Traditionen und Ausflüge im Sinis-Gebiet

Die Reittradition gehört zu den markanten kulturellen Themen der Gegend. Bei Sa Sartiglia versuchen Reiter, ein Ziel in Form eines Sterns zu treffen. Das Centro di Documentazione sulla Sartiglia präsentiert diese Reittradition in einer interaktiven und multimedialen Ausstellung. Eine „Sortilla“ zu Ehren Kaiser Karls V. wurde wahrscheinlich 1546 veranstaltet.

Archäologie lässt sich mit konkreter Besucherorientierung verbinden: Im Archäologischen Park Santa Cristina werden Führungen stündlich von 8:30 Uhr bis zum Sonnenuntergang angeboten. Der Nuraghe Losa ist ein dreilappiger Komplex aus der mittleren Bronzezeit, der vollständig aus großen Basaltblöcken errichtet wurde; er wird in das 15. bis 14. Jahrhundert v. Chr. datiert. Im Sinis-Gebiet organisieren die Genossenschaften Penisola del Sinis und Alea sowohl im Winter als auch im Sommer Ausflüge für erfahrene Wanderer, Anfänger und Schulgruppen.

In Cabras beherbergt das Museo Civico Giovanni Marongiu die Giganten von Mont'e Prama. Der Palazzo Arcais wurde kürzlich restauriert und beherbergt derzeit Veranstaltungen und kulturelle Aktivitäten. Damit reicht das Spektrum von archäologischen Funden und historischen Ausstellungen bis zu Angeboten, die Kultur in unterschiedlicher Form vermitteln.

Küste, Inseln und Meereslandschaft

Torregrande ist ein breiter Strand von Oristano, der für verschiedene Freizeitaktivitäten ausgestattet ist. Der spanische Turm in Torregrande wurde 1572 errichtet und gilt als der größte Turm Sardiniens. Die Verbindung von Strand und historischem Bauwerk gibt diesem Küstenabschnitt ein klar erkennbares eigenes Gepräge.

Mal di Ventre ist eine flache Granitinsel mit einer maximalen Höhe von etwa 20 Metern. Von Cabras oder Putzu Idu aus ist sie ausschließlich mit privaten Booten oder mit Ausflugsschiffen für Touristen erreichbar. Die Meeresböden vor Mal di Ventre eignen sich zum Tauchen und sind Lebensraum für vielfältige Meerestiere, darunter Langusten, Zackenbarsche, Barrakudas und Delfine. Das Pescaturismo im Meeresschutzgebiet Penisola del Sinis – Isola di Mal di Ventre ermöglicht Besuchern, die lokale Umgebung, versteckte Buchten, nächtliche Ausflüge und lokale Traditionen kennenzulernen.

Anreise, Thermalwasser und lokale Küche

Oristano ist vom Flughafen Cagliari-Elmas oder vom Hafen von Cagliari aus über die Strada Statale 131 und anschließend die Strada Provinciale 56 in Richtung Santa Giusta erreichbar. Für einen weiteren Ausflug bietet Fordongianus Thermalbäder, die von Mineralquellen mit einer ganzjährig konstanten Temperatur von 56 °C gespeist werden. Aus dem 1. Jahrhundert n. stammen die römischen Thermen von Fordongianus; sie sind als archäologische Attraktion zugänglich, und zwei Einrichtungen können besichtigt werden.

Auch kulinarisch besitzt Oristano eigene Bezugspunkte. Vernaccia gilt als typischer lokaler Wein von Oristano. Malloreddus alla salsiccia ist mit einem Mittagessen in Oristano verbunden. Wer den Aufenthalt plant, kann damit unterschiedliche Schwerpunkte zwischen Stadtgeschichte, archäologischen Orten, Küste, Meeresausflügen, Thermalwasser und regionalem Geschmack berücksichtigen.

Weitere Orte zur Orientierung

Zur weiteren Orientierung gehören Bosa, Bauladu, Tramatza, Sennariolo, Santa Caterina Di Pittinuri, S'arena Scoada, Tresnuraghes, Tinnura, Putzu Idu, San Vero Milis, Magomadas, Paulilatino, Nuraxinieddu, Nureci, Solanas, Baradili, Torre Del Pozzo, Gonnosnò, Montresta, Samugheo, Allai, Oristano, Abbasanta, Bonarcado, Laconi, Sorradile, San Nicolò d'Arcidano, Riola Sardo, Narbolia, Modolo, Fordongianus, S'archittu, Baratili San Pietro, Cuglieri, Sagama, Porto Alabe, Santu Lussurgiu, Terralba, Siamaggiore, Ghilarza, Zeddiani, Marrubiu, Funtana Meiga, Zerfaliu, Seneghe, Silì, San Giovanni Di Sinis, Ales, Nurachi, Suni, Scano Di Montiferro, Solarussa, Masullas, Sedilo, Villaurbana, Mogoro, Arborea, Sini, Neoneli, Pau, San Salvatore, Santa Giusta, Uras, Milis, Bosa Marina, Nughedu Santa Vittoria, Cabras, Sa Rocca Tunda und Mandriola.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Sardinien.

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