Masullas entdecken: Natur, Geologie und sardische Geschichte

Natur, Pflanzen und Geologie

Masullas liegt im nördlichen Teil des Regionalparks Monte Arci. Wenn Sie Natur, Geologie und sardische Ortsgeschichte verbinden möchten, bietet der Ort dafür mehrere unterschiedliche Anknüpfungspunkte.

Der Giardino Botanico del Monte Arci wurde im Sommer 2020 in einem zuvor aufgegebenen Areal nahe dem Kapuzinerkloster eröffnet. Er beherbergt eine repräsentative Auswahl endemischer Pflanzen des Monte Arci und ist in vier Vegetationsbereiche gegliedert: Wald, Mittelmeer-Macchie, Garrigue und Ufervegetation. Menschen mit eingeschränkter Mobilität erreichen den Garten über eine Rampe am Haupteingang und anschließend mit einem Aufzug.

Das Museo di Storia Naturale Aquilegia präsentiert auf etwa 600 m² einen chronologisch aufgebauten Rundgang zu den geologischen und biologischen Veränderungen, die zur Entwicklung der Lebewesen und ihrer Lebensräume geführt haben.

Der Parco Ossidiana gehört zum Historischen Umwelt-Geopark Sardiniens. In ihm befindet sich die größte Obsidianlagerstätte des Mittelmeers. Der Weg zum Hauptsteinbruch ist mit Tausenden kleiner schwarzer Gesteinsfragmente bedeckt.

Auch Su Columbariu zeigt die markante Geologie der Gegend: Der steile Felsgrat ist stellenweise fast 100 m hoch und von Höhlen, Spalten und Nischen in Form sogenannter Tafoni aus verwittertem Trachyt geprägt. Sa Spendula de Cannas ist ein Wasserfall, der sich an einem 5 m hohen Abhang bildet; an seinem Fuß formt sich ein zeitweiliger Teich.

Historischer Ortskern und Kirchen

Das historische Zentrum entspricht noch heute der mittelalterlichen Ausdehnung rund um die Kirchen Santa Lucia und San Leonardo. Gepflasterte Straßen und Häuser mit Sichtsteinfassaden führen an Werkstätten und Geschäften des Ortes vorbei. Die Chiesa di San Leonardo stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts; bei Restaurierungsarbeiten wurden 1977 Überreste eines mindestens aus byzantinischer Zeit stammenden früheren Sakralbaus entdeckt. Die Chiesa di Santa Lucia stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist nach San Leonardo die zweitälteste Kirche von Masullas.

Die heute dem heiligen Sebastian geweihte Pfarrkirche trug früher die Namen Madonna delle Grazie und Sa Gloriosa. Sie wurde im 17. Jahrhundert im spätgotischen Stil errichtet; ihre Fassade wurde beim Umbau im 17. Jahrhundert in einer authentisch barocken Mischung aus Stilen und Materialien gestaltet. Die Anlage aus Chiesa e Convento di San Francesco stammt ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert. In den 1980er- und 1990er-Jahren leitete die Gemeinde ein langfristiges Restaurierungsprojekt zur vollständigen Wiederherstellung der Anlage ein.

Die Chiesa di San Leonardo gehört zum Projekt Itinera Romanica, einem Netz von Routen zu romanischen Kirchen auf Sardinien, in der Toskana und auf Korsika. Damit steht das Gotteshaus zugleich in einem größeren Zusammenhang sakraler Architektur.

Museen, Feste und lokale Küche

Das GeoMuseo Monte Arci ist in einem ehemaligen Kapuzinerkloster aus dem 17. Jahrhundert untergebracht und zeigt mineralogische, lithologische und paläontologische Exponate. Das Museum I Cavalieri delle Colline erzählt die Geschichte der ländlichen Aristokratie von Masullas und des Parte Montis im weiteren Kontext des sardischen Adels. Zur Ausstellung gehören wertvolle Kunstwerke, Waffen und Dokumente aus dem Besitz örtlicher Adliger, Rekonstruktionen zeitgenössischer Trachten sowie kostbare alte Bücher.

Beim Patronatsfest Sa Gloriosa vom 29. Juni bis 3. Juli 2024 verbanden sich religiöse Feierlichkeiten mit gastronomischen Angeboten und Liveauftritten. Bei der ersten Sagra de Is Crogoristas im Jahr 2024 wurde eine für Masullas typische Pasta vorgestellt, die von Hand aus Hartweizengrieß, Wasser und Salz hergestellt wird. Die Sagra de su Caboniscu wurde 2024 zum 13. Mal veranstaltet und bot Verkostungen typischer Gerichte aus Masullas, darunter Speisen aus der Tradition Sa Idda de is Cabonis e de Is Puddas. Am 6. November findet in Masullas das Fest San Leonardo gleichzeitig mit der Sagra del melograno statt.

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