Lecco zwischen Seen, Bergen und Geschichte
File:Varenna, Lecco, Lombardia, Italy - panoramio.jpg
Foto: trolvag via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Lecco zwischen See, Bergen und Geschichte
Im Raum Lecco verbinden sich Wege am Wasser, Berglandschaften und eine ungewöhnlich vielseitige Kulturgeschichte. Der naturkundlich-archäologische Provinzlehrpfad kann chronologisch von der Vorgeschichte bis zum 15. oder 16. Jahrhundert oder geografisch von Norden nach Süden begangen werden. Als durchgehende GPX-Route mit illustrierter Karte bietet er dabei eine klar angelegte Orientierung.
Auch der zu Fuß begehbare naturkundlich-archäologische Rundweg des Sistema Museale der Provinz Lecco führt zu bedeutenden Orten der Geschichte und Kultur des Gebiets. Wer einzelne Etappen des Sentiero del Viandante plant, findet dort historische Dörfer, ländliche Architektur, alte Mühlen, Burgen und stille Landkirchen. Da der Weg häufig die Bahnlinie Lecco–Colico–Sondrio kreuzt, können Wanderer einzelne Etappen gehen und mit dem Zug zum Ausgangspunkt zurückkehren.
Kultur und Geschichte in konkreten Stationen
Ca’ Martì widmet sich der Geschichte, dem Leben und der Arbeit der Maurer von Carenno und des Val San Martino. Angeschlossen ist ein archäologischer Lehrpfad zur Geschichte der Bauarbeit mit 16 Stationen in der Umgebung. Eine weitere historische Dimension zeigt eine archäologische Stätte einer gotischen Siedlung aus dem 5. bis 6. Jahrhundert n. Chr. Sie ist für Besucher zugänglich; besichtigt werden können dort die Überreste einer befestigten Anlage, die im späten Römischen Reich errichtet wurde.
Im Palazzo Belgiojoso befinden sich das Naturkundemuseum, das Archäologische Museum, das Historische Museum und das Civico Planetario. Der Palazzo gibt einen Überblick über die Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte des Gebiets von Lecco vom Paläolithikum bis zur Gegenwart. Im Museo delle Grigne wird die Entwicklung des Gebiets von Esino anhand alpiner und voralpiner Mineralien, Fossilien aus der Trias, ethnografischer Gegenstände sowie Waffen und Schmuck aus antiken Gräbern dokumentiert.
Der Torre di Maggiana („del Barbarossa“) stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist über seine fünf Stockwerke zugänglich. Forte Montecchio ist eine in den Fels gegrabene Festung aus dem Ersten Weltkrieg. Zu ihr gehören mächtige Mauern aus bearbeitetem Granit, ein über 60 Meter tiefes Pulvermagazin und vier Schneider-Kanonen. Das Civico Museo della Seta Abegg bewahrt Maschinen aus stillgelegten Seidenspinnereien, von denen viele noch funktionieren, und ist offiziell als Museumssammlung der Region Lombardei anerkannt.
Seen, Flusswege und Natur
Der Garten der Villa Monastero erstreckt sich heute mit einer Uferfront von knapp zwei Kilometern am See entlang. Einen anderen Landschaftseindruck vermittelt der Parco Monte Barro mit 44 Kilometern gut ausgeschilderter Wege, die zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Parks führen. Felsklippen und Magerrasen prägen den Naturraum; die besonders artenreiche Flora umfasst seltene und endemische Pflanzen.
Der Anello dei Laghi beginnt im Zentrum von Lecco und folgt dem Fluss Adda bis nach Pescarenico. Als Rad- und Fußweg ist er außerdem ein etwa 20 Kilometer langer Rundkurs zwischen den Seen von Garlate und Olginate entlang des Flusses Adda. Der Weg ist überwiegend eben, familiengeeignet und kann zu jeder Jahreszeit als Halb- oder Ganztagesausflug begangen oder befahren werden.
Berglandschaften und Aktivitäten
Die Piani Resinelli liegen auf etwa 1.300 Metern Höhe im Parco delle Grigne am Fuß der Grigne. Von dort reicht der Blick von den Rätischen Alpen bis zum Monte Rosa, über Lecco und den Lecco-Zweig des Comer Sees bis zur Ebene und bei klarer Sicht zur Skyline von Mailand. Die Piani Resinelli sind außerdem Ausgangspunkt für zahlreiche Wege, von einfachen Familienwanderungen bis zu technisch anspruchsvolleren Touren.
In Artavaggio werden Trekking, Mountainbiking, Skifahren, Skitourengehen, ein Fun Park und Schneeschuhwandern angeboten. Damit stehen im weiteren Lecco-Gebiet sehr unterschiedliche Landschaftserlebnisse nebeneinander: ebene Wege an Adda und Seen, naturkundliche und archäologische Strecken sowie Bergtouren mit deutlich anspruchsvollerem Charakter.
Orte im weiteren Umfeld
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