Cremeno: Berge, Wege und gelebte Geschichte
File:Cremeno in Valsassina - Ponte della Vittoria (1).jpg
Foto: Ysogo via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Cremeno verbindet die Landschaft der Orobischen Voralpen mit historischen Wegen, Kirchen und lokalen Traditionen. Das Naturgebiet der Gemeinde umfasst blühende Weiden, Buchen- und Birkenwälder, Felsen und Flüsse, die durch die Täler ziehen.
Bergwege, Weiden und Touren
Die Bergwege in Cremeno umfassen leicht begehbare Saumpfade und Wege in vergleichsweise niedrigen Höhenlagen. Sie lassen sich zu unterschiedlichen Wanderungen verbinden. Ein Rundweg führt von Maggio, dem Ortsteil Fontana di San Lorenzo, über überwiegend unbefestigte Wege bis zu den Weiden des Passes Culmine di San Pietro. Auch der Monte Due Mani prägt das Landschaftsbild: Der Berg ist 1.666 Meter hoch und trägt auf seinem Gipfel ein großes Kreuz sowie ein igluförmiges Biwak.
Auch mit dem E-MTB lässt sich die Umgebung erkunden. Der Trail von der Forcella di Olino zur Culmine di San Pietro kann in beiden Richtungen befahren werden und ist mit weiteren Wegen verbunden, die bis zu den Piani di Artavaggio führen. Der Rundweg Anello Cremeno/Maggio folgt dagegen historischen Wegen, die die Einwohner vor dem Bau der Ponte della Vittoria im Jahr 1925 und zuvor über eine Metallseilbrücke nutzten.
Kirchen und Spuren der Ortsgeschichte
In Maggio, einem Ortsteil von Cremeno, steht die Kirche Santa Maria Nascente. Sie wurde von 1680 bis 1683 errichtet und 1684 gesegnet. 1905 erweiterte und schmückte sie der Maler Rivetta aus. Ihr heutiges Geläut besteht seit 1948 aus fünf Glocken. In Cremeno selbst steht die antike Kirche San Giorgio auf der Hochebene der Valsassina. Nach dem Pastoralbesuch von Kardinal Federico Borromeo im Jahr 1614 sollte sie abgerissen und neu errichtet werden. Außen an der Kirche stehen die 1772 errichteten Kapellen des Kreuzwegs.
Die Ponte della Vittoria ist 75 Meter lang, 96 Meter hoch und 5 Meter breit. Trotz ihrer Verstärkung im Jahr 1984 blieben ihre ursprünglichen architektonischen Merkmale erhalten. Eine Inschrift erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Damit verbindet das Bauwerk seine markante Dimension mit einem konkreten Gedenken an die Geschichte des Ortes.
Feste, Märkte und lokale Produkte
Das kulturelle Leben von Cremeno zeigt sich auch in wiederkehrenden Veranstaltungen. Seit 1836 findet jedes Jahr am 16. August die San-Rocco-Prozession statt. Sie führt von der Pfarrkirche San Giorgio Martire zur Kirche San Rocco. Die traditionellen Mercatini di Hobbistica der Gemeinde finden im Sommer 2026 in Cremeno und im Ortsteil Maggio statt. Angeboten werden unter anderem Stickarbeiten, Holzarbeiten, Arbeiten aus anderen Materialien, Decoupage und Blumenkompositionen. Auf der antiken Fiera di Santa Rosalia können Sie typische lokale Produkte verkosten.
Casali und technische Geschichte
Zu den ausgeschilderten Casali im Gemeindegebiet gehören Casale Besozza, Casale Laghetto, Casale Garabuso und Casale Tonalli. Diese ländlichen Siedlungen entstanden ursprünglich als funktionale Orte für Hirten, Bauern und Holzfäller; zu den dort ausgeübten Tätigkeiten gehörte vor allem die Käseherstellung. Eine andere Form regionaler Geschichte erzählt der Canale Guzzi: Er wurde zwischen 1947 und 1948 als aufwendiges Bauwerk im Wald zwischen Bächen und Wildbächen errichtet, um die Gesellschaft Moto Guzzi in Mandello del Lario mit Elektrizität zu versorgen. Später wurde der Canale Guzzi zu einem für alle begehbaren Weg umgestaltet.
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