Giurdignano: Megalithen, Krypten und barocke Kunst

Giurdignano zwischen Megalithen und Landschaft

Giurdignano ist von einer ungewöhnlich dichten megalithischen Landschaft geprägt: Das Gebiet ist weithin von Dolmen und Menhiren übersät und wurde als „Megalithischer Garten Italiens“ anerkannt. Wenn Sie Geschichte nicht nur in Innenräumen, sondern auch in der Landschaft einordnen möchten, bietet der kommunale „Megalithische Weg“ einen konkreten Anhaltspunkt. Er führt durch die Landschaft zu der unterirdischen Ölmühle Trappitello del Duca.

Menhire und Dolmen im Ortsbild

Im Ortszentrum steht der Menhir San Vincenzo, der 3,50 Meter hoch ist. Die Menhire Vico Nuovo 1 und 2 stehen dicht beieinander, sind nahezu identisch und wurden auf die Piazzetta Vico Nuovo versetzt. Der Menhir San Paolo ist ungefähr 2,25 Meter hoch. Er steht auf einem Felsvorsprung, in den die Krypta San Paolo gehauen wurde. Damit begegnen Ihnen in Giurdignano steinerne Zeugnisse ebenso wie unterirdische Räume mit eigener Geschichte.

Dolmen, Ölmühle und besondere Erkundungen

Die unterirdische Ölmühle Frantoio Ipogeo Trappitello del Duca wurde im 16. Jahrhundert errichtet. In Giurdignano gibt es etwa acht Dolmen; dafür werden auch nächtliche Touren sowie Touren mit dem Fahrrad und der Kutsche angeboten. Der Dolmen Grassi besteht aus zwei einander gegenüberliegenden Dolmen, die etwa 140 Zentimeter voneinander entfernt sind. Nur einer von ihnen ist noch intakt. Die ungefähren Maße und der erhaltene Zustand gehören hier ebenso zur Orientierung wie die unterschiedlichen Formen, in denen die Dolmen erkundet werden.

Krypten mit Fresken und Licht

Die byzantinische Krypta San Salvatore ist aus dem Fels gehauen und besitzt drei Schiffe, vier Pfeiler und drei Apsiden. In der Krypta sind Reste von Fresken erhalten; das Fresko in der zentralen Apsis zeigt die Madonna mit zwei Engeln. Bei Sonnenuntergang dringt Sonnenlicht in die Krypta San Salvatore ein und beleuchtet ihren zentralen Altar. Dieser Ort verbindet bauliche Eigenheiten, erhaltene Bildkunst und ein genau beschriebenes Lichtspiel miteinander.

Chiesa Madre und Palazzo Baronale

Das heutige Gebäude der Chiesa Madre wurde zwischen 1756 und 1763 errichtet. Die Kirche besitzt einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes mit einem einzigen Schiff, barocke Stuck- und Ausstattungselemente, einen fein gearbeiteten Hauptaltar aus Lecceser Stein und eine umfangreiche Gemäldesammlung. Zu den Gemälden gehören Werke, die Giandomenico Catalano zugeschrieben werden, sowie Arbeiten von Oronzo Tiso und Saverio Lillo.

Am Palazzo Baronale wurden im 17. Jahrhundert ein neuer Gebäudeteil und ein Graben hinzugefügt. Reste einer Zugbrücke deuten darauf hin, dass das Gebäude einst von einem Graben umgeben war. Der historische Charakter bleibt dabei an den erhaltenen Bauteilen und an ihrer früheren Funktion ablesbar, ohne dass daraus eine heutige Nutzung abgeleitet werden muss.

Traditionen, Trüffel und Musik

Am 19. März, dem Fest des heiligen Josef, wird in Giurdignano die Tradition der Tavole di San Giuseppe gepflegt. Als Gelübde oder Bitte um Gnade werden dem Heiligen gewidmete Mahlzeiten angeboten. Das Labor von Casa Borgia vermittelt Besuchern gemeinsam mit Experten die Geschichte und Eigenschaften des Trüffels, seine Herkunft aus den Wäldern und seine Verwendung in kulinarischen Kombinationen.

Auch die Festa di San Rocco gehört zum kulturellen Kalender des Ortes; zu ihr gehören Blaskapellenkonzerte. Ein weiterer historischer Bezugspunkt ist die Kirche von CentoPorte: Sie wurde zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert errichtet und ist heute nur noch als wenige Ruinen erhalten. So reichen die Themen in Giurdignano von Dolmen und Menhiren über byzantinische und barocke Sakralbauten bis zu religiösen Festtraditionen, regionaler Esskultur und Musik.

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