Soleto: Fresken, Kirchen und Griko-Tradition
File:Madonna delle Grazie, church in Soleto, Italy.jpg
Foto: Michael Paraskevas via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Soleto zwischen Griko-Tradition und steinernen Zeugnissen
Soleto liegt im Herzen der Grecìa Salentina. In dieser Gegend wird der alte Griko-Dialekt hellenophonen Ursprungs weiterhin lebendig gehalten. Vor allem im 14. und 15. Jahrhundert war Soleto ein bedeutendes Zentrum.
Ein historisches Zentrum mit erkennbarer Geschichte
Die Porta di San Vito ist das östliche und einzige erhaltene Tor der einstigen Stadtmauer von Soleto. Ursprünglich gab es vier Tore: San Vito im Osten, San Antonio im Norden, San Gaetano im Westen und San Paolo im Süden.
Heute wird das historische Zentrum von Soleto von der Umgehungsstraße Raimondello Orsini umgeben. Sie folgt dem Verlauf der alten Stadtmauer, die laut De Giorgi im 17. Jahrhundert wiederaufgebaut wurde.
Kirchen, Fresken und religiöse Geschichte
Die Chiesa di Santo Stefano wurde wahrscheinlich 1347 von einem unbekannten Gründer errichtet. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts war sie ein bedeutendes italo-griechisches religiöses und kulturelles Zentrum. Ihre Wände sind mit stark beschädigten byzantinischen Fresken bedeckt. Die Malereien sind in übereinanderliegenden horizontalen Bändern angeordnet und von griechischen Inschriften begleitet.
Die Cappella Madonna di Leuca wurde im 18. Jahrhundert auf den Ruinen einer älteren Kirche mit unbekanntem Patrozinium wiederaufgebaut. An ihrer zentralen Wand befindet sich ein Fresko von 1766: Es zeigt die gekrönte Madonna di Leuca mit purpurfarbenem Gewand auf grauen Wolken sowie das Jesuskind. Die Cappella Madonna di Leuca liegt außerdem an der Via Francigena. Der Bau wird dem 18. Jahrhundert zugeordnet, während das Bildwerk auf das Jahr 1766 datiert ist.
Die Chiesa Parrocchiale wurde 1783 von Adriano Preite aus Copertino errichtet und ersetzte eine abgerissene mittelalterliche Kirche. In ihrem Inneren befindet sich ein marmornes Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert, das für die Immersion nach östlichem Ritus bestimmt ist. Das Taufbecken stammt damit aus einer früheren Zeit als die Kirche, in der es sich befindet.
Die Chiesa di San Nicola wurde 1648 wiederaufgebaut, als Klausurkloster genutzt und 1689 vom Erzbischof von Otranto, Monsignore Ferdinando De Aguinar, eingeweiht. An der Presbyteriumswand befindet sich ein Gemälde von 1726, das den heiligen Nikolaus und seine vier Wunder zeigt. Das Gemälde datiert somit in die Zeit nach der Einweihung des wiederaufgebauten Gebäudes.
Palazzo Gervasi und die Guglia Orsiniana
Der elegante Palazzo Gervasi ist ein Palast aus dem 16. Jahrhundert und beherbergt heute die Gemeindebibliothek. In dem Gebäude kann außerdem ein großer Kamin aus dem Jahr 1588 besichtigt werden. Palazzo Gervasi verbindet dabei seine heutige kommunale Nutzung mit einem erhaltenen Baudetail aus dem Jahr 1588.
Über das Stadtbild ragt die 45 Meter hohe Guglia Orsiniana. Sie gilt als Wahrzeichen von Soleto und gehört zu den Nationaldenkmälern Italiens.
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