Müllproblem in Neapel wächst

Müllproblem in Neapel wächst
Müllproblem in Neapel wächst

Das Müllproblem in Neapel nimmt immer größerer Ausmaße an (wir berichteten). In großen Teilen der neapolitanischen Innenstadt werden die Müllberge immer höher. Mütter müssen ihre Kinder auf dem Weg durch die Stadt tragen, um den Unrat passieren zu können.

Neapel und der Müll – eine (scheinbar) unendliche Geschichte. Die Nachbarstadt Salerno macht deutlich, dass die Abfallbeseitigung kein rein süditalienisches Problem ist: Dort werden mehr als 60 Prozent der Abfälle recycelt. In Neapel scheinen die Uhren bei dem Umgang mit dem Müll aber anders zu ticken.

Erst im März dieses Jahres strafte die Europäische Union ihr Mitglied Italien auf Grund der Müllkrise aus dem Jahr 2008 ab und fror rund eine halbe Milliarde Euro Finanzhilfen ein. Mit weiteren Sanktionen würde die Verbesserung von Recycling und Müllbeseitigung jedoch empfindlich behindert werden, wie lokale Politiker gegenüber den Inspektoren der EU betonten. Der Gouverneur der Region Kampanien, Stefano Caldoro, äußerte sein Verständnis dafür, dass die kritische Situation mit dem Müllproblem in Neapel Anlass zur Sorge innerhalb der EU gebe. Mit einer Umverteilung von Abfällen auf die benachbarten Provinzen und Regionen will Caldoro das Problem nun in den Griff zu kriegen. Mit diesem Plan kann Neapel beweisen, so Caldoro, "dass dieses System funktioniert und Neapel sowie ganz Kampanien das Problem unabhängig lösen kann".
Die mehr als 8.000 Tonnen Müll in in Neapel und Kampanien scheinen aber eine andere Sprache zu sprechen und deuten nicht darauf hin, dass das Müllproblem aus eigener Kraft gelöst werden kann. Nachdem die Bevölkerung massiv gegen die Öffnung von neuen Mülldeponien in Neapel und Umgebung protestiert hatte, wurden die betroffenen Ortschaften wieder von der Liste für neue Deponien genommen.

Christian Bathen

Foto: André Szysnik

Datum: 25.11.2010

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