Campobasso: Kunst, Prozessionen und grüne Stadträume entdecken

File:Old Town, 86100 Campobasso, Italy - panoramio - trolvag (9).jpg File:Old Town, 86100 Campobasso, Italy - panoramio - trolvag (9).jpg Foto: trolvag via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Campobasso verbindet eindrucksvolle Kunst, religiöse Traditionen, historische Kirchen und ungewöhnliche Grünräume zu einem vielseitigen Stadterlebnis. Zwischen dem Castello Monforte, Museen, Fresken und dem Street-Art-Viertel San Giovanni dei Gelsi begegnen Ihnen unterschiedliche Seiten der Stadt.

Museen und die Tradition der Misteri

Ein besonderer kultureller Bezugspunkt ist das Museo dei Misteri. Dort werden die mechanischen „Ingegni“ präsentiert, die Paolo Saverio di Zinno geschaffen hat. Im Hauptraum, der Sala degli Ingegni „Cosmo Teberino“, können Sie dreizehn „nackte“ Maschinen mit ihren strukturellen und künstlerischen Besonderheiten besichtigen. Das Museum verfügt außerdem über zwei Ausstellungssäle und einen Vorführraum.

Die Misteri prägen Campobasso auch als lebendige Tradition. Am Sonntag des Fronleichnams ziehen dreizehn von Trägern geschulterte Prozessionsmaschinen durch die Straßen. Der Bildhauer Paolo Saverio Di Zinno entwarf und schuf sie Mitte des 18. Jahrhunderts. Eine weitere religiöse Prozession findet jedes Jahr am 31. Mai statt: Dann wird die besonders verehrte Marienstatue des Santuario di Santa Maria del Monte getragen.

Historische Zusammenhänge lassen sich im Museo Archeologico Nazionale vertiefen. Es wurde 1881 gegründet und ist seit 1995 im Palazzo Mazzarotta eingerichtet und besuchbar. Die Sammlung reicht von der Vorgeschichte bis zum Mittelalter und weist einen ausgeprägten Schwerpunkt auf samnitischen Funden auf. Zu den archäologischen Materialien gehören unter anderem Stücke aus Campomarino, Guglionesi, Larino, Sepino, Campochiaro und dem Castello Monforte.

Kirchen, Fresken und Stadtbilder

Die Chiesa di San Giorgio wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Ihre Fresken stellen Kirchenväter, Evangelisten und Szenen aus der Genesis dar. Die Chiesa di Sant’Antonio Abate wiederum wurde 1572 von der Congrega delle Maestranze von einem außerhalb der Stadtmauern gelegenen Oratorium in eine Kirche umgewandelt. Im Inneren bewahrt sie Werke von Francesco Guarino da Solofra, Scipione Cecere, Paolo Saverio Di Zinno, Amedeo Trivisonno und Leo Paglione.

Auch das Teatro Savoia ist durch seine Gestaltung bemerkenswert. Das Theater wurde zwischen 1923 und 1925 erbaut. Der Eingangsbereich, das Foyer und die über dem Zuschauerraum liegende Decke sind mit Fresken von Arnaldo De Lisio aus dem Jahr 1925 geschmückt.

Moderne Kunst tritt im Viertel San Giovanni dei Gelsi besonders sichtbar in Erscheinung. Das Viertel wurde in ein Freiluftmuseum für Street Art verwandelt. Dort wurde außerdem ein Street-Art-Parcours eingerichtet, der dem traditionellen Fest der Misteri gewidmet ist.

Gärten und Grünflächen in Campobasso

Die Villa De Capoa vereint die Merkmale eines botanischen Gartens und einer städtischen Villa. In ihrem Park wachsen unter anderem hohe Mammutbäume, mächtige Libanonzedern, Zypressen, Rotfichten und Linden. Der Garten des Convitto Nazionale Mario Pagano wurde Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und beherbergt seltene Arten wie den Riesenmammutbaum, den Ginkgo biloba und die Libanonzeder.

Ein anderer grüner Stadtraum ist der Parco Eduardo De Filippo. Er ist die bedeutendste Grünfläche des Viertels San Giovanni und verfügt über eine vielfältige Bepflanzung mit zahlreichen Baumarten. Zusätzlich gibt es dort einen Spielbereich, Sportanlagen und Werke zeitgenössischer Kunst.

Im Sommer findet im Parco Eduardo De Filippo das Festival Nazionale del Teatro Popolare e della Tradizione statt.

Spaziergänge und praktische Orientierung

Unterhalb des Castello Monforte können Sie über schmale, rustikale Straßen in Hanglage und über Treppen durch Campobasso spazieren. Diese Wege machen die topografische Prägung der Stadt unmittelbar zum Teil des Rundgangs. Das Castello Monforte erscheint dabei zugleich als historischer Bezugspunkt und als Ausgangspunkt für die Orientierung in den angrenzenden Straßen.

Am Bahnhof Campobasso gibt es eine Bushaltestelle, Fahrradabstellplätze, Radwege, Parkmöglichkeiten für Auto und Motorrad sowie Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Der Bahnhof verfügt über drei Gleise für den Personenverkehr und bietet einen Betreuungsdienst für Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität.

Ein eigener Geschmack der Stadt

Zu den kulinarischen Themen gehört L’Abatina, ein besonders würziges De.Co.-Erzeugnis. Die Wurst wird nach dem Füllen unter eine Presse gelegt und erhält dadurch auch beim Servieren eine flache Form.

Weitere Orte

San Biase, Campobasso, Montenero Di Bisaccia, San Martino In Pensilis, Castropignano, Ripabottoni, Termoli, Campomarino, Roccavivara, Guglionesi, Campodipietra, Lido Campomarino, San Massimo, Montecilfone, Portocannone, Cercemaggiore, Petacciato, Sant'angelo Limosano, Rotello, Marina Di Montenero, Guardialfiera, Guardiaregia, Tavenna, Riccia, Vinchiaturo, Larino, San Leonardo, Acquaviva Collecroce, Mafalda, Colle d'Anchise, Castelbottaccio, Sepino, Matrice, San Giuliano del Sannio, Montagano, Ururi, Montorio nei Frentani, Ferrazzano, Bojano, Palata, Oratino, Monteverde, Montefalcone nel Sannio, Ripalimosani, Pietracatella, Limosano

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Molise.

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