Tavenna entdecken: Kirchen, Feste und Landschaft
Tavenna verbindet eine vielschichtige Ortsgeschichte mit eindrucksvollen Kirchen, fest verwurzelten Bräuchen und einer Landschaft, deren Ausblicke weit über das direkte Umland hinausreichen. Wenn Sie Italien abseits großer Zentren kennenlernen möchten, begegnen Ihnen hier sakrale Kunst, regionale Feste und eine von Oliven, Eichen und mediterranen Gehölzen geprägte Umgebung.
Kirchen mit eigenständiger Geschichte
Die Chiesa parrocchiale di Santa Maria di Costantinopoli ist einschiffig, 39,70 Meter lang, 9,80 Meter breit und ohne Kuppel 11,40 Meter hoch. Ihr Grundstein wurde am 28. Mai 1770 gesegnet und gelegt; am Türsturz hält eine Inschrift die Jahreszahl 1773 fest. Bei der Installation einer Fußbodenheizung mit unter dem Boden verlegten Strahlungsplatten wurde außerdem ein älterer Boden mit Mosaikmuster freigelegt.
Die Chiesa Maria SS. Incoronata stammt wahrscheinlich aus der Zeit um 1670. Nahe dem Hauptaltar befindet sich eine Statue der Maria Santissima Incoronata dagli Angeli; die Nische ist mit farbig gefassten und vergoldeten Holzschnitzereien gestaltet. Zwei Seitenaltäre sind San Luca und San Vito gewidmet und mit Stuck sowie geschnitztem Holz verziert.
Auch die Chiesa di Montelateglia erzählt von Brüchen und Wiederaufbau. Sie gilt als sehr alt und wurde wahrscheinlich von Benediktinern gegründet. Am 23. Oktober 1943 zerstörte die deutsche Nachhut die Kirche mit Sprengstoff; nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie am selben Ort wiederaufgebaut.
Feste zwischen Prozession, Küche und Handwerk
Die Festa della Madonna di Montelateglia findet am 10. und 11. Mai statt. Eine Statue wird dabei in einer Prozession von der ländlichen Kirche nach Tavenna und anschließend in die Kirche im Ort gebracht. Am ersten Sonntag im Oktober wird sie wieder in ihre Kirche zurückgeführt.
Am 17. Januar verbindet die Festa di S. Antonio Abate eine Darstellung aus dem Leben des Heiligen mit der Verkostung typischer Gerichte, Gesang und Volkstanz an Feuern. Diese Feuer gelten traditionell als Glücksbringer für die Ernte der neuen Saison.
Die Festa di Santa Irene am 2. und 3. September umfasst die Mostra dell’artigianato und die Sagra della carne di pecora. Die Handwerksausstellung wurde bereits in mehreren Ausgaben veranstaltet; dort können typische Produkte verkostet und Vorführungen von Handwerksmeistern besucht werden.
Ausblicke und Ortscharakter
Von Tavenna aus reichen die Ausblicke nach Norden zu den Bergen der Maiella und des Gran Sasso, nach Süden zum Gargano, nach Osten zur Adria und zu den Tremiti-Inseln sowie nach Westen zum inneren Apennin von Molise. Das Gebiet ist von Eichen, Oliven-, Mandel-, Walnuss- und Feigenbäumen sowie dichten Ginstersträuchern geprägt.
Die Ursprünge von Tavenna reichen bis in die aragonesische Zeit zurück, als sich eine slawische Kolonie mit der örtlichen Bevölkerung zusammenschloss und den Ort begründete. Diese Verbindung aus Landschaft, Festkultur und überlieferten Bauwerken macht Tavenna zu einem vielseitigen Ziel für Ihre individuelle Italienreise.
Weitere Orte in der Umgebung entdecken
Ergänzend können Sie Castelbottaccio, San Martino In Pensilis, Bojano, Montefalcone nel Sannio, Acquaviva Collecroce, Petacciato, Guglionesi und San Massimo als weitere Reiseziele betrachten.
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