Montecilfone: Arbëreshë-Kultur, Feste und Hügellandschaft

Montecilfone zwischen Arbëreshë-Kultur und Hügellandschaft

Montecilfone bewahrt auch Jahrhunderte später die albanische Sprache und Traditionen. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gehörte der Ort zu den italienischen Orten, an denen sich albanische Flüchtlinge niederließen. In Montecilfone gibt es außerdem eine zweisprachige Toponymie. Die sprachliche Besonderheit bleibt damit nicht auf überlieferte Traditionen beschränkt: Auch die Ortsbezeichnungen treten in zwei Sprachen auf.

Religiöses Erbe in der Parrocchia San Giorgio Martire

Ein wichtiger kultureller Bezugspunkt ist die Parrocchia San Giorgio Martire. Sie war früher eine dreischiffige Kirche, in der der griechisch-orthodoxe Ritus ausgeübt wurde. Im ornamentierten Fenster über dem Altar ist das Bildnis der Madonna Grande „Shemrja Madhe“ zu sehen.

Waldwege im Bosco Comunale Corundoli

Auch die Landschaft rund um Montecilfone bietet einen eigenständigen Schwerpunkt. Der Bosco Comunale Corundoli umfasst etwa 80 Hektar hügeligen Laubwald. Vorherrschend sind Flaumeiche, Zerreiche und Steineiche. Im Bosco Corundoli gibt es Wege, die zu Fuß oder mit dem Mountainbike genutzt werden können. Die Baumarten und die Wegnutzung prägen dabei unterschiedliche Seiten dieses Waldgebiets.

Feste mit religiösen und gemeinschaftlichen Bezügen

Dem Festa patronale di San Giorgio Martire geht am 22. April eine traditionelle Kirmes voraus. Das Fest umfasst eine Messe, eine Prozession, eine Aufführung auf dem Platz und ein Feuerwerk. Die Feier vereint kirchliche und öffentliche Elemente. Beim Falò di San Giuseppe werden in den Straßen und auf den Plätzen zu Ehren des Heiligen Feuer entzündet. Das dafür verwendete Holz sammeln Jugendliche und Kinder des Ortes auf dem Land. In den Ortsteilen rund um die Feuer bieten die Bewohner Süßigkeiten und Wein an.

Lokale Küche und Sommerveranstaltungen

Die Sagra delle Drocchie findet am 14. August statt und wird seit mehr als 15 Jahren veranstaltet. Bei dieser Veranstaltung wird ein typisches Fusilli-Gericht in Terrakottaschalen serviert, dazu Wein in kleinen, originellen Krügen.

Die albanische Sommerveranstaltung „Arbëreshëstate“ erstreckt sich von der letzten Juliwoche bis Ende August. Im August wird außerdem die „Rievocazione dei Carri di S. Antonio da Padova“ mit einer Parade geschmückter Wagen vom Comitato dei Carristi organisiert. Die Sommertermine verteilen sich damit über mehrere Wochen: Arbëreshëstate beginnt in der letzten Juliwoche und reicht bis Ende August, während die Wagenparade im August stattfindet.

Höhlen in den Hügeln von Montecilfone

Die Hügel von Montecilfone weisen zahlreiche natürliche Höhlen und Hohlräume auf, die noch nicht alle für Menschen zugänglich sind. Neben dem Wald gehören auch natürliche Hohlräume zum Landschaftsbild der Hügel.

Weitere Reiseziele: San Massimo, Ferrazzano, Guardiaregia, Montefalcone nel Sannio, Montorio nei Frentani, Sepino, Castropignano, Lido Campomarino.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Campobasso.

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