Ploaghe: Kirchen, Kunst und nuraghische Spuren
Ploaghe verbindet eine vulkanisch geprägte Landschaft mit sakralen Bauten und nuraghischen Spuren. Der Ort liegt am Südwesthang des Monte San Matteo, eines seit Jahrtausenden erloschenen Vulkans im Logudoro. Zur Landschaft gehören Mauern vulkanischen Ursprungs sowie aus der nuraghischen Kultur überlieferte megalithische Mauern. Naturgeschichte und frühe Kultur erscheinen hier als zwei miteinander verbundene Ebenen des Ortes.
Nuraghische Landschaft und Ausflüge
In Ploaghe gibt es etwa 76 nuraghische Siedlungen. Sie liegen größtenteils auf Hochebenen, die als echte nuraghische Dörfer gelten. Für Ausflüge und Wanderungen gibt es in Ploaghe geeignete Orte. Wer gern zu Fuß unterwegs ist und zugleich historische Zusammenhänge sucht, findet hier daher zwei Interessenfelder am selben Reiseziel. Die Hochebenen geben der Siedlungsgeschichte dabei einen deutlich landschaftlichen Rahmen.
Sakralbauten mit Geschichte
San Pietro Apostolo war von 1090 bis 1503 die Kathedrale der mittelalterlichen Diözese Ploaghe. Ihr Grundriss stammt aus dem 15. Jahrhundert; die Kirche war zweischiffig und im spätgotischen Stil ausgeführt. Ende des 17. Jahrhunderts wurde ein drittes Schiff hinzugefügt, das dem ursprünglichen Stil nachempfunden ist. Die zeitliche Abfolge macht San Pietro Apostolo für einen kulturgeschichtlichen Blick besonders interessant.
Das Heiligtum San Michele di Salvenero wurde Ende des 11. Jahrhunderts errichtet. Um die Kirche sind die Ruinen des früheren Klosters des Vallombrosanerordens erhalten. Das Kapuzinerkloster von Ploaghe wurde 1651 gegründet und 1659 zusammen mit der Kirche eingeweiht. Die Funtana Manna ist ein monumentales Becken aus behauenen Steinwänden und folgt dem Modell des Sassareser Brunnens Rosello aus dem 17. Jahrhundert.
Kunst, Inschriften und Handwerk
Die Pinakothek von Ploaghe im Oratorio del Rosario umfasst Gemälde aus dem 14. bis 19. Jahrhundert. Sie stammen aus der Sammlung des Kanonikers Giovanni Spano aus dem 19. Jahrhundert. Der Monumentalfriedhof von Ploaghe bewahrt 39 in Logudoresisch und drei in Italienisch verfasste Grabinschriften auf weißen Marmortafeln. Der Friedhof liegt in der Nähe der Kirche San Paolo. So verbinden sich Kunst, Schrift und sakrale Orte zu unterschiedlichen kulturellen Schwerpunkten.
Bei den handgefertigten Teppichen aus Ploaghe wurden und werden die Farben vor Ort aus wild wachsenden Pflanzen gewonnen. Zu diesen Pflanzen zählen Safran, Erle, Granatapfelschale, Mastixblätter und Holunderblüten. Die pflanzliche Herkunft der Farbstoffe stellt einen klaren Bezug zwischen Handwerk und Landschaft her.
Bräuche der Karwoche und Ostern
Zur Karwoche in Ploaghe gehören am Karfreitag in der Kirche San Pietro die Kreuzigungszeremonie „ingravamentu“ und anschließend die Zeremonie „des'isgravamentu“, bei der das Kreuz abgenommen wird. Am Ostersonntag treffen sich die von Mitgliedern der örtlichen Bruderschaften getragenen Statuen des auferstandenen Christus und der Madonna im Ritus „s’incontru“. Diese Riten geben den Tagen der Karwoche und des Osterfestes eine konkrete religiöse Form.
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