Furtei: Ostertraditionen, Kirchen und archäologische Spuren

Furtei zwischen Festtradition und Archäologie

Furtei verbindet religiöse Festtraditionen mit archäologischen und kirchengeschichtlichen Spuren. Für Sie entsteht so ein Reiseziel, dessen Charakter sich über Osterbräuche, Nuraghen, römische Zeugnisse und Sakralbauten aus verschiedenen Epochen erschließt. Bei der Planung ist außerdem die unterschiedliche Zugänglichkeit einzelner Kirchen wichtig.

Religiöse Feste mit eigener Sprache

Nach der Karfreitagsliturgie wird in Furtei mit Su Scravamentu die Passion und der Tod Jesu in einer von Einwohnern dargestellten szenischen Aufführung nachvollzogen; anschließend folgt eine Prozession. Bei S'Incontru werden zu Ostern die Bildnisse des auferstandenen Christus und der trauernden Madonna zusammengeführt, bevor eine Prozession zur Kirche Santa Barbara stattfindet. Wenn Sie diese Traditionen erleben möchten, richten Sie Ihre Reiseplanung auf Karfreitag beziehungsweise Ostern aus.

Bei der Feier des heiligen Narciso in einer Kapelle aus dem 13. Jahrhundert wird der Rosenkranz abwechselnd von Männern und Frauen auf Campidanesisch-Sardisch gesungen. Anschließend werden die ebenfalls auf Campidanesisch-Sardisch vorgetragenen Is Coggius dargeboten. Zum Fest gehört außerdem eine Verkostung gerösteter Kastanien und neuen Weins. Die Feier verbindet damit liturgische, sprachliche und kulinarische Elemente.

Archäologische Schichten und historische Orte

Fünf Nuraghen sind in Furtei heute nur noch als Ruinen erhalten: Cummossariu, Bangius, Sa Conca Manna, Noraxiais und Su Bruncu'e Su Senzu. Zwei kleine Bronzeobjekte wurden in den 1950er-Jahren im Hof des Nuraghen Cummossariu gefunden und werden im ersten Stock des Archäologischen Nationalmuseums von Cagliari ausgestellt. Das archäologische Gebiet Is Bangius umfasst die in den 1980er-Jahren freigelegten Überreste eines römischen Thermenkomplexes. Erhaltene Spuren sind am Fundort sichtbar; eine weitere Ausgrabungskampagne, durch die bedeutendere Teile freigelegt werden könnten, steht noch aus.

Die Kirche Santa Maria stammt aus dem Zeitraum vom späten 12. bis zum frühen 13. Jahrhundert und ist wahrscheinlich romanischen Ursprungs. Die Kirche Santa Barbara bewahrt eine Tafel mit der Darstellung der Kreuzigung, die dem Maler Antioco Mainas aus dem 16. Jahrhundert zugeschrieben wird. Die Landkirche San Biagio stammt wahrscheinlich aus der byzantinischen Zeit und war die Pfarrkirche des inzwischen vergessenen ehemaligen Dorfes Nuraxi.

Praktische Orientierung vor Ort

Die Kirche San Narciso ist nur während der Messzeiten oder bei Festen zugänglich und zu besichtigen. Die Landkirche San Biagio ist nicht zugänglich; ihre baulichen Elemente lassen sich jedoch am Eingangstor betrachten. Bei Cuccuru S. Biagio beziehungsweise Santu Brai wandelten die Karthager eine bestehende nuragische Befestigung in eine militärische Anlage um. Der Nuraghe wurde dabei teilweise als zentraler, quadratischer Mastio- oder Turmbau integriert. Die befestigte Anlage lag in der Nähe einer Furt des Flumini Mannu und des Engpasses von Furtei, der den Campidano mit der Marmilla verbindet.

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