Gesturi entdecken: Giara, Nuraghen und sardische Traditionen
Gesturi verbindet die Landschaft der Giara di Gesturi mit sehr früher Baugeschichte, kirchlichen Orten und handwerklichen sowie religiösen Traditionen. Für Sie entsteht ein Reiseziel, in dem Natur, prähistorische Archäologie und die Geschichte des alltäglichen Lebens an konkreten Orten zusammenkommen.
Die Giara di Gesturi: Natur und prähistorische Spuren
Die Giara di Gesturi ist wegen ihres besonderen Pflanzen- und Tierbestands seit 1995 ein Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung. Viele Pflanzen- und Tierarten sind andernorts verschwunden; die isolierte Lage hat diesen Bestand geprägt. Die Giara ist außerdem für eine Wildpferdkolonie bekannt, die als in Europa einzigartig gilt.
Auf der Giara di Gesturi sind ausgedehnte Radtouren durch wilde Natur möglich. Unterwegs liegen Orte, an denen prähistorische Überreste erhalten sind. Die Fondazione Altopiano della Giara organisiert auf der Giara di Gesturi geführte Besichtigungen des Protonuraghen Bruncu Madugui. Damit lassen sich Landschaft und frühe Geschichte in einem Ausflug verbinden.
Kirchen, Ortskern und Alltagsgeschichte
Im historischen Zentrum von Gesturi liegt die Casa di Fra Nicola, wenige Meter von der Pfarrkirche entfernt. In dem Haus sind Möbel und Alltagsgegenstände erhalten, die das häusliche Leben und die bäuerliche Arbeit am Ende des 19. Jahrhunderts veranschaulichen. Die Chiesa di Santa Barbara ist die älteste Kirche in Gesturi. An ihr sind zwei Bausteine mit der Jahreszahl 1473 und der Inschrift „Hoc fecit Badinus“ erhalten.
Ebenfalls im Zentrum von Gesturi steht die Chiesa Parrocchiale di Santa Teresa d’Avila. Ihr Glockenturm ist 30 Meter hoch. Wenige Kilometer von Gesturi entfernt liegt die Chiesa della Madonna d’Itria aus dem Jahr 1620 in einem Wald mit jahrhundertealten Bäumen. Die unterschiedlichen Orte führen von dichtem Ortskern und religiöser Architektur bis in eine bewaldete Umgebung.
Bruncu Madugui und die Anfänge der Nuraghenkultur
Der protonuragische Komplex Bruncu Madugui stammt aus den Anfängen der nuragischen Zivilisation und wird auf das 16. bis 14. Jahrhundert v. Chr. datiert. Bruncu Madugui gilt als Prototyp der architektonischen Typologie der Korridor-Pseudonuraghen. Etwa 100 Meter entfernt liegen die Überreste eines Hüttendorfs. Seine Hütten waren zu Siedlungsblöcken verbunden und ergänzen das Bild der frühen Siedlungsstruktur.
Religiöse Feste und lokale Handarbeit
Die Feierlichkeiten zur Madonna d’Itria beginnen an Pfingsten und dauern drei Tage. Dazu gehört eine Prozession mit von Ochsen gezogenen Traccas, bei der die Marienstatue aus der Pfarrkirche getragen wird. Während des Festes wachen Pilger unter Gesängen und Gebeten über die Statue. Zu den Feierlichkeiten der Karwoche in Gesturi gehören ebenfalls Prozessionen und religiöse Gesänge in sardischer Sprache.
In Gesturi gibt es eine handwerkliche Tradition der Herstellung von Körben aus Mastixstrauch und aus Schilf. In den Agriturismi von Gesturi werden typische Produkte wie Schaf- und Ziegenkäse angeboten. Diese beiden Bereiche geben Ihrer Reise neben Natur und Archäologie auch einen Einblick in lokale Materialien, religiöse Bräuche und regionale Erzeugnisse.
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