Arbus zwischen Costa Verde und Bergbaugeschichte

File:Rio Piscinas and Dunes - Arbus, Sud Sardegna, Italy - August 13, 2020 02.jpg File:Rio Piscinas and Dunes - Arbus, Sud Sardegna, Italy - August 13, 2020 02.jpg Foto: Giorgio Galeotti via Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Arbus verbindet die Weite der Costa Verde mit einer ungewöhnlich dicht überlieferten Bergbaugeschichte. Der Küstenabschnitt der Gemeinde ist 47 Kilometer lang und wechselt zwischen goldenen Sandflächen und Steilküsten. Wenn Sie für Ihre Sardinienreise einen Ort mit Meer, Landschaft, Museen und historischen Schauplätzen suchen, eröffnet Arbus sehr unterschiedliche Eindrücke.

Strände, Dünen und Küstenlandschaften

Die Spiaggia di Piscinas ist ein abgelegener Strand mit sehr hohen Dünen aus feinem, goldenem Sand. Sie zählen zu den höchsten Europas und werden weiterhin vom Mistral geformt. Erreichbar ist Piscinas entweder über Guspini und die Bergbauroute oder von Arbus in Richtung Ingurtosu und anschließend Piscinas. An der Spiaggia di Funtanazza erwarten Sie hellgoldener Sand mittlerer Körnung und flache Meeresböden, die sich für das Spielen von Kindern eignen. Südlich von Funtanazza bis zur Abfahrt Punta Sa Cabada Bianca verläuft ein geologischer Weg von außergewöhnlicher Bedeutung mit Fossilien. Die Meeresböden vor Capo Pecora werden von Tauchern und Anhängern des Unterwasserfischens besonders geschätzt. Zur Oasi WWF di Scivu gehören im Gebiet der Gemeinde Arbus etwa 600 Hektar Küstenlandschaft; darin liegt auch der Nuraghe di Scivu. Im Frühjahr bietet die Costa Verde zudem Bedingungen zum Surfen mit Wellen, auf denen Surfer reiten können.

Bergbaugeschichte zwischen Ingurtosu und Montevecchio

Das verlassene Bergbaudorf Ingurtosu war früher Verwaltungszentrum der Minen von Ingurtosu und Gennamari. Die Mine von Ingurtosu und die Mine von Montevecchio gehören jeweils zu den acht Bergbaustätten des Parco Geominerario Storico Ambientale della Sardegna, der 1997 von der UNESCO anerkannt wurde. Montevecchio ist ein bedeutendes Beispiel der Industriearchäologie und bewahrt Bergbau-Lagerhäuser, Erzaufbereitungsanlagen, Schächte, Unterkünfte der Arbeiter und Angestellten sowie das Direktionsgebäude. Der Ort liegt in einem Wald aus Steineichen, Flaumeichen und Korkeichen; Sardische Hirsche können dort in der Dämmerung und im Morgengrauen bis in das Dorf gelangen. Das restaurierte Bergbaugelände Pozzo Gal beherbergt ein multimediales Museum. Das dortige Museum zur Erinnerung an den Bergbau umfasst fünf Räume und erzählt mit interaktiven Videotafeln von den Bergleuten und ihren Familien, die dort arbeiteten und lebten. Pozzo Amsicora ist ein restauriertes Zeugnis der Bergbauarchäologie innerhalb des Bergbaugeländes von Telle im Montevecchio-Komplex. Der Ort steht außerdem für die lokalen Arbeitskämpfe: 1991 besetzten etwa 86 Arbeiter den Schacht und blieben ungefähr 27 Tage dort.

Museen, Kirchen und historische Gebäude

Im Museo del Coltello Sardo wird in vier Sälen das Erbe sardischer Klingen und die Geschichte der Messerschmiedekunst vermittelt. Zum Besuch gehören Filme über die Techniken der Messerherstellung und Führungen, bei denen Mastro Pusceddu gelegentlich live ein Messer anfertigt. Das Museo Etnografico Antonio Corda bewahrt das Kulturerbe des bäuerlichen Lebens mit Gegenständen, Werkzeugen, Einrichtungsgegenständen und rekonstruierten traditionellen Innenräumen. Das Museo dei Diorami zeigt Dioramen zum Leben im Bergbau in verschiedenen Epochen und vermittelt diese Inhalte in einem eigens entwickelten Bildungsrundgang. Im Museo Mineralogico sehen Sie eine umfangreiche Mineraliensammlung, die überwiegend aus der Mine von Montevecchio stammt und durch Stücke aus anderen sardischen, italienischen und ausländischen Minen ergänzt wird. Das archäologische Gelände von San Lussorio umfasst römisch-kaiserzeitliche Thermen und eine Nekropole sowie einen Friedhof und eine Kirche aus der spanischen Zeit, die mindestens aus dem 17. Jahrhundert stammen. Die Chiesa di Santa Barbara in Ingurtosu wurde 1916 als der Schutzpatronin der Bergleute geweihte Kirche eingeweiht und besitzt drei Kirchenschiffe sowie einen Glockenturm. Der Palazzo della Direzione Ingurtosu ist ein um 1870 errichtetes neomittelalterliches Verwaltungsgebäude des Bergbaus. Im Zentrum von Arbus liegt an der Piazza Immacolata das historisch wertvolle Montegranatico. Es beherbergt das Informationszentrum und dient als Veranstaltungsort für zahlreiche Wechselausstellungen.

Berge, Wege und persönliche Schwerpunkte

Der 784 Meter hohe Monte Arcuentu ist ein vulkanisches Massiv mit Steineichenwäldern und Lebensräumen für Sardische Hirsche, Wildschweine, Greifvögel und weitere Wildtiere. Auf unbefestigten Wegen und Pfaden ist dort Trekking möglich, darunter auf dem CAI-Weg 192 von Montevecchio ab dem Ort Sa Tanca. Ein Kreuzweg führt von der Chiesa di Santa Barbara auf einem von mediterraner Vegetation gesäumten Pfad zu einem natürlichen Felskomplex mit drei Kreuzen des Kalvarienbergs. Für einen Besuch von Pozzo Amsicora können Sie das CEAS Ingurtosu kontaktieren. Das CEAS organisiert naturkundliche und kulturelle Ausflüge, betreut Museen und bergbauarchäologische Stätten und bietet touristische Informationen in den Bergbaudörfern Montevecchio und Ingurtosu an. So können Sie bei der Wahl Ihres Hotels in Arbus den Schwerpunkt Ihrer Tage zwischen Küste, Bergbaugeschichte, Natur und kulturellen Besichtigungen setzen.

Für die weitere Sardinienplanung können Sie außerdem Turri, Sardara, Villanovaforru, Lunamatrona, Ingurtosu, Sanluri, Gonnosfanadiga und Furtei erkunden.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Medio Campidano.

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