Tarent zwischen Mar Grande und Mar Piccolo: Kultur und Küste
Taranto, auf Deutsch Tarent, liegt zwischen dem Mar Grande und dem Mar Piccolo. In der Stadt treffen Zeugnisse der griechischen Kolonie auf Sakralbauten, Museen und historische Anlagen. Zu den konkreten Anlaufpunkten zählen Museen und Sakralbauten in Taranto, die Strände der Westküste und die Palude La Vela am Mar Piccolo.
Küstenlandschaften und maritimer Charakter
Im Mar Piccolo wird seit Jahrhunderten in großem Maßstab Muschelzucht betrieben. Das Mar Grande bei den Cheradi-Inseln beherbergt Delfine, andere Wale und Delfinartige, Kolonien von Seepferdchen sowie rosa Flamingos. Auch die Küsten selbst zeigen verschiedene Seiten: Die Westküste von Taranto besitzt breite Strände, während die Ostküste hohe Dünen, mediterrane Macchia, niedrige Felsen und zahlreiche Buchten miteinander verbindet. Damit lässt sich die Landschaft nicht auf einen einzigen Küstentyp reduzieren.
Ein prägnanter Blick auf die beiden Meeresbereiche ergibt sich an der Ponte di Pietra. Die Brücke trägt auch die Namen Ponte Sant’Egidio Maria da Taranto und Ponte di Porta Napoli. Sie ist 115 Meter lang, besitzt drei Bögen und wurde 1883 erbaut. Von hier aus bieten sich Ausblicke auf das Mar Piccolo und das Mar Grande. Stadtbusse halten in kurzer Entfernung von der Ponte di Pietra. Die Ponte Girevole wurde 1887 eingeweiht und vom Inneren des Castello Aragonese aus bedient.
Historische Bauwerke in der Stadt
Das Castello Aragonese nimmt die äußerste Südspitze der Insel ein, auf der sich die Altstadt von Taranto befindet. Die Anlage besitzt einen quadratischen Grundriss mit einem großen Innenhof. Das Castello wurde 1492 eingeweiht und bewahrt vier Türme: San Cristoforo, San Lorenzo, dell’Annunziata und della Bandiera. Eine Besichtigung ist nur im Rahmen kostenloser Führungen möglich, die im Voraus reserviert werden müssen.
Die Basilica Cattedrale di San Cataldo ist die älteste Kathedrale in Apulien. In ihrem Mittelschiff finden sich griechische und römische Säulen und Kapitelle, Spuren eines mittelalterlichen Bodenmosaiks sowie eine prächtige hölzerne Kassettendecke mit Goldverzierung. Unter dem Hauptaltar befindet sich eine Krypta aus dem 10. Jahrhundert, die mit Fresken aus verschiedenen Epochen ausgeschmückt ist.
Das Kloster San Domenico stammt in seiner heutigen Gestalt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Im Kreuzgang sind Fundamente eines griechischen Tempels erhalten, der im 6. Jahrhundert v. Chr. auf der Akropolis der griechischen Kolonie Taranto errichtet wurde. Die Colonne del Tempio Dorico wiederum sind erhaltene Reste eines Tempels der Magna Graecia aus dem frühen 6. Jahrhundert v. Chr. Sie befinden sich im Freien, sind kostenlos zugänglich und haben keine festgelegten Besuchszeiten.
Museen zwischen Archäologie und Alltagskultur
Die Ausstellung des MArTA zeichnet die Geschichte Tarantos und seines Gebiets von der Vorgeschichte bis zum frühen Mittelalter nach. Das Museum zeigt außerdem eine der größten Sammlungen von Artefakten aus der Magna Graecia, darunter die berühmten Goldfunde von Taranto. Im historischen Zentrum befindet sich das Museo Etnografico Alfredo Majorano im Palazzo Pantaleo aus dem 18. Jahrhundert. Es dokumentiert den Tarantismus und lokale Traditionen anhand von Objekten aus den Bereichen Meer, Land, traditionelle Berufe, Spiel und religiöse Frömmigkeit.
Das MuDi, das Museo Diocesano di Taranto, befindet sich in der Altstadt von Taranto hinter der Basilica Cattedrale di San Cataldo. Seine Dauerausstellung ist in sieben thematische Bereiche auf drei Ebenen gegliedert und zeigt mehr als 350 Werke. Zu sehen sind Silber- und Goldobjekte, die größtenteils aus dem sogenannten Tesoro di San Cataldo stammen. Das Museo Dal Mare bietet interaktive Workshops und pädagogische Aktivitäten zur Seefahrt und Navigation an.
Das Ipogeo Funerario besteht aus zwei Räumen, die Bereiche wiederverwenden, die in griechischer Zeit aus dem Fels herausgearbeitet wurden. In den Wänden des zweiten Raums befinden sich Öffnungen, die wahrscheinlich einer frühchristlichen oder byzantinischen Bestattung dienten. Das Ipogeo wird im Allgemeinen im Rahmen von Führungen besichtigt, die nach Anmeldung organisiert werden. Der nahegelegene Parco Archeologico di Saturo liegt in der Umgebung von Taranto an der ionischen Küste und bietet zwei Wege, auf denen sich die Geschichte von Saturo von der Zeit des 2. Jahrtausends v. Chr. bis zu den Eingriffen der Gegenwart erkunden lässt.
Feuchtgebiete und Wege durch die Umgebung
Die WWF-Oase Palude La Vela ist ein etwa sieben Hektar großes geschütztes Feuchtgebiet am Mar Piccolo in der Umgebung von Taranto. Sie beherbergt zahlreiche standorttreue und ziehende Vogelarten, darunter Reiher, Flamingos, Fischadler und den seltenen Stelzenläufer. Die Giardini di Piazza Garibaldi sind eine kostenlos zugängliche Grünanlage im Zentrum von Taranto. Sie sind vom historischen Zentrum aus zu Fuß erreichbar; in ihrer Nähe halten öffentliche Verkehrsmittel.
Besondere Traditionen und praktische Planung
Eine eigene zeitliche Prägung hat die Wallfahrt von Taranto. Sie beginnt am Gründonnerstag um 15 Uhr: Die Mitglieder der Bruderschaft gehen barfuß zu den Kirchen des Borgo und der Città Vecchia und kehren gegen Mitternacht in die Carmine-Kirche zurück. Die Wallfahrt der Bruderschaft del Carmine besteht mindestens seit dem 16. Jahrhundert. Seit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ist sie die einzige von den Tarenter Bruderschaften bewahrte Tradition dieser Art.
Für die Auswahl eines Hotels in Tarent können Sie zunächst festlegen, welcher Schwerpunkt Ihren Aufenthalt bestimmen soll: die Museen und Sakralbauten der Stadt, die unterschiedlichen Küstenlandschaften, die Natur am Mar Piccolo oder ein Ausflug in die archäologische Geschichte an der ionischen Küste. Das MuDi ist mit den Buslinien 27 und 354.A03 sowie mit dem Zugverkehr R. erreichbar.
Weitere Orte in der Umgebung: Manduria, Taranto, Pulsano, Martina Franca, Marina Di Ginosa, Uggiano Montefusco, Specchiarica, Ginosa, Crispiano, Lizzano, Castellaneta Marina, San Marzano di San Giuseppe, Grottaglie, Talsano, Massafra, Lido Azzurro, Roccaforzata, Faggiano, Librari, Palagianello, Mottola, San Pietro In Bevagna, San Giorgio Ionico, Torre Columena, Monteparano, Laterza, Torricella, Marina Di Pulsano, Sava, Maruggio, Palagiano, Avetrana, Lido Chiatona-stazione di Palagiano, Monteiasi, Castellaneta, Leporano, Monacizzo, Marina di Lizzano.
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