Castellaneta entdecken: Felsenkultur, Gravinen und lokale Küche
Castellaneta verbindet rupestrische Kultur mit historischen Sakralbauten und regionaler Küche. Das Naturschutzgebiet Montecamplo ist ein Gebiet von erheblichem archäologischem und naturkundlichem Interesse. Seit prähistorischer Zeit nutzte die rupestrische Kultur im Gebiet von Castellaneta natürliche Hohlräume im Tuffgestein zu Wohn- und Kultzwecken.
Gravinen, Felsensiedlungen und Kirchen
Die rupestrische Siedlungskultur in Castellaneta erreichte ab dem Ende des 9. Jahrhunderts im Rahmen der zweiten byzantinischen Kolonisation und der starken Ausbreitung des italo-griechischen Mönchtums ihre größte Ausdehnung. Santa Maria del Pesco liegt am Rand der Gravina di Castellaneta. Santa Maria di Costantinopoli ist eine rupestrische Siedlung aus dem 9. bis 10. Jahrhundert in der Gravina di Coriglione.
Auch Santo Stefano gehört zu den markanten Zeugnissen der Felsensiedlungskultur. Die rupestrische Siedlung aus dem 14. Jahrhundert besitzt erhaltene Fresken, die dem heiligen Stephanus und dem heiligen Nikolaus gewidmet sind. Die rupestrische Stätte San Michele Arcangelo in der Gravina di Santo Stefano besitzt Fresken aus dem 12. Jahrhundert, die den heiligen Michael und eine Madonna mit Kind darstellen. So begegnen Ihnen in Castellaneta unterschiedliche Epochen und religiöse Bildwelten innerhalb der Gravinenlandschaft.
Im historischen Zentrum steht die Kathedrale von Castellaneta am Rand der Gravina Grande und am höchsten Punkt des historischen Zentrums. Sie ist Santa Maria Assunta geweiht und besitzt drei Schiffe mit jeweils einer Apsis. Das Hauptschiff ist von einer kostbaren, verzierten Holzdecke bedeckt. Einen weiteren architektonischen Akzent setzt die Kirche San Michele Arcangelo: Sie wurde 1696 von dem Architekten und reformierten Mönch Niccolò Melelli aus Lequile entworfen; der Bau wurde drei Jahre später abgeschlossen.
Rodolfo Valentino und die Stadtkultur
Castellaneta widmet sich mit dem Museo Rodolfo Valentino MUV auch einer bekannten Persönlichkeit der Filmgeschichte. Ausstellungstafeln im Saal des „Grande Amatore“ vermitteln das Leben, die verführerische Ausstrahlung und die ikonischen Rollen Rodolfo Valentinos. Zum Museum gehören außerdem 35 Filmplakate und eine Rekonstruktion des Filmsets von „Il figlio dello Sceicco“.
Typische Küche aus Castellaneta
Die lokale Küche zeigt sich in einfachen Gerichten mit klaren Zutaten. „A ciallèdd“ besteht aus trockenem Brot, das in Wasser eingeweicht und mit nativem Olivenöl extra, Knoblauch, Oregano und Tomate gewürzt wird. „Le friselle“ gelten in Castellaneta als verfeinerte Variante von „a ciallèdd“.
Die lokale Focaccia wird heiß gegessen, sobald sie frisch aus dem Ofen kommt. „U calzon“ ist ein Gericht des Karfreitags: eine Focaccia aus Mürbeteig, gefüllt mit geschmorten Zwiebeln, entsteinten Oliven, Kapern, Rosinen und Sardellenfilets. Als typisches Produkt der lokalen Küche wird die fermentierte Ricotta forte „asckuant“ als Würzbeilage für Pasta, Hülsenfrüchte, geröstetes Brot, Focaccia und frittierte Panzerotti verwendet.
Landschaftliche Verbindung über den Tratturo
Im Gebiet von Castellaneta umfasst der Tratturo Melfi–Castellaneta einen Abschnitt mit einem Naturgebiet bei der Gravina di Santo Stefano und der Gravina di Montecamplo.
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