Patù: Vereto, Kirchen und geschützte Landschaft
Patù lässt sich über sichtbare Spuren verschiedener Epochen entdecken. Zwischen Centopietre, den antiken Zeugnissen von Vereto, Kirchen und geschützter Landschaft entsteht ein konzentriertes Kulturerlebnis für Reisende, die den Charakter eines Ortes über seine Bauwerke und historischen Bezüge verstehen möchten.
Centopietre und Vereto
Im Mittelpunkt steht Centopietre. Das Bauwerk war ursprünglich ein funeräres Monument, ein Heroon, und wurde aus einhundert behauenen Steinblöcken aus den Ruinen von Vereto errichtet. 1873 wurde es als Nationalmonument zweiter Klasse eingestuft. Im Inneren bewahrt Centopietre schwache Spuren byzantinischer Fresken aus dem 11. bis 16. Jahrhundert. Sie zeigen dreizehn aufrecht und frontal dargestellte Heilige östlicher Herkunft nach einem vom Basilianischen inspirierten Schema.
Der Bezug zu Vereto reicht weit zurück: Die antike messapische Stadt ist seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. bekannt. Ihre mächtige Befestigungsmauer erstreckte sich über mehr als vier Kilometer. Während der römischen Eroberung wurde Vereto im 3. Jahrhundert v. Sitz eines Municipiums und einer Münzstätte und 106 n. zusammen mit anderen messapischen Zentren wie Ugento und Vaste in die Via Traiana einbezogen.
Kirchen mit unterschiedlichen historischen Schichten
Die Chiesa di San Giovanni Battista stammt aus dem 10. Jahrhundert und gilt als eines der charakteristischsten Beispiele der apulischen romanischen Kunst. Sie erinnert außerdem an die Schlacht zwischen Christen und Mauren am 24. Juni 877. Die alte Pfarrkirche Chiesa di San Michele Arcangelo wurde 1564 nach einem Entwurf des Architekten Francesco Centolanze aus Nardò errichtet. Die Chiesa della Madonna di Vereto entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch Fürst Zunica, den Herrn von Alessano; von ihren Innenfresken sind heute nur noch Spuren erhalten.
Palazzo Romano und lokale Erinnerung
Eine andere architektonische Facette zeigt Palazzo Romano. Sein Portikus im dorischen Stil mit toskanischen Säulen führt zu einem runden Saal mit Kuppelgewölbe und einer achteckigen Laterne aus Eisen und Glas. Palazzo Romano ist Sitz des IAT (Ufficio Informazione e Accoglienza Turistica), des Ecomuseo di Vereto, der Gemeindebibliothek und des städtischen archäologischen Museums. Damit treffen in einem Bauwerk repräsentative Architektur, touristische Information, lokale Erinnerung und archäologische Themen aufeinander.
Landschaft und Befestigung
Zum Charakter von Patù gehört auch das gesamte Gemeindegebiet, das wegen seiner von Mittelmeermacchia und lokalen Pflanzenarten geprägten natürlichen Zusammensetzung sowie wegen antiker Monumente von ästhetischem und traditionsbezogenem Wert unter Landschaftsschutz steht. Zu diesen Monumenten zählen die Pajare. Beim Castello di Patù ist der letzte von vier Ecktürmen erhalten; Mauervorlagen verbanden die Türme und bildeten die Burgmauern. Die Befestigung stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Patù als Reiseentscheidung
Für die Anreise lässt sich die Weiterfahrt mit den Ferrovie Sud Est bis Barbarano del Capo einplanen. Wenn Sie ein Hotel in Patù auswählen, können Sie Ihre Entscheidung an den Themen ausrichten, die Sie vor Ort vertiefen möchten: an der Geschichte von Vereto, an romanischer und späterer Sakralarchitektur, an den archäologischen Themen im Museum oder an der geschützten Landschaft.
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