Cavallino im Salento: Messapische Geschichte und Architektur
Cavallino liegt im Salento etwa 5 Kilometer südlich der barocken Pracht von Lecce. Der Ort verbindet messapische Vergangenheit, Renaissancearchitektur und eine ländliche Kulturlandschaft.
Messapische Geschichte und Museen
Das Museo Diffuso di Cavallino wurde 2003 auf dem Gelände einer bedeutenden messapischen Siedlung eröffnet. Entdeckt wurde diese Siedlung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Sigismondo Castromediano. 2015 wurde das Museo als Ecomuseum von regionalem Interesse anerkannt. Das MUDI – Museo Didattico Archeologico wurde ebenfalls 2015 in einem von der Gemeinde sanierten ehemaligen Kindergarten eröffnet. Das MUDI vermittelt die Geschichte der Messapier, die in der Siedlung von Cavallino lebten.
Ländliche Kulturlandschaft
Das Museo Diffuso di Cavallino bewahrt außerdem eine ländliche Kulturlandschaft mit Trockenmauern und spontaner Vegetation. Trockenmauern bestehen aus aufgeschichteten Steinen und bilden sichtbare Begrenzungen in der Landschaft. Spontane Vegetation bezeichnet Pflanzen, die ohne formale Anlage aufkommen. Cavallino kann zudem im Rahmen der „Itinerari del cielo“ erkundet werden.
Palastarchitektur und Renaissance
Das Castello Ducale Castromediano-Limburg wurde im 17. Jahrhundert in einen Herzogspalast und den Wohnsitz der Herzöge Castromediano-Limburg umgewandelt. Zuvor war es zwischen 1565 und 1578 sowie im 17. Jahrhundert baulich erweitert und umgestaltet worden. Auf dem Hauptplatz bewahrt der feudale Palast der Familie Castromediano einige originale Bauteile im Renaissancestil, darunter eine Fassade und eine Loggia mit Balustraden. Eine Loggia ist ein überdachter, nach außen geöffneter Bauteil; eine Balustrade besteht aus gegliederten Stützen und bildet eine Brüstung. Eine Fassade bezeichnet die äußere Ansichtsseite eines Gebäudes. Als Herzogspalast wird ein herrschaftlicher Wohn- und Repräsentationsbau der jeweiligen Zeit bezeichnet.
Die Renaissancefassade des Ex Convento und die Renaissancebauteile des Palasts sind zwei konkrete architektonische Beispiele in Cavallino.
Kirchen, Kloster und Befestigung
Die Chiesa Maria Ss. Assunta stammt aus dem 16. Jahrhundert. Das Ex Convento dei Padri Domenicani besitzt eine Fassade im Renaissancestil und gruppiert sich um einen Kreuzgang aus Lecceser Stein, der für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt wird. Ein Kreuzgang bezeichnet einen um einen Innenhof geführten Umgang; seine Form unterscheidet ihn von den geschlossenen Erdgeschossräumen. Im Erdgeschoss des Ex Convento können das frühere Refektorium, die Küche, das Sprechzimmer und weitere Diensträume besichtigt werden, in denen sich der Alltag der Brüder abspielte. Ein Refektorium ist der Speiseraum eines Klosters. Neben dem Kloster besitzt die Kirche San Nicolò e San Domenico einen longitudinalen Grundriss mit drei Schiffen. Ein longitudinaler Grundriss richtet die Raumfolge entlang einer Längsachse aus; drei Schiffe gliedern den Kirchenraum. Im Kirchenbau bezeichnet ein Schiff einen längs gerichteten Raumteil. Das Nordosttor ist das am besten erhaltene Tor der Befestigungsanlage von Cavallino. Ein Tor der Befestigungsanlage markiert eine Öffnung in der Verteidigungslinie.
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