Muro Leccese entdecken: Messapische Spuren und Kirchenkunst
Messapische Spuren im Ortsbild
Muro Leccese verbindet messapische Geschichte mit Kirchen, Museen und historischen Wegen. Ein markantes Beispiel ist der Menhir Trice: Er ist 430 Zentimeter hoch und steht auf dem gleichnamigen Platz nahe der byzantinischen Kirche Santa Marina. Die Mura Messapiche sind als archäologisches Freilichtareal für alle zugänglich und machen einen frühen Abschnitt der Ortsgeschichte unmittelbar erfahrbar.
Im Museo Diffuso di Borgo Terra sehen Sie Gegenstände, Keramiken und Gebrauchsgegenstände aus der messapischen Epoche, dem Mittelalter und der Renaissance. Das Museum bietet Führungen in Brailleschrift, Audioguides für blinde und sehbehinderte Besucher sowie ein taktiles Erlebnis. Der Zugang erfolgt über die Piazza del Popolo; dort gibt es eine Zugangsrampe. Damit lässt sich der Museumsbesuch auch unter dem Gesichtspunkt unterschiedlicher Bedürfnisse planen.
Palazzo und Kirchen aus mehreren Epochen
Die unterirdischen Räume des Palazzo del Principe führen in einen anderen Teil der Ortsgeschichte. Dort befinden sich große monolithische Behälter aus Lecceser Stein zur Aufbewahrung von Öl. Hinzu kommen Schießscharten zur Verteidigung der Burg aus dem 16. Jahrhundert sowie ein Gefängnisraum mit Graffiti und Ritzungen von Gefangenen. Die Räume bewahren damit konkrete Spuren von Versorgung, Verteidigung und Haft.
Die Chiesa dell’Annunziata wurde zwischen 1680 und 1693 über einem älteren, kleineren Sakralbau errichtet. Ihr Innenraum besitzt drei Schiffe und ein kurzes Querschiff, ein Sterngewölbe sowie einen Hauptaltar aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Dieser Altar stammt aus der Kirche des Dominikanerklosters. An der Chiesa di Santa Maria di Miggiano zeigt sich eine ältere architektonische Schicht: Sie ist ein byzantinischer Bau aus dem 14. bis 16. Jahrhundert und das einzige erhaltene Zeugnis des antiken Weilers Miggiano. Im Inneren bewahrt sie Fresken, die in verschiedenen Epochen zwischen 1300 und 1700 entstanden.
Auch die Chiesa dell’Immacolata steht für eine klar erkennbare Stilphase. Der spätbarocke Bau des 18. Jahrhunderts wurde zwischen 1778 und 1787 errichtet. Im Inneren liegt ein mit Rokokostuck verkleidetes Tonnengewölbe mit Stichkappen; sechs Gemälde zeigen Szenen aus dem Leben der Madonna. Ergänzend gehört das halb unterirdische Frantoio semi-ipogeo dei Protonobilissimo zu den historischen Anlagen des Ortes. Es wurde spätestens im Jahr 1602 errichtet.
Die Chiesa di Santa Marina ist ein bedeutendes Beispiel byzantinischer Architektur. Sie bewahrt einen vor 1087 entstandenen Freskenzyklus, der das Leben und Wirken des heiligen Nikolaus darstellt. Gerade die Verbindung aus byzantinischer Baukunst, mittelalterlichen Fresken und späteren barocken Innenräumen macht Muro Leccese für Reisende interessant, die historische Entwicklungen an konkreten Bauwerken nachvollziehen möchten.
Zu Fuß auf der Via Salentina
Die Via Salentina war eine historische Hauptverbindungsstraße von Muro Leccese nach Maglie und Poggiardo; ihre Ursprünge reichen in die messapische Zeit zurück. Heute wird sie als eine der wichtigsten Straßen im historischen Zentrum von Muro Leccese zu Fuß begangen.
Anreise und weitere historische Orte
Von Lecce liegt Muro Leccese 33 Kilometer mit dem Auto entfernt. Die Anfahrt führt über die SS16 Adriatica bis zur Ausfahrt nach Maglie und anschließend etwa fünf Kilometer ins Landesinnere. Ein weiterer historischer Bezugspunkt liegt im Gebiet des ehemaligen Weilers Brongo: Dort steht die Chiesa del Santissimo Crocifisso di Brongo im heutigen grünen Parco del SS. Crocifisso.
Wenn Sie Ihre Reiseplanung mit weiteren Orten ergänzen möchten, finden Sie hier Nociglia, Casarano, Castro Di Lecce, San Dana, Marina Di Mancaversa, Cutrofiano, Carpignano Salentino und Santa Maria Al Bagno.
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