Taurisano: Kirchen, Trulli und Spuren des Salento

Taurisano verbindet sakrale Baugeschichte, barocke Details und ländliche Formen des Salento zu einem vielseitigen Ortsbild. Besonders anschaulich wird diese Mischung an den Kirchen: Die Chiesa di Maria Santissima della Strada und die Chiesa matrice della Trasfigurazione di Nostro Signore Gesù Cristo bewahren unterschiedliche historische Schichten. Dazu kommen die Casa natale di Giulio Cesare Vanini, Trulli und megalithische Steinmonumente.

Kirchen mit byzantinischen und mittelalterlichen Spuren

Die Chiesa di Maria Santissima della Strada wurde zwischen dem Ende des 13. Jahrhunderts und 1320 erbaut. Ihr Portal besitzt einen Architrav mit der Darstellung der Verkündigung, der als eines der wenigen Beispiele byzantinischer Skulptur in Apulien gilt. Damit treffen an einem einzigen Bauwerk mittelalterliche Entstehungszeit und ein besonders bemerkenswertes skulpturales Detail zusammen.

An der Südseite dieser Kirche ist unter dem Glockenturm aus dem 18. Jahrhundert eine byzantinische Sonnenuhr aus dem 14. Jahrhundert eingelassen. Die genaue Verbindung von Baukörper, Glockenturm und Sonnenuhr macht die Kirche zu einem aussagekräftigen Bezugspunkt für die verschiedenen Zeitstufen, die das Ortsbild von Taurisano prägen.

Barocke Architektur und handwerkliche Tradition

Die Chiesa matrice della Trasfigurazione di Nostro Signore Gesù Cristo wurde 1803 auf den Fundamenten einer abgerissenen Kirche aus dem 16. Jahrhundert errichtet. Ihre Kuppel besteht aus vor Ort gefertigten, mehrfarbig glasierten Fliesen. Hergestellt wurden sie nach einer alten Technik, die für den Salento typisch ist. So wird neben der Baugeschichte auch eine regionale handwerkliche Tradition sichtbar.

Im historischen Zentrum steht die Casa natale di Giulio Cesare Vanini, ein barockes Gebäude mit aufwendig verzierten Türen und Fenstern. Zusammen eröffnen diese Bauwerke unterschiedliche Zugänge zu Taurisano: Sie reichen von mittelalterlichen und byzantinischen Spuren bis zu barocker Formensprache und regionaler Keramikarbeit.

Trulli, Contrade und steinerne Zeugnisse

Die Trulli sind aus Trockenmauerwerk errichtet; örtlich heißen sie „truddhi“. Im Gebiet von Taurisano gibt es etwa vierzig dieser Bauten, die hauptsächlich in den Contrade Acquadolce, Saglietti und Silve konzentriert sind.

Weitere historische Spuren liegen in einer Masseria, die Hinweise auf eine byzantinische Siedlung sowie auf eine befestigte Struktur aufweist, die vermutlich als Verteidigungs- und Überwachungsturm diente. Auch die Specchie gehören zum Bild von Taurisano. Diese megalithischen Steinmonumente haben Ursprünge, die Jahrtausende zurückreichen, und erweitern den kulturellen Blick über die Kirchen und das historische Zentrum hinaus.

Orientierung im Ort und Anreise

Im Zentrum von Taurisano gibt es ein Netz aus sich kreuzenden Straßen und Gassen hinter den Gebäuden. Vom Bahnhof Taurisano-Ugento bestehen tägliche Verbindungen nach Casarano, Nardò, Copertino und Lecce.

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