Vaccarizzo – Kirchen, Geschichte und Berglandschaft
Vaccarizzo zwischen Berglage und historischem Ortskern
Vaccarizzo liegt auf 459 Metern in panoramischer Lage am Fuß des Monte Cozzo Cervello. Im historischen Ortszentrum gehören die Gassen und weiten Plätze zu den Sehenswürdigkeiten.
Kirchen, Portale und frühere Handwerksgeschichte
Die Chiesa di San Francesco zeigt eine schlichte Fassade. Über eine an der Hauptfassade angelegte Treppe gelangt man zum steinernen Portal. Die Chiesa di San Rocco befindet sich im peripheren Bereich von Vaccarizzo. Ihr steinernes Eingangsportal besitzt einen Spitzbogen und eine rechteckige Rahmung. Im Inneren bewahrt die Kirche zahlreiche Holzkonstruktionen von beachtlichem künstlerischem und historischem Wert. Bei einem Aufenthalt mit Interesse an Architektur lassen sich an den beiden Kirchen unterschiedliche Details betrachten: hier die zurückhaltende Fassade und der Zugang, dort Portal und Innenraum.
In Vaccarizzo steht außerdem eine alte Seidenmanufaktur, in der früher Seide produziert und anschließend verkauft wurde. Die Chiesa della Visitazione di Maria Santissima ist die Pfarrkirche von Vaccarizzo di Montalto Uffugo sowie von Parantoro, Santa Maria La Castagna, Caldopiano und Commicelle. Für die heute vereinigten Pfarreien Santa Maria La Castagna und Vaccarizzo sind seit den Relationes ad Limina von 1600 Hinweise überliefert.
Waldenserwege und regionale Wanderbezüge
Vaccarizzo di Montalto gehört zum historischen Netzwerk des Cammino Calabro Valdese, eines Wanderwegs zur Erkundung des kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Erbes der Waldenser in Kalabrien. Im weiteren regionalen Umfeld von Vaccarizzo verläuft der Bergweg von Paola nach Montalto; er trägt den Namen Sentiero del Pellegrino. Wer kulturelle Themen gern mit Bewegung verbindet, kann Vaccarizzo daher sowohl über das waldensergeschichtlich ausgerichtete Wegenetz als auch über den regionalen Bergweg betrachten. Die beiden Bezüge setzen unterschiedliche Schwerpunkte, bleiben aber mit der Geschichte und Landschaft Kalabriens verbunden.
Jüdische und okzitanische Spuren
Zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert siedelte sich in Vaccarizzo eine jüdische Kolonie an, deren Angehörige vermutlich zur Entwicklung des Handels beitrugen. Im 14. Jahrhundert kamen Okzitanen nach Vaccarizzo und blieben dort bis zur Verfolgung in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. So umfasst die Ortsgeschichte sowohl die jüdische Kolonie als auch die okzitanische Ansiedlung und ihre spätere Verfolgung. Diese zeitlichen Bezüge geben kulturinteressierten Besuchern mehrere Ansatzpunkte für die Beschäftigung mit dem Ort.
Ein lokaler Bezug zur Küche
Auch die lokale Küche hat einen konkreten Anknüpfungspunkt: Im Bar di Maria in Vaccarizzo sollen fast täglich Maccarruni zubereitet werden. Dieser kulinarische Bezug ergänzt die Kirchen, Plätze und historischen Themen um einen Einblick in den Alltag des Ortes.
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