Civita zwischen Raganello-Schlucht und arbërescher Kultur

File:Civita Panorama 2016.jpg File:Civita Panorama 2016.jpg Foto: DonGatley via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Civita verbindet einen eindrucksvollen Naturraum mit einer ungewöhnlich vielfältigen Kulturgeschichte. Der Ort liegt innerhalb des Naturschutzgebiets Gole del Raganello und im Herzen eines Nationalparks. Im historischen Zentrum sind die Häuser vollständig aus Stein gebaut. Dadurch begegnen Ihnen hier Landschaft, Ortsstruktur und historische Zeugnisse auf engem thematischem Raum.

Raganello-Tal und Ponte del Diavolo

Die Gole del Raganello beginnen auf 750 Metern nahe der Quelle Lamia und enden nach 13 Kilometern in der Nähe des Ponte del Diavolo. Das Raganello-Tal ist ein tief eingeschnittenes Flusstal mit mehr als 100 Meter hohen Felswänden. Ein markanter Punkt dieses Landschaftsraums ist die einbogige Eselsrückenbrücke Ponte del Diavolo, die am Raganello auf 260 Metern über dem Meeresspiegel liegt. Sie gilt als eine der wichtigsten Attraktionen der Gegend und als guter Aussichtspunkt.

In den Gole del Raganello können Canyoning und Torrentismo betrieben werden. Das Raganello-Tal gilt außerdem als geeignet zur Vogelbeobachtung. Dazu gehören Steinadler, Wanderfalke, Turmfalke und Schmutzgeier. Damit richtet sich Civita nicht nur an kulturinteressierte Reisende, sondern auch an Sie, wenn Sie Schluchten, Felslandschaften und Tierbeobachtung in Ihre Italienreise einbeziehen möchten.

Steinerne Ortsstruktur und arbëresche Spuren

Ein charakteristisches Element des Siedlungsgefüges ist in Civita die „gjitonia“. Gemeint ist eine Mikrostruktur mit einem kleinen Platz, in dem die Gassen zusammenlaufen. Auch die arbëreschen Häuser tragen zur besonderen Ortsgestalt bei: Sie weisen einen großen Kamin namens „vatra“ auf, der aus einer großen Haube mit einem hängenden Backofen besteht.

Kirchen, Kapellen und ältere Siedlungsspuren

Die Chiesa di Santa Maria Assunta wurde in der Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut und besitzt eine spätbarocke Innenausstattung. 1988 wurde dort der lateinische Altar durch eine Ikonostase aus Walnuss- und Olivenholz ersetzt. Die zwölf Ikonen auf dem Gebälk stammen aus einer ikonografischen Schule in Athen und wurden 1992 von Ernesto Kominos gemalt. Die Cappella della Consolazione stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Darüber hinaus gibt es in Civita archäologische Überreste menschlicher Siedlungen aus der Bronzezeit an den Stätten Mater Chiesa und Palmanocera. In den Ortsteilen Piano di San Martino, Spirito Santo und Piano della Chiesa befinden sich Ruinen byzantinischer Kapellen. Diese Orte machen sichtbar, dass die Geschichte Civitas von sehr unterschiedlichen Epochen geprägt ist.

Castello di Kruja

Das Castello di Kruja ist eine im Jahr 2000 errichtete Nachbildung der Burg von Kruja in Albanien. Es beherbergt eine Pinakothek mit Gemälden über Civita und die arbëresche Volksgruppe. Heute dient das Castello di Kruja als Kongresszentrum und bietet einen eindrucksvollen Blick auf den Raganello. Zusammen mit der Chiesa di Santa Maria Assunta, der Cappella della Consolazione und den steinernen Häusern bildet es einen kulturellen Schwerpunkt für Ihre Erkundung des Ortes.

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