Gallicano: Kultur, Berge und lebendige Traditionen
Gallicano verbindet italienische Berglandschaft, gewachsene Ortsbilder und lebendige Bräuche. Der Ort liegt am Fuß des Monte Pania zwischen sehr grünen, bewaldeten Tälern. Zu Gallicano und seinen Ortsteilen gehören typische Dörfer der Garfagnana, die nahezu unverändert erhalten geblieben sind. Das Gebiet, in dem Gallicano liegt, ist seit dem Mittelalter ein Grenzland.
Landschaft, Ausblicke und Routen
Der Weg „Chieva“ bietet Ausblicke auf die Pania della Croce und den Monte Forato. Eine Auto- und Motorradtour von Gallicano zur Grotta del Vento verläuft am Bach Turrite entlang. Bei der für den 12. Oktober 2025 ausgeschriebenen Rundwanderung „Anello dell’Eremo“ führte eine etwa 12 km lange Strecke zwischen Gallicano und dem Eremo di Calomini über Crocette, Panicaglia und Calomini.
Geschichte, Bauwerke und Kunst
Der Palazzo Comunale von Gallicano diente im Mittelalter als Wachgebäude zum Schutz des Eingangs zur Burg. Unter seiner Loggia befindet sich ein polychromes Terrakotta-Rundbild der Madonna mit dem Kind, das der Della-Robbia-Schule zugeschrieben und auf das Ende des 15. Jahrhunderts datiert wird. Der Palazzo ist zu Fuß von einem der beiden Parkplätze im Ort aus erreichbar; die Parkplätze liegen etwa 100 Meter vom Gebäude entfernt. Ein weiteres markantes Bauwerk ist der Arco di Francesco V, ein kleines Bauwerk aus Stein und Ziegeln. Zugleich handelt es sich um eine Kanalbrücke mit hohen gotischen Spitzbögen, die zur Lösung des Dürreproblems in bestimmten Jahreszeiten gedacht war. In der Kirche San Pietro in Trassilico befindet sich außerdem ein im 16. Jahrhundert von Simone Carretta gemaltes Bild.
Handwerk, Geschmack und Feste
In Gallicano besteht eine handwerkliche Tradition für Schmiedeeisen und Pietra serena. Begünstigt wurde sie durch den Wasserreichtum der Bergbäche sowie durch das Vorhandensein von Bergwerken und Steinbrüchen. Eine eigene lokale Spezialität ist die Focaccia leva, ein ausschließlich in Gallicano hergestelltes Produkt. Das Fest „Festa della focaccia leva“ findet jährlich am Sonntag nach Ferragosto im historischen Zentrum von Gallicano statt.
Der Palio di San Jacopo wurde 1972 offiziell eröffnet; in diesem Jahr fand der erste eigentliche Wettbewerb zwischen den Stadtteilen mit allegorischen Festwagen statt. Der Palio findet am 25. Juli, dem Festtag des Schutzpatrons von Gallicano, sowie am Samstag davor statt. Die Fiaccolata Natalizia ist eine jährlich stattfindende Fackelprozession in Gallicano, an der jedes Jahr Tausende Menschen aus der gesamten Toskana teilnehmen. Sie begann 1980 als Spendenaktion für arme Menschen und die Krebsforschung. Zur weihnachtlichen Folklore von Gallicano gehört außerdem die „Sacra rappresentazione e strage degli innocenti“, eine Form des Volkstheaters zwischen Sakralem und Profanem. Bei der „Befanata di questua“ wird an den Haustüren der Bewohner gesungen, um Gaben zu erhalten.
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