Caltanissetta: Bergbaugeschichte, Kirchenkunst und sizilianische Stadttradition

File:Mappa dei siti archeologici della provincia di Caltanissetta 01.jpg File:Mappa dei siti archeologici della provincia di Caltanissetta 01.jpg Foto: Davide Mauro via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Caltanissetta verbindet die Geschichte des sizilianischen Schwefelbergbaus mit Kirchenkunst, dem arabischen Viertel San Domenico, dem traditionellen Obst- und Gemüsemarkt und religiösen Prozessionen. Die Vergangenheit der Stadt ist mit dem Schwefelbergbau verbunden, der Caltanissetta bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts zum Bergbauzentrum Siziliens machte. Wer sich für historische Entwicklungen und gewachsene Stadtstrukturen interessiert, findet hier unterschiedliche Epochen auf engem thematischem Raum.

Kirchen, Museen und historische Bauwerke

Die Cattedrale di Santa Maria La Nova wurde von 1536 bis 1622 im neoklassizistischen Stil errichtet. Ihr Inneres umfasst Fresken des flämischen Malers Guglielmo Borremans und seiner Schule. Einen anderen kunsthistorischen Akzent setzt die Chiesa di Sant'Agata al Collegio: Sie entstand zwischen 1600 und 1610 auf Veranlassung der Jesuiten im spät­renaissancezeitlichen Stil. Zu ihrer Ausstattung gehören Fresken aus dem 18. Jahrhundert von Luigi Borremans sowie ein Gemälde von Agostino Scilla aus dem Jahr 1654, das das Martyrium der heiligen Agatha darstellt.

Das Museo Archeologico di Caltanissetta wurde 2006 nach einer Erneuerung der Ausstellungen, der Vermittlung und der Inhalte wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Es vermittelt die Geschichte der Siedlungen im städtischen und außerstädtischen Gebiet von Caltanissetta sowie anderer Orte der Provinz – von der Vorgeschichte bis zur Spätantike. Die Galerie des Museo Diocesano di Caltanissetta zeigt zahlreiche Gemälde, die überwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen, darunter vier Darstellungen des Kreuzwegs aus dem Kapuzinerkloster von Caltanissetta. Auch der Palazzo Moncada gehört zur historischen Bausubstanz: Nach einer Unterbrechung der Bauarbeiten blieb er unvollendet und erhielt durch eine umfassende Restaurierung sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurück.

San Domenico und die Wege durch die Stadt

Das arabische Viertel San Domenico bewahrt zahlreiche Elemente arabischer Stadtplanung und umfasst einen der am besten erhaltenen Höfe arabischen Ursprungs im Viertel. Im Mittelalter war San Domenico dank seiner beherrschenden Lage über das Imera-Tal ein wichtiges strategisches Militärzentrum. Dort fanden 1295, 1361 und 1378 drei Generalparlamente Siziliens statt. Für die Erkundung des Viertels wird der Zugang zu Fuß empfohlen, sodass seine Höfe und städtebaulichen Elemente unmittelbar Teil des Rundgangs werden.

Markt, Piazza Garibaldi und Prozessionen

Die Strata 'a foglia ist eine historische Straße der Stadt. Der traditionelle Obst- und Gemüsemarkt ist dort seit 1500 nachweisbar und verleiht diesem Teil Caltanissettas einen besonderen Bezug zum lokalen Alltag. Auf der Piazza Garibaldi steht die Fontana del Tritone mit einer bronzenen Tritonengruppe, einem Seepferd und zwei Seeungeheuern. Michele Tripisciano schuf die Statue 1890; 1956 wurde sie an ihren heutigen Standort versetzt.

Die Settimana Santa di Caltanissetta ist seit mehr als einem Jahrhundert nachweisbar, wird mit großer Beteiligung erlebt und umfasst Prozessionen, die mit der Passion Christi verbunden sind. Die Prozession der Vare di Caltanissetta umfasst sechzehn Figurengruppen mit Darstellungen aus der Passion Christi und Stationen des Kreuzwegs. Ihr Weg führt durch das historische Zentrum; Beginn und Ende liegen auf der Piazza Garibaldi.

Monte San Giuliano und praktische Orientierung

Auf dem höchsten Gipfel des Monte San Giuliano oberhalb von Caltanissetta steht das Monumento al Redentore. Der Architekt Ernesto Basile entwarf es als sizilianischen Beitrag zu der von Papst Leo XIII. in Auftrag gegebenen nationalen Reihe von Christus-Retter-Denkmälern. Für die Anreise zu diesem Monument gibt es einen nahe gelegenen Parkplatz des ACI in der Via Medaglie d'oro. Mit dem öffentlichen Bus ist das Ziel über die Haltestelle Via Borremans der Linie 2 des Unternehmens SCAT mit Endhaltestelle Piazza Roma möglich.

Castello di Pietrarossa

Das Castello di Pietrarossa ist eine Festung aus roten Backsteinen auf einem Felsen, von dem aus das darunterliegende Tal überblickt wird. Das Bauwerk wurde um 900 n. Chr. von Arabern errichtet und diente zunächst als befestigter Gutshof. Die Ruinen sind auch nach dem Erdbeben von 1567 noch in der Nähe der Stadt sichtbar. Damit ergänzt die Festung die Kirchen, Museen und Stadtviertel um ein Bauwerk, an dem sich die lange Verbindung von Landschaft, Verteidigung und Stadtgeschichte ablesen lässt.

Für die weitere Orientierung können Sie auch die Seiten zu Bompensiere, Sutera, Mussomeli, Mazzarino, Serradifalco, Campofranco, Acquaviva Platani, Montedoro, Niscemi, Riesi, Villalba, Sommatino, Delia, Gela, Vallelunga Pratameno, Ciolino, Butera, Santa Caterina Villarmosa, Resuttano, San Cataldo und Caltanissetta aufrufen.

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