Delia: Kirchenkunst, Karwoche und ländliches Binnenland

File:Chiesa Santa Maria dell'Itria (Delia) 1.jpg File:Chiesa Santa Maria dell'Itria (Delia) 1.jpg Foto: Davide Mauro via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Das Gemeindegebiet von Delia erstreckt sich über sanfte Hügel und ländliche Landschaften, wie sie für das sizilianische Binnenland typisch sind. Der Anbau von Oliven, Mandeln und Weinreben prägt die lokale landwirtschaftliche Tradition. In Delia treffen diese Landschaftsmerkmale auf Kirchen, einen baronialen Palazzo und die Bräuche der Settimana Santa.

Landschaft und landwirtschaftliche Tradition

Die sanften Hügel geben dem Gemeindegebiet einen deutlich ländlichen Rahmen. Oliven, Mandeln und Weinreben gehören zu den Kulturen, die mit der lokalen Landwirtschaft verbunden sind. Dadurch bleibt der Bezug zum sizilianischen Binnenland auch jenseits der religiösen Bauwerke ein eigenständiger Teil von Delia.

Chiesa del Carmelo

Die Chiesa del Carmelo wurde 1601 auf Veranlassung des Barons Gaspare Lucchese errichtet und hatte ein angeschlossenes Karmeliterkloster. Ihre Fassade weist eine typische ländliche Architektur des 18. Jahrhunderts auf. Der Bau steht dadurch zugleich für kirchliche und baroniale Geschichte.

Chiesa Madre und Palazzo baronale

Die Chiesa Madre Santa Maria di Loreto ist die wichtigste Kultstätte von Delia. Ihr Inneres ist reich mit Altären, Fresken und Statuen von bemerkenswertem künstlerischem Wert ausgestattet. Der Palazzo baronale wurde 1605 von Baron Giuseppe Lucchese errichtet. Er ist das älteste noch bestehende private oder öffentliche Gebäude in Delia. Mit dem Palazzo baronale tritt neben der wichtigsten Kultstätte ein weltlicher Bau in die historische Architektur Delias.

Madonna d’Itria und der „Incontro“

In der Chiesa Santa Maria d’Itria wird eine sehr alte hölzerne Statue der Madonna d’Itria aufbewahrt. Ebenfalls mit dieser Kirche verbunden ist die Statue des Salvatore, die um 1755 von Bagnasco geschaffen wurde. Beim „Incontro“ am Ostersonntag wird diese Statue verwendet. Die Kirche bewahrt damit ein Marienbild und steht zugleich mit dem Osterbrauch des „Incontro“ in Verbindung.

Settimana Santa zwischen Darstellung und Gesang

Die Settimana Santa di Delia umfasst folkloristisch-religiöse Darstellungen vom Palmsonntag bis zum Karsamstag sowie den „Incontro“ am Ostersonntag. Die Gemeinde gibt an, dass die Tradition seit mehr als 262 Jahren besteht. Die Lamenti von Delia werden am Gründonnerstag und am Karfreitag gesungen. Die mehrstimmigen Gesänge der Karwoche werden mündlich von Generation zu Generation überliefert. Die Karwoche umfasst damit sowohl Darstellungen als auch Gesänge, wobei die Lamenti zwei konkrete Tage markieren.

Der „Incontro“ am Ostersonntag

Der traditionelle „Incontro“ von Delia findet am Ostersonntag vormittags auf der Piazza Madrice und am späten Abend in der Via Petilia statt. Die beiden Termine liegen am selben Feiertag, aber an unterschiedlichen Tageszeiten.

Teil des „Percorso dei Principi“

Delia ist eine der 13 Ortschaften des „Percorso dei Principi“. Im Rahmen dieses Weges wird der Ort mit der „cuddriredda“ verbunden. Die „cuddriredda“ ergänzt die sakralen und landschaftlichen Themen von Delia um einen kulinarischen Bezug. Der Percorso dei Principi stellt diesen kulinarischen Bezug neben die landschaftliche und sakrale Prägung Delias.

Weitere Reiseziele zur eigenen Orientierung sind Butera, Campofranco, Santa Caterina Villarmosa, Sutera, Mazzarino, San Cataldo, Gela und Caltanissetta.

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