Sarule: Karneval, Webtradition und Gonare
Sarule verbindet archäologische Zeugnisse, Karnevalssymbolik, eine ausgeprägte Webtradition und die Landschaft am Gonare. Dazu kommen regionale Produkte, die dem Ort auch kulinarische Akzente geben.
Archäologie und Karneval in Sarule
Die archäologische Stätte „Domus de janas I di Sa Pranedda“ in Sarule wird in die Zeit vom fünften bis zum dritten Jahrtausend v. Chr. datiert. Die neolithische Nekropole Sa Pranedda umfasst eine Domus de janas, die mit einer Stierprotome verziert ist.
Auch der Karneval von Sarule besitzt mit Sa Maschera a Gattu eine markante Figur: So heißt die wichtigste Maske des Festes. Die am Ende des Karnevals zum Sterben bestimmte Puppe heißt Maimone und gilt als Glücksomen. Sa Maschera a Gattu steht symbolisch für in der antiken Mittelmeerwelt verbreitete bäuerliche Riten vom Tod und der Wiedergeburt der Natur, darunter auch dionysische Rituale.
Webtradition und regionale Produkte
Sarule ist für die Herstellung hochwertiger, farbenfroher Teppiche bekannt, die auf alten vertikalen Webstühlen gewebt werden. In den 1950er-Jahren interessierte sich Eugenio Tavolara, damals Direktor des ISOLA, für die Webtradition und arbeitete mit den geschickten Kunsthandwerkerinnen von Sarule zusammen, um diese Kunst zu erneuern und zu fördern. Die Handwerksgeschichte steht damit neben den archäologischen Stätten und dem Karneval als weiterer kultureller Themenbereich.
Zur lokalen Prägung gehören außerdem die Milchprodukte von Sarule, die renommiert sind und exportiert werden. Das Olivenöl von Sarule wird aus den Früchten jahrhundertealter Olivenhaine in der umliegenden Landschaft gewonnen. Diese Erzeugnisse ergänzen die kulturellen Themen um einen konkreten Bezug zur Landwirtschaft und zur sardischen Landschaft.
Wanderwege und Aussicht am Gonare
Die Route von Sarule zum Gonare steigt allmählich durch einen windgeprägten Steineichenwald. Im Frühjahr blühen entlang des Weges Lilien und Pfingstrosen. Die Landschaft zeigt sich dabei nicht nur als Höhenziel, sondern auch als Weg durch Wald und saisonale Vegetation.
Der etwa 750 Meter lange Wanderweg T 602A verbindet den östlichen Stadtrand von Sarule mit dem Hauptweg 602, der zum Monte Gonare führt. Nostra Signora di Gonare liegt auf etwa 1.100 Metern Höhe und gilt als die höchstgelegene Kirche Sardiniens. An der zentralen Gipfelspitze, an der die Kirche steht, kann man an klaren Tagen das Meer im Osten und im Westen sehen.
Sarule als Unterkunftsort
Sa Pranedda, Karneval und Webstühle bilden in Sarule unterschiedliche kulturelle Bezugspunkte; die farbenfrohen Teppiche gehören zur Webtradition. Milchprodukte und Olivenöl gehören ebenfalls zu den lokalen Erzeugnissen. Die Route zum Gonare führt in die Berglandschaft, an deren Gipfel die Kirche Nostra Signora di Gonare steht.
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