Oliena zwischen Monte Corrasi und sardischer Geschichte
Oliena zwischen Berglandschaft und lokalen Traditionen
Oliena verbindet den Monte Corrasi mit der Karstquelle Su Gologone, archäologischen Zeugnissen und lebendigen lokalen Traditionen. So entsteht ein Reiseziel, in dem Berglandschaft, Naturbeobachtung, frühe sardische Geschichte, Handwerk, Festkultur und Wein unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Wenn Sie Ihre Reise planen, können Sie daher zuerst entscheiden, ob Ihre Tage vor allem dem Wandern, der Archäologie oder dem kulturellen Alltag gelten sollen.
Monte Corrasi und botanische Besonderheiten
Der Weg B-401 verbindet das Zentrum von Oliena mit dem Gipfel des Monte Corrasi und ermöglicht den Zugang zum Pradu. Der Monte Corrasi gilt als Trekkingziel auf Sardinien. Mehr als 70 endemische Blütenpflanzenarten gibt es dort, darunter die seltene Ribes sardoum Martelli. Für Wandernde entsteht damit eine Verbindung aus Weg, Bergziel und botanischer Besonderheit. Die Route und die Pflanzen machen den Monte Corrasi interessant, wenn Sie körperliche Aktivität und Naturbeobachtung miteinander verbinden möchten.
Karstquellen und Höhlenräume
Su Gologone ist eine Karstquelle, die einen kleinen See zwischen hohen dolomitischen Felswänden bildet und am Fuß des Monte Uddè im Supramonte von Oliena liegt. Die klaren und bemerkenswert tiefen Gewässer ziehen regelmäßig zahlreiche Höhlentaucher aus aller Welt an, die in die unterirdischen Mäander vordringen. Die Kombination aus kleinem See, Felswänden und unterirdischen Mäandern spricht dabei unterschiedliche Formen der Naturwahrnehmung an.
Der untere Zugang von Sa Nurre de su Hoda ist ein künstlich erweiterter Durchgang. Er führt Besucher in eine prächtige, reich mit Kalksinterformationen ausgestattete Halle und ergänzt die Landschaft um einen eindrucksvollen Höhlenraum.
Von der Kupferzeit bis zu den Nuraghern
Biriai ist ein Dorf aus der Kupferzeit und ein archäologisch außergewöhnlich bedeutender Fundort. Bei den Ausgrabungen von Biriai wurden 1979 ein Megalithheiligtum und eine Gruppe von zwölf Menhiren entdeckt; zwei davon stehen noch heute. Sa Sedda ’e sos Carros war ein nuragisches Dorf, das zwischen 1200 und 700 v. Chr. bewohnt war. Es besitzt eine kreisförmige heilige Quelle mit Kalkstein-Widderköpfen sowie ein abgestuftes Zeremonialbecken. Quelle und Becken waren mit Wasserzeremonien verbunden; in dem Becken vollzogen die Menschen wahrscheinlich Reinigungsrituale.
In der Grotta Corbeddu wurden die ältesten Spuren des Homo sapiens auf Sardinien gefunden, darunter eine 22.000 Jahre alte Handphalanx. Die Tätigkeit der Stickerinnen in Oliena ist weiterhin lebendig und sehr gefragt; sie hat sich zu einer eigenständigen touristischen Attraktion entwickelt. Damit reicht der kulturelle Blick in Oliena von der frühen Menschheitsgeschichte bis zu einer bis heute präsenten Handwerkstradition.
Wein, Festgebäck und wilde Olivenbäume
Gabriele D’Annunzio gab dem Wein von Oliena den Namen Nepente. Zu den öffentlichen Festen in Oliena – darunter Ostern, Sant’Antonio Abate, San Lussorio, Allerheiligen und der Karneval – gehört jeweils ein typisches süßes Gebäck. Im Gebiet von Oliena stehen außerdem einige wilde Olivenbäume mit einem Umfang von bis zu 6 Metern. Wein, Festgebäck und Olivenbäume geben dem Aufenthalt einen lokalen Akzent, der die Natur- und Geschichtserlebnisse ergänzt.
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