Ottana: Romanik, Masken und die Tirso-Landschaft

File:Ottana - chiesa di San Nicola - 13.jpg File:Ottana - chiesa di San Nicola - 13.jpg Foto: Margherita1986 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Das Gemeindegebiet von Ottana weist eine vielfältige Vegetation in einer vom Tirso geprägten Flusslandschaft auf. Das Gebiet besteht aus einer ausgedehnten Ebene, die nur selten von Hügelbildungen unterbrochen wird. Der Monte Nieddu ist mit einer Höhe von 560 Metern der höchste Punkt im Gebiet von Ottana. Diese klare Landschaftsstruktur bildet den natürlichen Rahmen für eine Reise, die Natur und Kultur miteinander verbindet.

Landschaft zwischen Ebene und Tirso

Der Tirso fließt an der Westseite von Ottana entlang und bildet einige Kilometer flussabwärts den Lago Omodeo. Im vom Tirso geprägten Lebensraum bei Ottana kommen Feldhasen, Wildenten, Süßwasserschildkröten und Wachtelkönige vor. Die Flusslandschaft ist damit auch durch eine vielfältige Tierwelt gekennzeichnet. Wenn Sie sich für offene Landschaften und regionale Natur interessieren, bietet Ottana einen konkreten Zugang über Flusslauf, Ebene und die dort vorkommenden Tierarten.

Romanik, Kunst und archäologisches Erbe

Die Chiesa di San Nicola in Ottana ist ein Beispiel romanisch-pisanischer Architektur und wurde aus sorgfältig bearbeiteten Basalt- und Trachytquadern errichtet. Unter der Kirche bestand bereits eine frühmittelalterliche, möglicherweise monastische Kirche. In der Chiesa di San Nicola wird die Pala di Ottana aufbewahrt, ein Polyptychon des 14. Jahrhunderts aus der toskanischen Schule. An der Chiesa di San Nicola treffen der sorgfältig bearbeitete Steinbau und das dort aufbewahrte Polyptychon aufeinander. Die Pala di Ottana gilt als erster sicherer Beleg für eine sardische höfische Beauftragung mit Ausrichtung auf ein kontinentales Kunstangebot.

Zum archäologischen Erbe Ottanas gehören Domus de Janas, Dolmen, Gigantengräber, Korridornuraghen, heilige Brunnen, römisch-mittelalterliche Siedlungen und römische Bauten mit Thermen. Der Nuraghe Bidinnannari, auch unter dem Namen Marasorighes bekannt, liegt auf einem 246 Meter hohen Trachytplateau mit Blick auf den Riu Liscoi. Im Kern besteht er aus einem Korridornuraghen; später wurden zwei Türme hinzugefügt.

Masken, Tänze und überlieferte Bräuche

Beim Su Carrasegare in Ottana werden hölzerne Merdules-Masken und Boes-Masken mit Rinderhörnern getragen; die Teilnehmenden tragen dabei Schaffelle. Die Riten der Karwoche in Ottana gipfeln in S’iscravamentu, einer theatralisch dargestellten religiösen Aufführung, die von einem Tenores-Chor begleitet wird. Su ballu tzoppu gehört zu den traditionellen Rundtänzen und wird zum Rhythmus von S’affuente getanzt. Sos Merdules treten traditionell am 17. Januar erstmals im Rahmen der Karnevalszeit auf. Sa Filonzana spinnt mit Spindel, Spinnrocken und Wolle und sagt je nach Qualität des angebotenen Weins eine mehr oder weniger glückliche oder ungünstige Zukunft voraus.

S’Angule und die Reiseplanung

S’Angule ist eine typische Süßspeise aus Ottana, die von Familien traditionell als Exvoto zubereitet wird. Die Süßspeise gehört damit ebenso zur Überlieferung in Ottana wie Masken, Tänze und religiöse Riten des Ortes. Wenn Sie Ihre Unterkunft für eine Reise nach Ottana planen, können Sie den Schwerpunkt nach Ihren Interessen setzen: Landschaft und Tierwelt am Tirso, Architektur und Archäologie oder die überlieferten Bräuche rund um Masken, Tanz und Festtage.

Für Ihre weitere Reiseplanung können Sie außerdem Tiana, Bortigali, Oliena, Torpè, Bitti, Lollove, Birori und Orosei entdecken.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Nuoro.

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