Plesio zwischen Bergwegen, Kirchen und lokaler Geschichte
File:Cima del Monte Grona 1.736 m s.l.m, vista dal lato est della cresta 2015-10-25, Plesio (Como).JPG
Foto: Mænsard vokser via Source, CC BY-SA 4.0
Bergwege und Aussichten
Plesio zeigt seinen Charakter in der Verbindung von Bergwegen, Sakralbauten und Spuren des lokalen Alltags. Der Rundweg Anello del Munt beginnt nahe der Cappella del Bergum, nachdem man von Mulino Spinzi aus etwa 40 Minuten über eine Bergstraße zur Piazza gegangen ist. Auf dem Rundweg bietet sich ein Blick auf den Lago Ceresio. Der See gibt der Wanderung damit einen klaren landschaftlichen Bezug.
Auch der Anello di San Domenico setzt in Breglia an und führt zu einem Aussichtspunkt bei der Cappella di San Domenico. Vom Oratorio di Sant’Amate aus kann man den Weg zum Monte Bregagno nehmen. Die Wanderung von Breglia zum Rifugio Menaggio verläuft zunächst über eine asphaltierte Straße, danach auf einem Waldweg entlang einer für den Verkehr gesperrten Schotterstraße. Die verschiedenen Untergründe geben Ihrer Tagesplanung einen konkreten Rhythmus.
Kirchen und religiöses Erbe
Das Santuario della Madonna di Breglia wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut. Zu ihm führt ein Kreuzweg mit Darstellungen der Rosenkranzgeheimnisse. Im Santuario wird eine aus Marmor gefertigte Madonna aufbewahrt. Ihre Verehrung lässt sich seit mehr als zwei Jahrhunderten zurückverfolgen; 1740 brachte sie ein Tatti aus Breglia aus Genua. Bau, Bildsprache und Herkunft verbinden sich hier zu einem anschaulichen Zugang zur Geschichte von Breglia.
Auch die Kirchen erzählen von unterschiedlichen Zeitspuren. Die Kirche San Fedele wurde 1582 zur Pfarrkirche erhoben und zwischen 1808 und 1836 teilweise wiederaufgebaut. Das heutige Gebäude der Kirche San Gregorio Magno in Breglia stammt aus dem Jahr 1873; es ersetzte einen älteren Bau, der durch einen großen Erdrutsch zerstört worden war. In Barna stammt die Kirche Santa Maria Maddalena aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Für kulturinteressierte Besucher entsteht so eine Folge verschiedener Bau- und Ortsgeschichten.
Alltag, Arbeit und Berglandschaft
Zu den ungewöhnlicheren baulichen Motiven gehört das aufwendigste Waschhaus in Barna. Es befindet sich in einem von einer Kreuzgratkuppel überwölbten Laubengang, der von allen vier Seiten geöffnet ist. Oberhalb der Siedlung Ligomena liegen die Überreste des Marmorsteinbruchs „Fiamma di Plesio“. Der Steinbruch wurde von 1935 bis 1955 etwa zwei Jahrzehnte lang ausgebeutet. Waschhaus und Steinbruch lenken den Blick damit auch auf frühere Formen des Alltags und der Arbeit.
Zur lokalen Bergwelt gehört außerdem die Alp Nesdale, auf der weiterhin sommerliche Transhumanz betrieben und Käse hergestellt wird. Gemeint ist der saisonale Wechsel der Herden zwischen unterschiedlichen Weidegebieten. Als größerer landschaftlicher Zusammenhang lässt sich der etwa 125 Kilometer lange Weg Via dei Monti Lariani betrachten. Er besteht größtenteils aus Wegen und Maultierpfaden, verläuft hoch über die gesamte Westseite des Lago di Como und verbindet Cernobbio mit Sorico. So treten in Plesio Wanderwege, Berglandwirtschaft, Aussichtspunkte und historische Zeugnisse nebeneinander.
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