Marta am Lago di Bolsena: Geschichte, Feste und regionale Küche

File:Marta-viterbo-lazio.JPG File:Marta-viterbo-lazio.JPG Foto: Luchella91 via Wikimedia Commons, CC0

Marta liegt am Lago di Bolsena und verbindet Seeufer, mittelalterliches Erbe, religiöse Festtraditionen und eine ausgeprägte lokale Küche. Wenn Sie einen Ort mit konkreten historischen Spuren und eigenständigen kulinarischen Bräuchen kennenlernen möchten, bietet Marta dafür mehrere unterschiedliche Anknüpfungspunkte.

Geschichte mit Blick auf den See

Im mittelalterlichen historischen Zentrum sind die Überreste der Rocca erhalten. Die Festung wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts auf Veranlassung von Papst Urban IV. errichtet. Zu diesen erhaltenen Resten gehört der 21 Meter hohe Torre dell’Orologio. Er ist über eine seitlich gelegene Treppe aus Eisen und Peperino zugänglich, die zum Eingang an der Südseite führt. Neben dem Turm bietet eine Aussichtsterrasse den Blick auf die Inseln Martana und Bisentina im Lago di Bolsena.

Heiligtum und Festtraditionen

Das Santuario della Madonna del Monte erhielt 1495 unter den Söhnen von Ranuccio Farnese, die zu Gouverneuren von Marta geworden waren, eine neue Kirchenfassade. Sie wurde auf älteren Ruinen errichtet. Die Festa della Madonna del Monte trägt auch den Namen Festa delle Passate und findet am 14. Mai statt. Ihre Prozession führt vom Ufer des Lago di Bolsena durch Marta zum Santuario della Madonna del Monte.

Bei der Festa della Madonna SS. del Monte kommen die Casenghi zu Pferd an und grüßen Maria bei ihrer Ankunft wiederholt mit „Evviva“. Bei der Prozession der Bifolchi führen zwei Ochsen den Zug an, gefolgt von Eseln und landwirtschaftlichen Arbeitsgeräten. Als letzte Kategorie treffen die Fischer gegen 11:30 Uhr am Heiligtum ein. Während der Passate bringen sie Seefische als Opfergaben zum Altar der Madonna.

Typische Spezialitäten aus Marta

Zur Festkultur gehören auch besondere Speisen und Getränke. Die traditionelle Ciambella aus Mehl, Wasser, Salz und Anis wird den Passanti nach drei Umrundungen innerhalb der Kirche überreicht. Die herzförmigen Cuori della Madonna SS. del Monte werden jedes Jahr anlässlich des Festes am 14. Mai hergestellt. Es gibt sie in einer süßen und einer herzhaften Variante, jeweils mit Anis.

Die Cannaiola ist ein typischer Wein aus Marta. Zur Festa della Madonna del Monte bringt jede Gruppe mindestens eine Flasche mit; während des Festmahls wetteifern die Gruppen darum, die beste Cannaiola anzubieten. Beim Pesce a scottadito werden Hecht und Schleie in Stücke geteilt, mit Mehl bestäubt und in einer Mischung aus Samenöl und Olivenöl frittiert. Die Ciambelle der Barabbata werden nach dem Aufgehen etwa 30 Minuten in kochendem Salzwasser vorgegart und anschließend im Ofen gebacken. Anfang Juni findet die Sagra del Lattarino statt, die den Lattarino sowie allgemein den Fisch aus dem See feiert.

Eine Kellerei in Marta bietet nach vorheriger Reservierung Führungen und Verkostungen an; für den Einkauf ist sie frei zugänglich.

Anreise und Hafengebiet

Von Rom aus führt die empfohlene Anreise über die Autobahn A1, die Ausfahrt Orte und weiter in Richtung Viterbo–Montefiascone nach Marta. Für das Hafengebiet von Marta nahe der Mündung des Flusses Marta wurden Liegeplatzkonzessionen für die Saisons 2026 bis 2029 erteilt.

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