Montegiordano entdecken: Murales, Küste und historische Spuren

File:Louterion a impressione, 310-290 ac ca., da una fattoria dei lucani a montegiordano 03.jpg File:Louterion a impressione, 310-290 ac ca., da una fattoria dei lucani a montegiordano 03.jpg Foto: Sailko via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Montegiordano: Küste, Murales und Geschichte

Montegiordano zeigt seinen Charakter auf mehreren Ebenen: Die Località Menzinara liegt auf dem Gipfel eines isolierten, von Wasserläufen flankierten Hügels und überblickt einen weiten Abschnitt der ionischen Küste. Daneben treten lukanische Landwirtschaft, religiöse Traditionen und großformatige Gegenwartskunst als unterschiedliche kulturelle Themen hervor. Für Ihre Reiseplanung entstehen damit verschiedene Schwerpunkte zwischen Landschaft, Ortsgeschichte und Meer.

Besonders konkret wird die antike Ebene an der archäologischen Ausgrabung in der Località Menzinara. Dort wurde ein lukanischer Bauernhof freigelegt, der während der gesamten zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. genutzt wurde. Sein quadratischer Grundriss maß 22 Meter Seitenlänge; sieben unterschiedlich große Räume waren um einen offenen Innenhof von 5,80 × 5,80 Metern angeordnet.

Ein Ort zum Entdecken zu Fuß

Ein anderes Bild von Montegiordano entsteht im „Paese dipinto“. Mehr als 200 Murales des örtlichen Künstlers Franco La Teana erzählen vom Alltagsleben, von Sprichwörtern, Familienerinnerungen und den Gesichtern der Gemeinschaft. Zusammen ergeben sie eine Erzählung über die Geschichte und Identität des Ortes. Entlang dieser Murales lässt sich von der Hauptpiazza aus ein kurzer Rundweg begehen. So werden die Bilder zu einem greifbaren Zugang zum lokalen Charakter.

Auch die Bauwerke stehen für unterschiedliche Epochen. Das Castello wurde unter Markgraf Lelio (Aurelio) Leone im Jahr 1656 renoviert. Der Palazzo Solano stammt aus der Gründungszeit von Montegiordano und bewahrt über seinem Portal das Adelswappen der de Martino. Die erste Cappella della Madonna del Carmine wurde von den Baronen de Martino errichtet. Il Calvario ist ein Monument mit fünf Kreuzen, das vermutlich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. In der Località Caprara ist zudem die dem heiligen Erzengel Michael gewidmete Kapelle der Grància im aufgehenden Mauerwerk erhalten; teilweise sind Tierunterstände an sie angebaut.

Zur religiösen Ortsgeschichte gehört die Via Matris, eine Verehrung der sieben Schmerzen Mariens. Sie wurde in Montegiordano am Freitag vor Palmsonntag praktiziert; sieben Kreuze entlang des äußeren Ortsrands führten von der zerstörten alten Pfarrkirche zum Il Calvario. Die Grància in der Località Caprara gilt als charakteristisches Element der frühen Zisterzienserlandwirtschaft. Für kulturinteressierte Reisende verbinden sich damit Architektur, archäologische Raumordnung, religiöse Zeichen und Gemeinschaftsgeschichte.

Wer lokale Produkte einbeziehen möchte, kann in der Tenuta del Castello in Montegiordano nach vorheriger Buchung eine Besichtigung des Weinguts mit Verkostung von Weinen und typischen Produkten wahrnehmen. Am zweiten Sonntag im Mai wurde in Montegiordano das Gedenken an San Domenico Abate mit einem fast dreitägigen Fest gefeiert. Dazu gehörten eine Messe, verschiedene Verkaufsstände und zahlreiche Tiere.

Für den Küstenanteil Ihrer Planung ist die klare Distanzangabe entscheidend: Montegiordano Marina liegt 8 km von Montegiordano Centro entfernt und verfügt über Kies- und Sandstrände. Wenn Sie ein Hotel oder eine andere Unterkunft auswählen, können Sie daher Ihren Schwerpunkt auf die kulturgeschichtlichen Motive des Ortes oder auf die Strände der Marina legen.

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