Peschici zwischen Klippenblick, Festen und Fischfangtradition

File:Peschici-Gemüsehändler01.jpg File:Peschici-Gemüsehändler01.jpg Foto: User:Nikater via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Peschici verbindet historische Siedlungsspuren mit maritimer Prägung und religiösen Festtraditionen. Das historische Zentrum liegt auf einer über 70 Meter hohen Felsklippe und überblickt die Küste von Manaccora bis Rodi. Würfelförmige weiße Häuser mit orientalisch anmutenden Kuppeln prägen die Altstadt. Für Sie ist Peschici damit ein Ort, an dem sich Küstenlandschaft, Architektur und lokale Geschichte eng aufeinander beziehen.

Altstadt und Zeugnisse vergangener Lebenswelten

Das ursprüngliche Dorf entstand um das antike Castello und wurde von einem ersten Mauerring, dem Recinto Baronale, umschlossen. Im Castello beherbergen restaurierte unterirdische Räume Wechselausstellungen sowie ein Museum mit alten Werkzeugen aus dem Handwerk und dem häuslichen Alltag. Die Geschichte Peschicis zeigt sich dadurch nicht nur in der Silhouette der Stadt, sondern auch in konkreten Zeugnissen früherer Lebenswelten.

Klippen, Aussichtspunkte und Küstenwachtürme

Der Torre di Monte Pucci ist ein Küstenwachturm im Gebiet von Peschici. Er steht steil über dem Meer in beherrschender und aussichtsreicher Lage. Punta San Nicola bietet einen Blick auf die Ostseite von Peschici, die darunterliegenden Buchten und Punta Manaccora. Etwa 8 Kilometer vom Ort entfernt liegt der Trabucco di Forcichella auf einer halbkreisförmigen Landspitze.

Auch die weiteren Trabucchi machen die Küste konkret: Der Trabucco di Punta Usmai ist an der felsigen Spitze von Punta Usmai weiterhin in Betrieb. Der Trabucco di Manaccora ist eine der noch betriebenen Fischfangplattformen von Peschici. Im Sommer dient er als Restaurant, in dem frisch gefangener Fisch serviert wird. Der Torre di Calalunga erinnert zugleich an die befestigte Küstenüberwachung: Er wurde im 16. Jahrhundert zur Kontrolle, Beobachtung und Verteidigung der Siedlungen und ihrer Bevölkerung errichtet, 1570 von den Türken angegriffen und abgetragen, später jedoch wieder aufgebaut.

Feste mit religiöser und lokaler Verwurzelung

Der Kalender der Feste verbindet religiöse Formen mit dem Alltag des Ortes. Das Fest des Sant'Elia beginnt am 11. Juli mit einer Novene; am 20. Juli folgt eine feierliche Prozession. Während des Jahres geben Brotbäcker portionsweise Teig beim Bäcker ab. Die Stücke werden zu günstigeren Laiben verarbeitet und verkauft; der Erlös kommt dem Fest des Sant'Elia zugute.

Ein zweiter religiöser Schwerpunkt ist das Fest der Madonna di Loreto, das in Peschici seit mehr als hundert Jahren am zweiten Montag nach Ostern gefeiert wird. Dazu gehört eine Prozession von Peschici zu der zwei Kilometer vom Ort entfernten Kirche. Die Kapelle der Madonna di Loreto enthält maritime Votivgaben: Boote und Segelschiffe sowie Ruder und andere Geräte aus der Seefahrt.

Kàlena und ältere Siedlungsspuren

In der Nähe von Peschici besitzt die Benediktinerabtei Kàlena zwei Kirchen, die der Madonna delle Grazie geweiht sind. Zugleich ist die Abtei derzeit für die Öffentlichkeit geschlossen, außer am 8. September. An diesem Datum veranstalten das Kapitel und die Bevölkerung den „cammino verso Kàlena“ mit der Rezitation des Rosenkranzes in der Nähe der Abtei. Bei der Wahl eines Hotels können Sie den Schwerpunkt Ihrer Tage daher auf Altstadtgeschichte, Küstenlandschaft, Fischfangtradition oder religiöse Feste legen.

Auf Punta Manaccora sind außerdem die Überreste einer Siedlung mit 66 Hütten erhalten. Sichtbar sind Pfostenlöcher und umlaufende Rinnen. Diese Spuren ergänzen den Blick auf Peschici um eine ältere Siedlungsgeschichte an der Küste.

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