Ischitella zwischen Buchenwäldern und mittelalterlicher Stadtmauer

File:Ischitella - Panorama.jpg File:Ischitella - Panorama.jpg Foto: Lorenzo Parisi via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ischitella gehört zum Parco Nazionale del Gargano. Natur, Baugeschichte, sakrale Kunst und Archäologie sind im Ort mit konkreten Landschafts- und Zeitbezügen verbunden.

Natur und Waldlandschaft

Im Folicara-Buchenwald wachsen Buchen auf 160 Metern über dem Meeresspiegel. Im Bosco di Ischitella wachsen sie bereits auf etwa 250 Metern über dem Meeresspiegel. Zwischen den beiden Waldstandorten liegen rund 90 Meter Höhenunterschied. Die Natur ist dadurch nicht auf eine einzige Höhenstufe beschränkt.

Historische Spuren im Ort

Im historischen Zentrum von Ischitella sind zwei runde Wehrtürme der mittelalterlichen Stadtmauer erhalten. Der Palazzo Pinto–Ventrella wurde 1714 über den Ruinen der ehemaligen Burg von Ischitella errichtet. Die Wehrtürme und der Palazzo verweisen auf unterschiedliche historische Schichten: hier die mittelalterliche Befestigung, dort der Bau über den Resten der früheren Burg. Beide Bauwerke gehören deshalb nicht derselben Entstehungszeit an. Der Palazzo ist somit ein Bau über Burgruinen und nicht die ehemalige Burg selbst.

Kirchen und sakrale Kunst

Die Chiesa della SS Annunziata trägt auch den Namen Chiesa del Crocefisso di Varano. Sie wurde im 10. Jahrhundert errichtet und im 16. Jahrhundert erweitert; sie liegt am Ufer des Lago di Varano. Die beiden Bauphasen liegen mehrere Jahrhunderte auseinander. Das Crocifisso di Varano ist ein gotisch-romanisches, polychromes, also mehrfarbig gestaltetes Holzkruzifix aus dem 14. Jahrhundert. Die Chiesa di Santa Maria Maggiore hat drei Schiffe und beherbergt Statuen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Am Lago di Varano liegt damit ein Sakralbau mit einer Baugeschichte vom 10. bis ins 16. Jahrhundert.

Archäologie und ältere Epochen

Die Nekropole von Monte Civita in Ischitella wird anhand der Funde in den Zeitraum vom 5. bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. datiert. Als Nekropole steht Monte Civita für einen antiken Begräbnisplatz. Daneben bestehen die Ipogei di Masseria Niuzi aus drei unterirdischen Anlagen. Monte Civita und Masseria Niuzi stehen damit für zwei unterschiedliche archäologische Formen in Ischitella.

Religiöse Tradition

Die Prozession des Crocifisso di Varano findet seit 1717 regelmäßig jedes Jahr am selben Tag statt. Der jährlich wiederkehrende Termin ist damit fest an den Kalender gebunden. In der Kirche des Konvents San Francesco befinden sich Kunstwerke aus dem 18. Jahrhundert. Die Prozession und die Kunstwerke bilden zwei unterschiedliche religiöse Bezüge in Ischitella.

Regionale Mobilität

Mehrere Buslinien bedienen das Gebiet des Gargano. Der regionale Verkehrsbezug reicht damit über den einzelnen Ort hinaus und umfasst das Gargano-Gebiet als größere Region.

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