Gravina in Puglia: Fels, Geschichte und Wege
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Foto: Rosa Rossella via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Gravina in Puglia liegt in einer Karstlandschaft an der Grenze zwischen Alta Murgia und Murgia Materana. Die Landschaft reicht von Weizenfeldern, Olivenhainen und Weinbergen bis zur Murgia und zum Bosco Difesa Grande. Im Ort treffen gepflasterte Gassen, Steinhäuser und eindrucksvolle Plätze des historischen Zentrums auf eine von Fels und Wasserläufen geprägte Umgebung.
Fels, Geschichte und Stadtbild
Im Herzen des historischen Zentrums befindet sich das Museo Ettore Pomarici Santomasi im namensgleichen Palazzo aus dem 17. Jahrhundert. Zur Fondazione „Ettore Pomarici Santomasi“ gehört die Dauerausstellung „Aristocrazia e Mito“ mit Funden aus den archäologischen Gebieten von Gravina, insbesondere aus Botromagno. Die Stücke datieren vom 7. bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. Die numismatische Sammlung umfasst 1.608 Münzen aus griechischer, republikanisch-römischer, kaiserzeitlich-römischer, byzantinischer sowie mittelalterlicher und neuzeitlicher Zeit.
Ein prägendes Bauwerk ist die Ponte dell’Acquedotto, eine 37 Meter hohe, 90 Meter lange und 5,5 Meter breite Bogenbrücke am Torrente Gravina. Sie verbindet dessen beide Ufer. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Brücke von der Familie Orsini rekonstruiert und in ein Aquädukt umgewandelt, um Wasser aus den Quellen Sant’Angelo und San Giacomo zu führen.
Auch die Felsenarchitektur macht die Geschichte des Ortes unmittelbar sichtbar. Die Felsenkirche San Michele delle Grotte war die erste Kathedrale von Gravina und wurde zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert vollständig aus einem einzigen Tuffsteinblock herausgearbeitet. Der Complesso delle Sette Camere di Gravina ist ein im frühen Mittelalter vollständig in den Fels gehauener Lebensraum mit sieben miteinander verbundenen Räumen auf drei Ebenen. Das Castello Svevo von Gravina wurde auf Veranlassung Friedrichs II. errichtet.
Im Parco Archeologico di Botromagno sind bemalte und verputzte Gräber aus dem 5. Jahrhundert v. sichtbar. Außerdem sind dort die Überreste einer Villa aus dem 2. bis 1. Jahrhundert v. erhalten. Eine besondere lokale Verbindung von Handwerk, Kunst und agropastoraler Tradition zeigt die Cola-Cola-Pfeife: Sie ist in der kommunalen De.C.O. von Gravina in Puglia als typisches künstlerisches und agropastorales Produkt des Gebiets anerkannt.
Zur kulturellen Prägung gehört außerdem die Fiera regionale di San Giorgio. Diese jährlich stattfindende Tradition reicht bis 1294 zurück und erneuert Handel sowie das Ritual der Transhumanz.
Karstlandschaft und Wege
Beim Überqueren der Ponte dell’Acquedotto gelangen Sie von der am Rand der Gravina gelegenen Stadt in die gegenüberliegende Felsenlandschaft. Dort verlaufen Wege im Tal, an denen sich Spuren historischer Wasserversorgung finden; zugleich eröffnet sich der Blick auf die Alta Murgia. Die Brücke steht damit zwischen dem steinernen Stadtbild und der offenen Landschaft, ohne dass beide Bereiche ihren eigenen Charakter verlieren.
Für Wandernde beginnt der Weg „sentiero dell’Annunziata e dello staturo“ am Besucherzentrum „San Nicola della Macchia“ beim Bosco „Difesa Grande“ im Gemeindegebiet von Gravina in Puglia. Die Strecke führt am Torrente dell’Annunziata entlang, durch Feuchtvegetation und weiter zur bewaldeten Lama del Pisciolo. Eine weitere Möglichkeit ist eine Rundwanderung um den Pulicchio di Gravina. Sie verläuft ebenfalls im Gemeindegebiet und führt durch einen Nadelwald, über eine landwirtschaftlich genutzte Ebene sowie an einem alten Jazzo vorbei.
Wenn Sie für Ihre Reise ein Hotel wählen, können Sie Gravina in Puglia daher nach unterschiedlichen Schwerpunkten betrachten: Das historische Zentrum bündelt Museum, Gassen, Plätze und Felsarchitektur, während die beschriebenen Wege in die Karstlandschaft, an Wasserläufe und durch bewaldete Bereiche führen. Die kulturellen Orte und die Landschaftsräume geben Ihrer persönlichen Planung jeweils eine andere Richtung.
Weitere Orte zur Reiseplanung: Gorgofreddo, Turi, Monopoli, Spinazzola, Castellana Grotte, Andria, Acquaviva Delle Fonti, Molfetta.
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