Spinazzola zwischen Wald, Viadukt und Geschichte
Spinazzola verbindet eindrucksvolle Landschaften mit einer vielschichtigen Geschichte. Zwischen dem Bosco di Acquatetta, dem Ponte dei 21 Archi und historischen Sakralbauten entdecken Sie einen Ort, an dem Natur, Architektur und regionale Vergangenheit eng nebeneinanderstehen.
Kultur zwischen Kloster, Kirche und Bahnviadukt
Das Museo Civico befindet sich im ehemaligen Kloster der Frati Minori Osservanti aus dem 15. Jahrhundert. Auch der ursprüngliche Komplex der Chiesa dell’Annunziata führt weit in die Geschichte zurück: Er wurde mit Genehmigung von Bonifatius IX. am 5. Dezember 1391 errichtet und war zuvor ein Franziskanerkloster.
Eine besondere Verbindung von Technikgeschichte und Landschaft verkörpert der Ponte dei 21 Archi. Das Eisenbahnviadukt in Contrada Macchia wurde zwischen 1889 und 1891 im Gemeindegebiet von Spinazzola errichtet. Es gehörte zur historischen Bahnstrecke Gioia del Colle–Rocchetta Sant’Antonio, die Apulien und Basilikata verband. Mit einer Länge von etwa 250 Metern, Rundbogenarkaden und markanten Pfeilern fügt sich das Bauwerk harmonisch in die umgebende Landschaft ein.
Religiöse Traditionen prägen einen weiteren Teil des Ortes. Das Santuario di Maria Santissima del Bosco bewahrt das heilige Bild der „Madonna del Bosco“. Am Dienstag nach Ostern wird es in einer Prozession ins Dorf und in die Chiesa Madre getragen, bevor es im August zum Heiligtum zurückgebracht wird. Eine andere historische Spur reicht bis um 1100 zurück: In Spinazzola ließen die Templer das erste Hospital Apuliens errichten, um im Rahmen der Kreuzzüge verwundete Ritter zu versorgen.
Wald, Bauxit und die Landschaft der Alta Murgia
Der Bosco di Acquatetta erstreckt sich über die Gemeindegebiete von Minervino Murge und Spinazzola. Mit 1.100 Hektar ist er nach Fläche der zweitgrößte Wald Apuliens. Auf seinen Wegen prägen wilde Orchideen sowie aromatische Pflanzen wie Thymian, Pfefferminze und wilder Fenchel die Biodiversität. Hinzu kommen zahlreiche Pflanzen, die mit der traditionellen Küche verbunden sind.
Auch die Miniere di Bauxite verbinden Natur und Vergangenheit. Sie bewahren die Erinnerung an eine industrielle Vergangenheit und beherbergen Lebensräume und Tierarten, die zur Biodiversität des Ortes beitragen. Die Rocca del Garagnone liegt in der Zone A des Nationalparks Alta Murgia.
Geotouristische Wege und historische Ausblicke
Der Wanderweg in Spinazzola verläuft größtenteils über Brandschutzstreifen und unbefestigte Wege. Ein Weg zum Castello del Garagnone beginnt bei Azienda Ventura in Spinazzola. Bei einem naturkundlichen Trekking führte die Strecke durch die Wege des Bosco di Acquatetta bis zur Voragine del Cavone und zur Cava di Bauxite.
Grottelline ist eine rupestrische archäologische Stätte am geotouristischen Rundweg von Spinazzola. Der Spinazzola-Abschnitt dieses Rundwegs bietet Ausblicke auf die Premurgia Bradanica im Norden und auf den Monte Vulture. Auch von der historischen Eisenbahnlinie Rocchetta Sant’Antonio aus eröffnen sich auf dem Rundweg herrliche Ausblicke auf den Monte Vulture.
Praktische Orientierung vor Ort
Der Zugang zum Ponte dei 21 Archi erfolgt über Außenwege und Landstraßen im ländlichen Gemeindegebiet von Spinazzola.
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