Ancarano zwischen historischen Gassen und lokaler Tradition
File:Mietitura (Ancarano in provincia di Teramo).JPG
Foto: Infinitispazi via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Historischer Ortskern mit eigenem Charakter
Ancarano verbindet ein historisches Ortsbild mit Bauzeugnissen aus mehreren Jahrhunderten. Die historische Siedlung bewahrt den Grundriss ihres Wiederaufbaus im 16. und 17. Jahrhundert. Zahlreiche Gebäude aus dieser Zeit stehen an engen, gewundenen Straßen.
Auch die Palazzi im historischen Zentrum gehören zu diesem Bild. Sie stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert und zeigen kleine Steinportale, die mit Majoliken verziert sind. Die Darstellungen zeigen Heilige oder Wappen; zusätzlich finden sich Dekorationen in den Schlusssteinen. An den Portalen lassen sich damit Majoliken, Heiligendarstellungen, Wappen und Schlusssteine als handwerkliche Details des Zentrums betrachten.
Stadttore und historische Spuren
Porta da Mare öffnet sich nach Osten auf der dem Adriatischen Meer zugewandten Seite. Das Tor bewahrt einen Spitzbogen aus Travertinblöcken. Porta da Monte blickt dagegen nach Westen in Richtung der Monti Sibillini, der Monti della Laga und des Gran Sasso. Schon die unterschiedliche Ausrichtung der beiden Tore gibt dem Ort eine klare räumliche Gliederung.
Porta da Monte bewahrt außerdem Öffnungen, durch die einst die Ketten einer Zugbrücke geführt wurden, sowie Kragsteine.
Kirchen und Kunst im Ort
Die Kirche Madonna della Pace beherbergt eine hölzerne Madonnenstatue mit Kind. Das Werk stammt von Silvestro dall’Aquila und wurde im Jahr 1489 geschaffen. Damit steht in Ancarano ein Kunstwerk aus dem Jahr 1489 neben den späteren Kirchenbauten und Palazzi des Ortes.
Die Kirche Madonna della Misericordia besitzt einen oktogonalen Grundriss und wurde 1628 erbaut. Der Innenraum war wegen eines Erdbebens geschlossen.
Das Äußere der Kirche Madonna della Carità, einschließlich Glockenturm und Portal, stammt ungefähr aus dem Jahr 1790. Der Bau der Kirche San Rocco wird mit der Pest- und Hungerkrise in Verbindung gebracht, die Italien in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts traf.
Der Glockenturm Torre Campanaria ist der erhaltene Teil der alten Pfarrkirche Santa Maria, die bereits im 12. Jahrhundert bestand. Ergänzt wird die historische Ortsausstattung durch Fonte Monsignore, eine alte Zisterne zum Sammeln von Quellwasser für Trinkzwecke. Beide Orte verbinden religiöse Baugeschichte mit einer praktischen Einrichtung des Ortsbilds.
Feste, Traditionen und Spezialitäten
Das Fest Madonna della Pace wird traditionell an dem Oktobersonntag gefeiert, der dem 22. Oktober am nächsten liegt. Li tailì de la Madonna ist eine traditionelle Spezialität aus Ancarano und wird am Tag dieses Festes zubereitet. Bei diesem Anlass ist es in allen Familien von Ancarano üblich, die Speise zuzubereiten.
Die Pro Loco Ancarano organisiert die Sagra Enogastronomica. Außerdem arbeitet sie mit der Gemeinde bei der Wiederaufführung von Traditionen und folkloristischen Veranstaltungen wie den Canestrelle zusammen. Die Sagra Enogastronomica gehört dabei zur gastronomischen Seite des Veranstaltungslebens; Canestrelle gehört zu den folkloristischen Veranstaltungen.
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