Teramo entdecken: Antike, Kathedrale und Flusslandschaft
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Foto: Phil Richards via Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0
Teramo verbindet archäologische Schauplätze, sakrale Baukunst, zeitgenössische Kultur und eine urbane Flusslandschaft. Wenn Sie für Ihre Italienreise eine Stadt mit mehreren historischen Zeitschichten suchen, können Sie hier römische Wohnhäuser, Gräberfelder, mittelalterliche Baudenkmäler und kulturelle Räume miteinander verbinden. Auch für Spaziergänge und eine abwechslungsreiche Tagesplanung bietet die Stadt unterschiedliche Anknüpfungspunkte.
Römische Spuren und archäologische Orte
Das Sito Archeologico del Teatro romano wurde wahrscheinlich in der frühen Kaiserzeit unter Augustus erbaut und ab 1926 teilweise wiederentdeckt und restauriert. Derzeit ist es wegen Arbeiten zur Aufwertung und Restaurierung geschlossen. Eine andere historische Perspektive eröffnet die Area Archeologica di Madonna della Cona: Ihr ausgedehntes Gräberfeld wurde vom 9. Jahrhundert v. Chr. bis zum 3. Jahrhundert n. genutzt. Die Anlage umfasst außerdem kreisförmige steinerne Grabmonumente vom Typ Campovalano mit reichen Grabbeigaben, die in die Zeit vom 9. bis zum 6. Jahrhundert v. datiert werden. Die Area Archeologica di Madonna della Cona ist auf Anfrage geöffnet; für Informationen und Reservierungen ist eine Kontaktaufnahme erforderlich.
In der Domus del Leone erleben Sie einen Einblick in ein römisches Haus: Sie befindet sich im Untergeschoss des Palazzo Savini und wird in das 1. Jahrhundert v. datiert. Zu den sichtbaren Überresten gehören ein Atrium als Empfangsbereich und ein Tablinum als Repräsentationsraum. Besonders anschaulich ist das Mosaik, das einen Löwen beim Angriff auf eine Schlange zeigt. Im Sito Archeologico di Largo Madonna delle Grazie wurden republikanische Bauten in der augusteischen Zeit in eine große Domus mit zentralem Peristyl einbezogen. Ab dem 3. Jahrhundert n. wurde diese Domus zu einer industriellen Walkerei, einer Fullonica zum Färben von Stoffen, die bis ins 5. Jahrhundert n. genutzt wurde. Auch dieses Sito ist derzeit wegen Restaurierungs- und Aufwertungsarbeiten geschlossen.
Das Sito Archeologico di Largo Sant’Anna bewahrt die Überreste einer römischen Domus, die vom Ende der republikanischen Zeit bis in die frühe Kaiserzeit, etwa in das 1. Jahrhundert v. Chr., datiert wird. Darüber liegen die Überreste der Cattedrale Sanctae Mariae Aprutiense. So wird an diesem Ort die Verbindung zwischen römischer Stadtgeschichte und späterer Sakralarchitektur besonders deutlich.
Kathedrale und Stadtgeschichte
Die Kathedrale von Teramo führt in das Mittelalter zurück. Bischof Guido II. begann nach der Zerstörung Teramos in den Jahren 1155–1156 mit dem Bau der neuen Kathedrale; sie wurde 1176 vollendet und der Jungfrau Maria geweiht. Das Portal wurde 1332 von Deodato Romano aus der Schule der Cosmatesken geschaffen und signiert. Unter dem Hauptaltar befindet sich das Paliotto, ein Meisterwerk von Nicola da Gradiagrele. Es wurde zwischen 1433 und 1448 im Auftrag von Giosia d’Acquaviva ausgeführt. Für kulturhistorisch interessierte Besucher bietet Teramo damit verschiedene Ebenen sakraler Kunst, von der mittelalterlichen Baugeschichte bis zum kunsthandwerklich herausragenden Werk.
Das Museo Civico Archeologico „F. Savini“ ergänzt diese Orte mit einer chronologischen Betrachtung. Der Rundgang im Erdgeschoss zeichnet die Geschichte Teramos von protohistorischen Funden über das römische Interamnia Praetut(t)iorum mit seinen öffentlichen und privaten Gebäuden sowie außerstädtischen Nekropolen bis ins Mittelalter nach. Die mittelalterliche Epoche wird durch die Funde der Basilica Sancta Mariae Aprutiense belegt. Im ersten Stock behandelt der Rundgang die Geschichte des Ager Praetut(t)ianus, des von den italischen Pretuzern bewohnten Gebiets, das in römischer Zeit das vom Municipium Interamnia verwaltete Territorium bildete.
Gegenwartskultur und besondere Räume
Teramo richtet den Blick nicht nur zurück. Der im Oktober 2011 eingeweihte Raum L’Arca in Largo San Matteo plant künstlerische und Bildungsaktivitäten im Bereich der zeitgenössischen Kunst und organisiert Wechselausstellungen. Zeitweise wird L’Arca öffentlich für Ausstellungen, Konferenzen, Tagungen, Seminare und Buchvorstellungen genutzt, sofern diese mit der Nutzung der Einrichtung vereinbar sind. Die Sala Ipogea ist ein 600 Quadratmeter großer unterirdischer Saal für kulturelle Aktivitäten. Einen ungewöhnlichen Zugang zur Kunst bietet außerdem das Projekt „La Pinacoteca si ascolta“: Seit November 2022 verbindet es vier ausgestellte Werke, jeweils eines pro Saal, mit eigens dafür komponierten Klanguntermalungen.
Flusslandschaft für Bewegung und Erholung
Zur städtischen Seite Teramos gehört die urbane Flusslandschaft mit dem Parco fluviale del Vezzola und dem Lungofiume del Tordino. Sie verbindet natürliche mit städtischen Szenerien und ergänzt die archäologischen sowie kulturellen Themen um einen offenen Landschaftseindruck. Der Parco del Vezzola ist für Spiele, Sport und Spaziergänge ausgestattet. Damit lässt sich ein Kulturaufenthalt um Bewegung im Freien erweitern, ohne den städtischen Charakter Teramos aus dem Reiseplan auszuklammern.
Für Ihre Planung liegt der Schwerpunkt in Teramo somit auf der Verbindung verschiedener Interessen: Archäologie reicht von Gräberfeldern und römischen Domus bis zu städtischen Bauphasen, während Kathedrale und Museum die mittelalterliche und römische Geschichte weiterführen. L’Arca, die Sala Ipogea und die hörbar gemachte Pinakothek setzen dazu zeitgenössische Akzente. Die Flussparks schaffen einen Gegenpol mit Spaziergängen, Spielen und Sport. Je nach Interesse können Sie Ihren Aufenthalt deshalb stärker kulturhistorisch, kunstbezogen oder mit Zeit im Freien gestalten.
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