Spiazzi zwischen Pilgerweg und Monte Baldo
File:Spiazzi, chiesa di San Giovanni Battista - Interno 2.jpg
Foto: Syrio via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Spiazzi verbindet die Berglandschaft des Monte Baldo mit einem außergewöhnlich dichten Netz aus Pilgerwegen, historischen Zugängen und religiösen Kunstwerken. Die Route C12 beginnt an der Piazza Don Luigi Vezzola und führt bergauf zum Gebiet Croce, dem ältesten historischen Ortskern von Spiazzi. Unterwegs verläuft sie durch ländliche Bergweiler, Weinberge und Wälder in Spiazzi, Monte Croce und Stringari.
Wege zur Madonna della Corona
Der Fußweg von Spiazzi zur Madonna della Corona verläuft über eine asphaltierte Straße, die ausschließlich zu Fuß begangen wird. An ihren Kehren stehen 14 bronzene Kreuzwegstationen. Hinter Spiazzi endet ein asphaltierter Zugang an einer 1922 in den Fels gehauenen Galerie, in der ein Marienbild ausgestellt ist. Am Ponte del Tiglio führt der Zugang über die Treppe der Via Matris Dolorosae zu den Füßen des Santuario; sieben Andachtsnischen laden dort zur Besinnung ein.
Der CAI-Weg Nr. 73 trägt den Namen Sentiero della Speranza. Er ist ein historischer Weg zwischen Talboden und den Höhen des Monte Baldo und führt zum Santuario Madonna della Corona. Der Weg ist etwa 2,5 Kilometer lang und steigt am Hang des Monte Cimo steil über unterschiedlich hohe, aus dem Fels gearbeitete Stufen an. Durch die felsigen Schluchten der Val delle Pissotte zeigt der Sentiero n. 73 zugleich den Kontrast zwischen den mit Pergola-Reben bedeckten Weinbergen des Etschtals und der rauen Felslandschaft am Santuario.
Pilgerwege mit unterschiedlichem Rhythmus
Die Gruppe „Il gruppo del sabato“ bietet jeden Samstag des Jahres einen gemeinsamen Fußweg zum Gebet an. Der Start ist um 15 Uhr in Brentino unter der großen Kastanie. Auf dem alten Pilgerweg bewältigt die Gruppe etwa 600 Höhenmeter mit vielen Stufen und erreicht das Santuario in ungefähr anderthalb Stunden. Die Teilnahme steht allen offen, auch wenn Sie nur an einem Samstag mitgehen möchten.
Der Cammino dei due Santuari ist ein religiöser Fernweg, der an der Pieve di Chiampo beginnt und am Santuario Madonna della Corona endet. Er nutzt größtenteils bestehende, vom CAI markierte Wege. Die Strecke führt durch Buchen- und Tannenwälder, als Weide genutzte Bergwiesen und Täler mit einem noch ursprünglichen und unberührten Erscheinungsbild. Auf diesem Weg lassen sich außerdem die typischen cimbrischen Weiler von Bosco Chiesanuova, Andachtswerke, Bildstöcke und kleine Kapellen besichtigen.
Monte Baldo, Geschichte und sakrale Kunst
Nach der Malga Basiana führt ein Weg über Dosso della Croce zurück in Richtung Spiazzi. Dosso della Croce ist ein Aussichtspunkt über das untere Etschtal und ergänzt die Wald-, Weiler- und Weinbergslandschaften der Route C12 um einen offenen Blick in die Talregion. Ein weiterer Weg ab Spiazzi führt zur Quelle Bergola, die als wichtigste Wasserversorgungsquelle von Caprino Veronese gilt.
Die Geschichte der Stätte reicht bis um das Jahr 1000 zurück: Im Gebiet des Monte Baldo lebten damals Einsiedler, die mit der Abtei San Zeno in Verona verbunden waren. Spätestens seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gab es dort ein Kloster mit einer der heiligen Maria von Montebaldo gewidmeten Kapelle. Die steinerne Pietà-Gruppe soll aus der Zeit stammen, in der die Johanniter Eigentümer der Stätte Santa Maria di Montebaldo waren; später wurde sie als Unsere Liebe Frau von der Corona verehrt.
Die Pietà-Statue ist 70 Zentimeter hoch, 56 Zentimeter breit und 25 Zentimeter tief. Sie besteht aus lokalem Stein und ist bemalt. Auf ihrem Sockel steht die Inschrift „HOC OPUS FECIT FIERI LODOVICUS D CASTROBARCO D 1432“. Diese Inschrift gilt traditionell als Beleg dafür, dass Lodovico Castelbarco die Statue 1432 in Auftrag gab und der Corona stiftete. Am Zugang von Spiazzi zur Madonna della Corona befindet sich außerdem eine Nachbildung des Grabes, in das der Leichnam Jesu nach seinem Tod gelegt wurde.
Auch der ursprüngliche Zugang erzählt von der langen Pilgergeschichte des Ortes: Der ausgesetzte ursprüngliche Zugangsweg des Sentiero n. 73 wurde bis 1922 von Pilgern genutzt, die aus Spiazzi kamen. Für die Planung lassen sich damit unterschiedliche Wegcharaktere gegenüberstellen: eine asphaltierte, ausschließlich zu Fuß begangene Verbindung mit Kreuzwegstationen, ein steiler historischer Steig über Felsstufen und ein Fernweg durch Wälder, Weiden, Täler und religiöse Kleindenkmäler.
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