Isola della Scala: Reiskultur, Geschichte und Natur

Archäologie und Wehrgeschichte

Das Museo Archeologico di Isola della Scala befindet sich in der ehemaligen Kapelle Sant’Antonio im Auditorium Santa Maria Maddalena. Es zeigt archäologische Funde, die an den Ufern der Flüsse Tione und Tartaro sowie in der Bassa Veronese entdeckt wurden, chronologisch von der Bronzezeit bis zur Langobardenzeit. Geöffnet ist das Museum am ersten Sonntag jedes Monats außer im Juli und August von 15:00 bis 18:00 Uhr.

Die Torre Scaligera wurde Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut, um eine der wichtigsten Straßen zwischen Verona und Mantua zu überwachen. Sie ist der einzige erhaltene Turm der zahlreichen Türme, die das Serraglio Scaligero bildeten. Das Innere der Torre ist derzeit nicht für Besucher zugänglich.

Reis, Mühlen und Jahreszeiten

Isola della Scala ist ein Zentrum der Produktion des IGP-Reises Riso Nano Vialone Veronese. Die Reisfelder verändern das Landschaftsbild je nach Jahreszeit: Auf Wasserblau folgen das Grün der Keimlinge und später das Gelb des reifen Reises. So wird der Reisanbau nicht nur als regionale Spezialität, sondern auch als sichtbarer Bestandteil der Landschaft erfahrbar.

Örtliche Reismühlen und Vereine organisieren geführte Besichtigungen der Reisfelder und historischen Mühlen. Die Pila Vecia Ferron ist eine noch heute funktionierende Reismühle aus dem Jahr 1650 und als historisches Denkmal geschützt. Zum Reiserlebnis in Isola della Scala gehören außerdem ein Risotto-Kochkurs und eine Verkostung.

Die Fiera del Riso findet jedes Jahr in Isola della Scala statt und umfasst gastronomische Abende mit thematischen Schwerpunkten.

Feuchtgebiet und Tierwelt

Die Palude di Pellegrina ist ein Feuchtgebiet des Natura-2000-Netzes. Sie ist mindestens seit 1995 als SIC und seit 2003 als ZPS unter der Nummer IT3210015 ausgewiesen und erstreckt sich über die Gebiete von Erbè, Isola della Scala, Nogara und Sorgà. Die Palude beherbergt eine Reiherkolonie mit 400 Nestern und Brutbeständen von Purpurreiher, Seidenreiher, Nachtreiher, Kuhreiher und Rallenreiher.

Villen, Abtei und religiöse Tradition

Der Komplex Vo’ Pindemonte umfasst eine venezianische Villa, ein Dorf mit Fischteich, Alleen aus Rosskastanien und eine Kirche. Die Villa Pindemonte in diesem Komplex ist auf 1739–1742 datiert. Der Komplex der Abtei Santo Stefano umfasst eine Abteikirche, einen Glockenturm, das Oratorio di San Vincenzo und die Cortesela; die Abteikirche wurde 1590 vom Architekten Bernardino Brugnoli erbaut.

Das Santuario della Madonna della Bastia ist mit der Sagra della Bastia verbunden. Das Fest lässt sich seit hundert Jahren zurückverfolgen und wird am dritten Sonntag der Fastenzeit gefeiert.

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