Levigliani: Marmor, Bergbau und Monte Corchia
Levigliani liegt zwischen Buchen- und Kastanienwäldern unterhalb des Monte Corchia und im Parco delle Alpi Apuane. Der Ort verbindet damit eine Berglandschaft mit Höhlen-, Marmor- und Bergbaugeschichte. Wenn Sie für Ihre Italienreise Naturerlebnisse und Kultur nicht getrennt voneinander betrachten möchten, finden Sie hier mehrere Themen, die sich bei der Planung nebeneinanderstellen lassen.
Höhlen und Marmor am Monte Corchia
Das Karstsystem des Antro del Corchia umfasst rund 70 Kilometer erforschter und kartierter Höhlen sowie bis zu 20 verschiedene Eingänge. Die geführte Besichtigung des Antro del Corchia verläuft auf einem etwa 2.000 Meter langen Stahlsteg und dauert ungefähr zwei Stunden. Wer sich für Geologie und unterirdische Landschaften interessiert, kann hier zwischen der großen Dimension des Systems und dem klar umrissenen Rahmen der Führung unterscheiden.
Die Führung durch die Marmorsteinbrüche startet im Dorf Levigliani, kehrt dorthin zurück und dauert ungefähr zwei Stunden. Für den Besuch werden restaurierte italienische Militärfahrzeuge mit Allradantrieb genutzt, die für den zivilen Gebrauch umgerüstet wurden. Das Museo della Pietra Piegata gibt einen Überblick über die Entwicklung des Marmorhandwerks, von grob bearbeiteten Gegenständen bis zu fein eingelegten Werken und sakralen Stücken.
Bergbau, Museen und archäologische Spuren
Die Quecksilberminen von Levigliani gelten als die älteste Bergbaustätte der Oberen Toskana; erstmals wurden sie 1153 in einem Dokument aus Pisa erwähnt. Der besuchbare Teil umfasst einen antiken Bereich, der primitive Abbautechniken zeigt, sowie einen späteren Bereich mit einem Schienensystem für Loren, der als Zeugnis der Industriearchäologie gilt.
Das Museum „Lavorare Liberi“ vermittelt die Wirtschafts- und Sozialgeschichte von Levigliani anhand von Objekten, Dokumenten und Zeitzeugenberichten. Eine Kastengrabstätte der Liguri Apuani aus einer Nekropole in der Umgebung wird in Levigliani ausgestellt. Zusammen reichen die kulturgeschichtlichen Themen damit von frühem Bergbau über industrielle Entwicklung und Ortsgeschichte bis zu einer archäologischen Spur der Vergangenheit.
Wandern und geführte Wege
Von Levigliani aus führen Wanderungen durch Buchenwälder zu Berghütten und Aussichtsgipfeln der umliegenden Berge. Eine etwa viereinhalbstündige Führung zur Gotenlinie beginnt und endet in Levigliani und führt zu Befestigungsgräben am Monte Corchia. Die unterschiedlichen Strecken- und Zeitumfänge können Sie bei der persönlichen Tagesplanung berücksichtigen und dabei Natur, Bergbau oder Kultur unterschiedlich gewichten.
Anreise und Wahl des Aufenthaltsorts
Für die Anreise mit dem Auto ist Levigliani über die Strada Provinciale d’Arni erreichbar. Die Straße führt über Seravezza und Ruosina und hinter dem Dorf Retignano weiter. Wenn Sie eine Unterkunft nach den geplanten Erlebnissen auswählen, ist Levigliani als Bezugspunkt vor allem für die Führung durch die Marmorsteinbrüche und für die Gotenlinie relevant: Beide Touren beginnen in Levigliani und kehren dorthin zurück. So können Sie den Ort bei der Wahl Ihres Hotels gezielt mit diesen beiden Erlebnissen verbinden.
Weitere Orte zur Reiseplanung: Palagnana, Retignano, Farnocchia, Culla, Terrinca.
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