Ambra entdecken: Geschichte, Kirchenkunst und besondere Ortskultur
Ambra zeigt seinen historischen Charakter besonders klar im antiken Ortskern. Er liegt auf einem kleinen Hügel zwischen dem linken Ufer des Flusses Ambra und der Schlucht des Festungsgrabens. Die mittelalterliche Befestigungsanlage ist im Stadtbild des historischen Ortskerns noch deutlich erkennbar.
Mittelalterliche Spuren im Ortsbild
Zu den sichtbaren mittelalterlichen Resten gehören Fragmente der östlichen Wehrmauer, die in Häuser integriert sind, außerdem eine Tür und ein Turm im nördlichen Bereich. Hinzu kommen Spuren von Häusern aus dem späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert. Eine Gasse, die als „gli sportici“ bekannt ist, führt zu einem der antiken Zugänge des Castrum von Ambra. Diese Details machen den historischen Ortskern auch für Besucher interessant, die Baugeschichte unmittelbar im heutigen Ortsbild verfolgen möchten.
Kirchen und Kunst
In der Pfarrkirche Santa Maria Assunta reicht die Geschichte bis in die Neuzeit: Sie wurde Ende des 16. Jahrhunderts anstelle eines mittelalterlichen Kirchengebäudes errichtet, das durch das Erdbeben von 1558 zerstört worden war. Zur Ausstattung gehört ein großes Gemälde der Geburt Mariens, das 1600 von dem aus Montevarchi stammenden Künstler Michelangelo Vestrucci geschaffen wurde.
Die Kirche der Compagnia di Santa Croce setzt einen eigenen architektonischen Akzent. Sie besitzt einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes, eine Giebelfassade, seitliche Mauerpilaster und ein rundes Okulus. Die Kirche in der heutigen Via Duddova wurde wahrscheinlich in den 1570er-Jahren errichtet. Im Inneren befindet sich außerdem ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert mit der Darstellung der Kreuzauffindung.
Wer sich auf Kirchenkunst konzentriert, kann die Werke zeitlich getrennt betrachten: das Gemälde von 1600 in Santa Maria Assunta und die Kreuzauffindung aus dem 17. Jahrhundert in der Compagnia di Santa Croce.
Palio, lokale Spezialitäten und Wege
Lebendige Ortskultur zeigt sich beim Palio della Palla Tonchiata. Ambra erinnert dabei seit 1998 jedes Jahr mit einem Kraft- und Geschicklichkeitstest an den Diebstahl der tonchiata-Kugel. Für diesen Wettbewerb rollen jeweils zwei Schieber tonchiate-Kugeln mit einem Gewicht von 80 bis 90 Kilogramm zweimal durch das Dorf. Das ungewöhnliche Fest verbindet körperlichen Einsatz mit einem markanten lokalen Ereignis.
Auch kulinarisch setzt Ambra einen eigenen Akzent: Bei der Sagra della Lumaca können Liebhaber des Produkts Gerichte mit Schnecken probieren, darunter Schnecken in Soße.
Ambra gehört zu den aufgeführten Stationen des Sentiero dell’Alta Valdambra. Der Weg kann zu Fuß, mit dem Mountainbike und zu Pferd begangen beziehungsweise befahren werden. Damit bietet die Umgebung neben dem historischen Ortsbild, der sakralen Kunst und dem Festgeschehen auch einen Anlass, die Gegend in unterschiedlichen Fortbewegungsarten zu erkunden. Wer den Sentiero dell’Alta Valdambra für Ambra einplant, kann für die konkrete Wegeplanung zwischen Gehen, Mountainbike und Reiten wählen.
Weitere Reiseziele: Pogi, Capannole, San Pancrazio, Levane, Pietraviva, San Leolino, Solata, Badia A Ruoti.
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