Castellana Sicula: Murales, Madonien und lokale Traditionen
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Foto: trolvag via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Castellana Sicula liegt innerhalb des Parco delle Madonie und verbindet Landschaftserlebnisse mit einer bemerkenswerten Dichte an Kulturzeugnissen. Die farbenfrohen modernen Murales haben der Gemeinde den Beinamen „Città dei Murales“ eingebracht. In Calcarelli, einer Fraktion von Castellana Sicula, steht die Chiesa di San Giuseppe mit einer alten Pfeifenorgel, die noch während der Gottesdienste verwendet wird. Decke und Wände der Kirche sind ausgemalt.
Kunst, Kirchen und archäologische Spuren
Das Museo Civico befindet sich innerhalb des archäologischen Areals von Contrada Muratore. Es umfasst eine ethnografische und eine archäologische Abteilung, eine kleine Sammlung archäologischer Funde sowie Gegenstände und Arbeitsgeräte aus der örtlichen bäuerlichen Kultur. Hinzu kommt eine besondere Sammlung präparierter und in Formalin konservierter Tiere. Die archäologische Abteilung zeigt Funde aus Contrada Muratore und von Oberflächenbegehungen am Cozzo del Morto, Cozzo Zara, Monte Rotola Vecchia und Cozzo Re; sie belegen eine prähistorische menschliche Besiedlung dieser Orte.
Zum Areal von Muratore gehört ein mehrlappiger Thermalkomplex mit angrenzenden Räumen um einen kleinen Innenhof, einem hochwertig gepflasterten Boden und einem gut erhaltenen Umgang. Die römischen Thermen bilden ein 19 × 20 Meter großes Gebäude und gehören zu den wenigen bislang in Sizilien freigelegten Beispielen aus der römischen Zeit. Die Ausgrabungen legten außerdem den Siedlungsbereich und den öffentlichen Bereich eines wahrscheinlichen Pagus aus der römischen Kaiserzeit frei. Eine Nekropole enthält drei vollständig in den Fels gehauene Hypogäen.
Weitere historische Spuren liegen an der Grotta del Vecchiuzzo, die über den Zeitraum vom dritten Jahrtausend bis in die ersten Jahrhunderte des zweiten Jahrtausends als Mehrfamilienwohnung diente. Am Cozzo Moro auf 1165 Metern Höhe befinden sich Reste von Körperbestattungsgräbern aus vorrömischer Zeit. Die Chiesetta Madonna della Catena in Frazzucchi stammt aus dem Jahr 1909.
Wanderwege, Radtouren und Naturkunde
Für Wanderungen bietet Castellana Sicula mehrere unterschiedlich geprägte Wegverläufe. Der geologische Weg G7 „Le pietre e l’acqua“ verläuft vom Mulino Petrolito zum Cozzo Morto, verbindet naturkundliche und geologische Aspekte mit Spuren menschlicher Tätigkeit und ist 2,228 Kilometer lang. Die Strecke dauert etwa zwei Stunden in Richtung Ziel und eine Stunde für den Rückweg; ihr Schwierigkeitsgrad ist E. Vom erschlossenen Bereich Piano Mulino aus beginnen zahlreiche Wege für verschiedene Aktivitäten. In der Nähe des Bergbrunnens steht dort eine alte, stillgelegte Wassermühle.
Die anspruchsvolle Wanderung 553 beginnt in der Borgata Nociazzi in der Nähe von Castellana Sicula. Sie wechselt zwischen Abschnitten in mediterraner Vegetation und weiten Ausblicken auf das Tal des Südlichen Imera und führt zum Santuario Madonna dell’Alto, einem Sakralbau aus dem 15. Jahrhundert. Die MTB3 führt von Castellana Sicula über die Fraktion Nociazzi zu dem erschlossenen Bereich oberhalb des Mulino Petrolito, durch einen Buchenwald zur Fontana Madonna dell’Alto und anschließend zum letzten Anstieg zum Santuario Madonna dell’Alto auf 1827 Metern Höhe.
Der Weg G8 „Le pietre e l’acqua“ beginnt in Castellana Sicula am Centro di Educazione Ambientale neben der kommunalen Turnhalle und verläuft von Tufo Gipsi zum archäologischen Areal von Muratore. Bei Tufo Gipsi liegen die „Carcare“, Strukturen zur handwerklichen Verarbeitung von Gips. Der Ort eignet sich besonders für lehrreiche Ausflüge mit naturkundlichem Schwerpunkt. Die Calanchi sind geomorphologische Strukturen, die durch die Erosion von Oberflächenwasser in tonhaltigen Gesteinen entstehen.
Feste, Handwerk und regionale Küche
Lokale Traditionen zeigen sich auch in Festen und Speisen. Beim „Manciari di San Giuseppi“ am 19. März werden gemeinsame Tafeln mit lokalen und typischen Speisen aufgestellt, darunter Pasta mit Bohnen, Kabeljau, frittierte Kardonen und Sfinge, gezuckerte Krapfen. Zu den handwerklich hergestellten Lebensmitteln gehören Brot, Amaretti aus bitteren Mandeln, Käsekuchen und im Ofen gebackene Cassata. Traditionelle Handwerke umfassen Körbe und Tragkörbe aus Weidenzweigen und Schilfstreifen sowie Sättel, Bisaccia-Taschen, Häkelarbeiten und Spitzenstickerei.
Der „Carnevale delle Madonie“ findet normalerweise am Sonntag vor dem Karnevalsdienstag statt und umfasst einen Umzug mit allegorischen Wagen und maskierten Gruppen. Mit Castellana Sicula verbunden ist im August der „Ballo della Cordella“: Die örtliche Folkloregruppe führt den alten Fruchtbarkeits- und Danktanz mit 24 Tänzern auf. Jeder Tänzer hält das Ende eines Bandes, dessen anderes Ende an der Spitze eines drei Meter hohen Pfahls befestigt ist. Am ersten Sonntag im Juli pilgern die Einwohner von Calcarelli zum Santuario Madonna dell’Alto.
Das Centro Addestramenti Sicilia - Sport Equestri bietet Reitunterricht für jedes Alter und jedes Niveau, vom Freizeitsport bis zum professionellen Reiten. Für die Anreise verbindet die Staatsstraße SS120 Castellana Sicula direkt mit der nahe gelegenen Autobahn.
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