Scillato zwischen Madonie-Natur und Mühlengeschichte
Scillato gehört zu den Gemeinden des Parco delle Madonie, eines regionalen Naturparks. Das Ortszentrum liegt an einem Hang am Fuß des Monte Fanusi auf 225 m über dem Meeresspiegel und ist von Gärten, Obst- und Olivenhainen umgeben.
Naturraum, Quellen und Karst
Oberhalb des Ortszentrums tritt in Contrada Sorgive auf 376,68 m über dem Meeresspiegel das unterirdische Entwässerungssystem zutage. Es speist die Quellen Agnello, Bosco und Golfone. Auch Scillatos Kalkgestein erzählt von einer langen geologischen Entwicklung: Es besteht vor allem aus Calciumcarbonat, wurde seit der Trias gebildet und ließ durch Verkarstungsprozesse Höhlen, Grotten, Schächte und Stollen entstehen.
Vorgeschichte anschaulich erleben
Am archäologischen Fundplatz Vallone Inferno in Scillato haben Ausgrabungskampagnen bislang die letzten 7.000 Jahre der Vorgeschichte der Madonie dokumentiert. Das Museo Civico di Scillato ist Giovanni Mannino gewidmet, einer herausragenden Persönlichkeit der Studien zur Vorgeschichte Westsiziliens.
Das Archeodromo delle Madonie in Mulino Famunia suttanu, Contrada Fondaco, rekonstruiert zwei eingerichtete prähistorische Hütten: eine nach dem Siedlungsplatz Piano Vento in Palma di Montechiaro und die andere nach dem Dorf Roccazzo in Mazara del Vallo. Mitarbeitende begleiten dort Besuchergruppen, Schulklassen und Familien bei experimentell-archäologischen Aktivitäten. Mit damals verfügbaren Materialien können die Teilnehmenden Handlungen und Techniken der Vorgeschichte nachvollziehen.
Mühlen und die Geschichte des Wassers
In Scillato gibt es 13 Mühlen, die zwischen den Jahren 1156 und 1800 errichtet wurden. Die meisten sind verfallen oder in andere Bauwerke integriert. Einige wurden von der Gemeinde Scillato erworben und restauriert, vom antiken Mahlwerk ist jedoch nur wenig erhalten. Mulino Rasu stellte als letzte Mühle den Getreidemahlbetrieb in den 1960er-Jahren ein.
Das Museo dell’Acqua befindet sich im Mulino Paraturi, der im 19. Jahrhundert in Betrieb war und als einzige Mühle die Zabbara nutzte. Bei Führungen werden dort zu didaktischen Zwecken die Verarbeitung und die Gewinnung der Fasern vorgeführt. Heute ist der Mulino Paraturi ein Zentrum für permanente Bildung und das Museo dell’Acqua. Das Museum zeigt erklärende Tafeln und Modelle zu verschiedenen Aspekten des Wassers und seines Kreislaufs.
Madonna della Catena und Wege
Das Santuario Maria Santissima della Catena in Scillato beherbergt eine weiße Marmorskulptur der Madonna della Catena aus dem Jahr 1570, die der Schule der Gagini zugeschrieben wird. Das Patronatsfest der Madonna della Catena wird jedes Jahr am 20. August gefeiert und umfasst eine Prozession durch den Ort.
Für die Wahl Ihrer Unterkunft können Sie Scillato nach dem Schwerpunkt Ihrer Reise betrachten: Naturraum und Quellen, Vorgeschichte, Mühlengeschichte oder religiöse Kultur setzen jeweils andere Akzente. Scillato ist über eine eigene Ausfahrt an der Autobahn A19 Palermo–Catania erreichbar. Außerdem ist ein Abschnitt des Sentiero Italia von Scillato nach P.lla Bifolchi ausgewiesen.
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