Gallodoro zwischen Felskirchen, Dorfgeschichte und Wanderwegen
Unterkünfte in Gallodoro
Gallodoro: Geschichte im Fels
Gallodoro zeigt seine Geschichte in Kirchen, Felsarbeiten und überlieferten Siedlungsspuren. Die chiesetta di Santa Maria Maddalena wurde 1711 von örtlichen Steinmetzen aus dem Fels herausgearbeitet. In der Chiesa di San Sebastiano, die im 15. Jahrhundert errichtet wurde, befindet sich das Museo Parrocchiale di Arte Sacra. Beide Orte eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Vergangenheit: einmal über die ungewöhnliche Verbindung von Bauwerk und Fels, einmal über Sakralbau und Kunst.
Von Bocena bis zum heutigen Dorf
Das heutige Dorf Gallodoro entstand im Mittelalter. In byzantinischer Zeit bildete sich der erste Siedlungskern um die Landkirche S. Teodoro Martire. Noch weiter zurück weist die frühgriechische Siedlung nahe den Ortsteilen Margi und S. Anna: Der Volkstradition zufolge trug sie den Namen Bocena. Archäologische Funde von Münzen, Keramikfragmenten, verschiedenen Gefäßen und Gräbern führten außerdem zu der Vermutung, dass sich möglicherweise die Stadt Kallipolis in der Umgebung von Gallodoro befand.
Kirchen, Platz und sakrale Zeugnisse
Die Abside di Santa Maria Maddalena liegt an einer Zufahrtsstraße nach Gallodoro. Sie stand der ehemaligen Pfarrkirche San Teodoro Martire gegenüber, die heute nicht mehr besteht. Für Menschen mit Behinderungen verfügt die Abside über einen erleichterten Zugang. Die Piazza San Nicola liegt auf einem kleinen Felsvorsprung; hinter ihr befindet sich ein charakteristisches Viertel. So lassen sich in Gallodoro einzelne bauliche Situationen ebenso betrachten wie die gewachsene Struktur des Ortes.
Kunst und lokales Wissen
Das Prozessionsgonfalone des SS. Crocifisso wird in der Chiesa Madre dell’Assunta aufbewahrt. Das Gonfalone gilt als das einzige unbeschädigt erhaltene Gonfalone in Sizilien. Einen anderen Zugang zu lokalem Wissen bietet die Biblioteca comunale di Gallodoro mit einem Bestand von mehr als 6.000 Bänden. Sakrale Kunst und kommunale Bibliothek stehen damit für zwei verschiedene Formen, in denen sich die Geschichte des Ortes erschließen lässt.
Waldlandschaft und Felsarbeiten
Im Gebiet von Gallodoro bilden Kastanien-, Buchen- und Zerreichenwälder einen geeigneten Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Ebenfalls im Gebiet befinden sich vollständig in den Fels gehauene Palmenti und Ölmühlen. Die Landschaft ist dadurch nicht nur von Wald geprägt, sondern auch von Spuren handwerklicher und landwirtschaftlicher Bearbeitung des Felsens.
Wanderwege mit unterschiedlichen Distanzen
Für Ihre Wanderplanung verfügt der Sentiero naturalistico Forza D’Agrò über einen 24 km langen Hauptabschnitt, der Forza D’Agrò mit Taormina verbindet. Alternative Abschnitte ermöglichen den Zugang zu den umliegenden Orten. Im Valle del Ghiòdaro folgt der naturkundliche Wanderweg Taormina–Forza d’Agrò alten Maultierpfaden und Trazzere, die durch freiwillige Helfer wiederhergestellt wurden.
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