Portoscuso zwischen Küstentürmen, Tonnara und Sardiniens Südwesten

File:Torre di Portoscuso, Portoscuso, Carbonia-Iglesias, Sardinia, Italy - panoramio.jpg File:Torre di Portoscuso, Portoscuso, Carbonia-Iglesias, Sardinia, Italy - panoramio.jpg Foto: trolvag via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Portoscuso verbindet an der Südwestküste Sardiniens maritime Geschichte, markante Küstenlandschaften und Wege in die Bergbaugeschichte des Sulcis. Der Ort spricht damit unterschiedliche Interessen an: Sie können historische Bauwerke betrachten, Buchten und Klippen erkunden, eine anspruchsvolle Wanderetappe planen oder lokale Festkultur kennenlernen.

Küstentürme und maritime Geschichte

Der Torre Spagnola aus dem 16. Jahrhundert steht zwischen der Cala della Ghinghetta und dem bebauten Ortszentrum von Portoscuso. Von diesem strategisch gelegenen Turm aus lassen sich die Küstentürme von Calasetta und Carloforte beobachten. So verbindet sich die Orientierung an der Küste mit einem konkreten Blick auf die maritime Geschichte der Umgebung.

Besonders prägend ist die Tonnara di Portoscuso, die auch Tonnara Su Pranu heißt. Sie wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts errichtet, ist als Kulturgut des italienischen Kulturministeriums ausgewiesen, dokumentiert das historische System der festen Thunfischerei in Sardinien und gilt als bedeutendes Beispiel der Industriearchäologie.

Tonnara Su Pranu und die geschützte Bucht

Die Tonnara Su Pranu liegt in einer der windgeschütztesten Buchten der von vorherrschenden Nordwestwinden geprägten Küste von Portoscuso und zugleich in einer der am besten geschützten Buchten des gesamten Südwestens Sardiniens. Die nach Süden ausgerichtete Bucht liegt zwischen dem Golf von Portupaleddu, der auch Portopaglietto heißt, im Nordwesten der Tonnara und dem Golf mit dem Touristenhafen und der Uferpromenade im Südosten.

Der Komplex besitzt einen trapezförmigen Grundriss und einen zum Meer geöffneten Innenhof von etwa 5.000 Quadratmetern. An ihn grenzen die Unterkünfte der Tonnarotti und verschiedene Lagerhäuser mit sardischen Ziegeldächern. Su Pranu war als eigenständige Festung organisiert. Zur Anlage gehörten ein Ofen, Lager für Mehl, Getreide, Öl und Wein sowie Werkstätten für Nägel und Metallbeschläge, zur Reparatur von Fischereigeräten und zum Spinnen von Seilen.

Strände, Klippen und Hafen

Portopaglietto, der auch Portopaleddu heißt, gilt als Küstenattraktion mit klarem Meerwasser und feinem Sand. Einen deutlich raueren Charakter zeigt die Costa Crobettana, an der eindrucksvolle Klippen steil zum Meer abfallen. Der Hafen von Portoscuso liegt der Insel San Pietro gegenüber und verbindet Sardinien mit Carloforte, einem der bedeutendsten touristischen Orte der Inselwelt.

Kirche, Archäologie und lokale Feste

Die Kirche Santa Maria d’Itria wurde 1655 errichtet. Santa Maria d’Itria ist die Schutzpatronin der Tonnarotti; ihr Fest wird 50 Tage nach Ostern mit sportlichen, musikalischen und volkstümlichen Veranstaltungen gefeiert. In San Giorgio befindet sich eine punische Nekropole mit elf Bestattungen aus der Zeit von 770 bis 750 v. Chr. Die Domus de Janas von Guroneddu stammen aus der Jungsteinzeit.

Auch die Sagra del Tonno gehört zum lokalen Kalender. Die von der Pro Loco di Portoscuso organisierte Veranstaltung findet am 13. Juni zu Ehren des heiligen Antonius statt und wird dort seit 1965 wiederholt. Dabei wird frischer Thunfisch nach einem traditionellen örtlichen Rezept zubereitet und mit Brot und Wein verteilt.

Wanderetappe von Portoscuso nach Bacu Abis

Für Sie kann Portoscuso außerdem der Ausgangspunkt einer klar umrissenen Wanderung sein: Die 29. Etappe des Cammino Minerario di Santa Barbara führt von Portoscuso nach Bacu Abis. Sie ist 19,0 km lang, zu Fuß anspruchsvoll und mit einer Gehzeit von 6 Stunden und 30 Minuten angegeben. Die Strecke führt entlang spektakulärer vulkanischer Klippen der Südwestküste bis zur Mine von Bacu Abis, wo die Bergbautätigkeit im Sulcis-Kohlebecken begann.

Bei der Entscheidung für eine Unterkunft in Portoscuso lässt sich der Aufenthalt daher nach Ihren Interessen ausrichten: Küstentürme und Tonnara, Buchten und Klippen, Hafenverbindungen, archäologische Orte, lokale Küche oder die Wanderung nach Bacu Abis setzen jeweils eigene Schwerpunkte. Die unterschiedlichen Themen helfen Ihnen, Ihren Reiserhythmus und die passende Lage für Ihre Pläne gezielt zu bestimmen.

Weitere Orte in der Umgebung

Für Ihre weitere Orientierung können Sie auch Monteponi, Narcao, Carloforte, Terresoli, Piscinas, Bacu Abis, Masainas und Porto Pinetto entdecken.

Carbonia-Iglesias.

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