Villaputzu zwischen Küstenfeuchtgebieten, Geschichte und Launeddas

Villaputzu zeigt auf engem Raum die Verbindung von Küstenlandschaft, archäologischen Spuren, historischen Orten und lebendiger lokaler Kultur. Wenn Sie für Ihre Italienreise Naturbeobachtung, Geschichte und regionale Spezialitäten miteinander verbinden möchten, bietet der Ort dafür mehrere klar unterscheidbare Themen.

Küstenfeuchtgebiete und besondere Landschaften

Das SIC-Gebiet Stagni di Murtas e S’Acqua Durci umfasst 745 Hektar und liegt im Gemeindegebiet von Villaputzu. An der Mündung des Flumendosa ins Meer bildet der Fluss in Villaputzu ein Küstenfeuchtgebietssystem. Entlang der Küste gibt es außerdem Dünenzüge und Feuchtgebietsökosysteme, die als SIC-Gebiete ausgewiesen sind, darunter Pardu Mareus, Is Murtas und Flumini Durci. Das Feuchtgebietssystem eignet sich zur Vogelbeobachtung und für lange Spaziergänge.

Auch die Grutta de Giuanniccu Mene gehört zu den prägenden Naturthemen von Villaputzu. Die komplexe Höhle besitzt ein verzweigtes Netz aus Gängen, Höhenunterschieden und Durchgängen; in ihrem Inneren wurde eine vielfältige Fledermausfauna festgestellt. Damit reicht das Landschaftsbild des Ortes von offenen Feuchtgebieten bis zu unterirdischen Strukturen.

Archäologie und historische Orte

Das Castello di Quirra wurde vor 1296–1297 errichtet. Der Pozzo Sacro Is Pirois entstand in der Nuraghenzeit zwischen 1600 und 535 v. Chr. und ist vom Parkplatz aus nach einem Fußweg von etwa 150 Metern erreichbar. An der Fundstelle Sarcapos in Eringiana wurden Keramikfragmente gefunden, die der nuraghischen, etruskischen, griechischen, phönizisch-punischen und römischen Kultur zugeordnet werden.

Die Chiesetta di San Nicola wurde vermutlich im ersten oder zweiten Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts von den Pisanern errichtet. Su Presoni ist in Cirreddis eine paläochristliche hypogäische Grabstätte, die später als Gefängnis genutzt wurde. Das Bergbaudorf Baccu Locci umfasst etwa dreißig historische Gebäude und seltene industrielle Anlagen; der Bergbau zur Gewinnung von Arsenopyrit blieb bis 1965 in Betrieb. Baccu Locci ist über die SS 125 erreichbar: Bei der Brücke Corr’e Cerbu zweigt bei Kilometer 82 eine unbefestigte Straße ab, die entlang des Bachbetts ins Landesinnere führt und nach etwa 10 Kilometern zum Bergbaudorf gelangt.

Launeddas, Handwerk und Veranstaltungen

Villaputzu verfügt seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über eine bedeutende und alte Tradition des Launeddas-Spiels. Das Festival delle Launeddas findet jedes Jahr am 7. August in Villaputzu statt. Dazu gehört eine feierliche religiöse Prozession, an der Launeddas-Spieler aus anderen Schulen der Insel teilnehmen. Jeden Sommer findet außerdem die Mostra dell’Artigianato Sarrabese statt. Dort werden Textilien, Decken, Teppiche, Tischwäsche, gehäkelte Tischgarnituren, Weidenkörbe und Matten gezeigt. Die „Sagra dei Ravioli e dei Malloreddus“ ist eine im August stattfindende Veranstaltung. Zum Besucherprogramm gehört zudem eine nuraghische archäologische Route mit geführten Besichtigungen archäologischer Stätten in Villaputzu.

Lokale Spezialitäten und Anreise

Eine gastronomische Tour durch den Sarrabus umfasst Verkostungen von Wein, Käse, Honig und Fleisch bei lokalen Betrieben. Zu den gastronomischen Spezialitäten von Villaputzu gehört Su Presuttu, ein Schinken aus der Keule des Schweins. Für die Anreise ist Villaputzu mit dem Auto sowie über einen täglichen Busdienst von ARST und FdS erreichbar, der den Ort mit Cagliari verbindet. Als weiteres Ziel für Ihre Orientierung können Sie Porto Corallo aufrufen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Cagliari.

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