Lumellogno: Kulturgeschichte zwischen Torre dei Canonici und Reisfeldern
Unterkünfte in Lumellogno
Historische Spuren in der Reisfeldlandschaft
Die Torre dei Canonici in Lumellogno, ein historisches Wohngebäude aus dem 15. Jahrhundert, prägt bis heute die umliegende Landschaft der Reisfelder. Für Reisende, die italienische Kulturgeschichte und ländliche Umgebung gemeinsam betrachten möchten, liegt darin ein klarer thematischer Zugang zum Ort. Bauwerk und Landschaft stehen hier als zwei eng verbundene Ebenen nebeneinander.
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Foto: Francoerbi via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Die Torre dei Canonici und der Kanal Orione
Im 15. Jahrhundert wurde die Torre dei Canonici zum Schutz einer Mühle am Kanal Orione errichtet. Das Gebäude bewahrt ein charakteristisches Fenster mit Spitzbogen.
Archäologische Zeugnisse aus Bisognina und Fornasone
Besonders weit zurück führen die Funde aus Bisognina. Die bikonische Urne aus Bisognina wird in die späte Bronzezeit datiert und gilt als Ausdruck der sogenannten Canegrate-Kultur. Diese bikonische Urne ist zugleich die älteste in den Museumssammlungen vertretene Keramik aus dem Gebiet der heutigen Stadt Novara; 1875 wurde sie in der Ortschaft Bisognina im Ortsteil Lumellogno gefunden. Die Funde aus Bisognina sind ein Hinweis auf ein sehr altes Gräberareal in dieser Ortschaft.
Auch Fornasone erweitert dieses Bild der Vergangenheit: Neun padanische Silberdrachmen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. wurden 1864 im Gebiet Fornasone in Lumellogno gefunden. Aus der Ortschaft Molino del Bosco bei Lumellogno stammt außerdem ein Keramiktintenfass aus dem 1. oder 2. Jahrhundert n.
Kunst in der Pfarrkirche
In der Pfarrkirche Santi Ippolito e Cassiano in Lumellogno befindet sich ein Gemälde der Madonna del Rosario mit den Heiligen Dominikus und Franziskus von Antonio d’Enrico (Tanzio da Varallo). In derselben Pfarrkirche wird ein Gemälde der Jungfrau mit dem Kind von Tanzio da Varallo aufbewahrt. In der Rosenkranzkapelle der Pfarrkirche ist außerdem ein digital gemaltes Bild zum 100. Jahrestag der sechs Märtyrer von Lumellogno ausgestellt. Die drei Werke setzen unterschiedliche Akzente und ergänzen die archäologischen Spuren um eine religiöse und erinnerungskulturelle Dimension.
Ein Ereignis des Jahres 1922
Am 16. Juli 1922 wiesen Bauern und Arbeiter in der Schlacht von Lumellogno faschistische Trupps zurück; dabei gab es sechs Todesopfer. Dieses Ereignis gehört zu den historischen Bezügen, die Lumellogno über seine mittelalterlichen und antiken Zeugnisse hinaus prägen.
Reis und landwirtschaftliche Erzeugnisse
Ein weiterer konkreter Bereich des Ortes ist die Landwirtschaft. Der Reis von Acqua e Sole wird auf den 350 Hektar angebaut, die den Landwirtschaftsbetrieb An Fed Agri umgeben; dafür werden zertifizierte Saaten verwendet. Die Azienda Agricola Fontanella verkauft landwirtschaftliche Erzeugnisse direkt an die Öffentlichkeit, auch sonntags. Wer Lumellogno nicht nur über seine Geschichte, sondern auch über seine Reislandschaft und landwirtschaftlichen Produkte kennenlernen möchte, findet hier einen zweiten, konkreten Zugang zum Ort.
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